Weihnachten wächst vor der Tür

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Westfalen – In früheren Jahrhunderten bescherten die eher kargen Böden im Sauerland den ansässigen Bauern schlechtere Ernten als denen im Umland. Seitdem im 19. Jahrhundert der Weihnachtsbaum Einzug in die Wohnzimmer der Deutschen fand, hat sich dieser Nachteil für die Sauerländer zum Vorteil gewandelt. Gerade auf den kargen Böden der Region gedeihen Tannen und Fichten besonders gut. Wer an Weihnachten einen perfekten Baum sein Eigen nennen will, kann sich im Sauerland seinen Baum selbst aussuchen – und bei Bedarf auch eigenhändig fällen.

Weihnachtsbaum

Mit dem Waldbauern geht es auf die Suche nach dem idealen Tannenbaum für das Weihnachtsfest – Foto: Ferienwelt Winterberg

Dem Vorweihnachtsstress entfliehen, die Natur mit der Familie genießen und trotzdem wichtige Angelegenheiten für das Weihnachtsfest erledigen – was unmöglich scheint, ist auf dem „Dach des Sauerlandes“ möglich. Hier ist die Luft belebend, die Entspannung groß und die Auswahl an Weihnachtsbäumen gigantisch. In den Winterberger Wäldern selbst ausgesucht und höchstpersönlich abgesägt, ziert ein besonders frisches Prachtexemplar bald die weihnachtliche Stube. Das Sauerland ist mit über zehn Millionen verkauften Weihnachtsbäumen Deutschlands „Weihnachtsbaumland“ Nummer eins. Weihnachtsbäume sind für das Sauerland ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Oftmals fängt die „Ernte“ der Bäume schon im Oktober an. Somit ist klar: Nadelbäume in den Supermärkten oder auf den vielen Parkplätzen und Märkten der Städte sind wahrscheinlich schon mehrere Wochen alt. Wer seinen Tannenbaum kurz vor Weihnachten direkt aus dem sauerländischen Wald besorgt, hat die Garantie, ein frisches Exemplar zu ergattern. Und der Baum duftet herrlich nach Wald und behält noch lange nach dem Fest sein schönes grünes Nadelkleid. Unter hunderten von Weihnachtsbäumen den allerschönsten auszuwählen und eigenhändig zu schlagen, steigert zudem die Vorfreude aufs Fest. Der Ausflug in die Fichtenschonung am Kahlen Asten in Winterberg ist daher ein stimmungsvolles Erlebnis für die ganze Familie.

„Bewaffnet“ mit Säge oder Axt zieht die Gruppe hinaus und los geht die Jagd auf den allerschönsten Weihnachtsbaum. In Begleitung eines Waldbauers, der gern die Besonderheiten der Bäume erklärt, geht es in die Berge: Nobilis-Tannen zum Beispiel verlieren ihre Nadeln nicht. Edeltannen duften hingegen herrlich nach Wald. Und Fichten, der typische Baumbestand im Sauerland, sind besonders gut als Dekoration außerhalb des Hauses geeignet. Dicht an dicht stehen im Wald die Bäume in den Weihnachtsbaumkulturen. Direkt im Forst lassen sich Form und Wuchs am besten beurteilen. Der Duft nach frischen Nadeln wirkt belebend und macht Lust auf das Weihnachtsfest. Gerade die im Sauerland beheimatete Gemeine Fichte verströmt einen unwiderstehlichen Wohlgeruch. Der Förster hilft den Besuchern auf der Tour bei der Auswahl des Baumes und gibt anschließend Tipps, wie er möglichst lange frisch bleibt.

Ist der Wunschbaum gefunden und abgesägt, gibt der Waldbauer praktische Tipps für eine lange Lebenszeit, bevor es nach Hause geht – Foto: Ferienwelt Winterberg

Ist der Lieblingsbaum einmal erspäht, greifen die Gäste beherzt zu Axt und Motorsäge. Gerade gewachsen sollte die Tanne sein und gleichmäßige, dicht stehende Kränze aus Ästen haben. Bei der großen Auswahl schöner Bäume fällt die Wahl fast schon schwer. Vorhanden ist alles, was das weihnachtliche Herz begehrt: Edeltannen oder Nobilis in 1,50 bis 2 Meter Größe. Extrawünsche können zum Teil auf Anfrage erfüllt werden. In frischer Bergluft wärmt ein ordentlicher Schluck hochprozentiges „Astenfeuer“ von innen. Außerdem stärken sich die Hobby-Holzfäller mit einem deftigen Eintopf. In der Brotterrine serviert, ist er etwas ganz Besonderes. Gäste wählen zwischen herzhaftem Erbsen- oder Gulaschtopf. Als vegetarische Option gibt’s eine würzige Waldpilzsuppe.

Professionell in Netze eingepackt, passt der Baum dann meist in den eigenen Pkw. Für besonders große Exemplare benötigen die Teilnehmer einen Dachgepäckträger oder einen Anhänger. Denn nach Hause transportieren müssen sie ihn dann selbst. Am besten lagern Fichte oder Nobilistanne bis kurz vor dem Weihnachtsfest draußen an einem schattigen Platz, damit die Sonne den Nadeln keine Feuchtigkeit entziehen kann. Dann sollte der Baum 24 Stunden in einer frostfreien Garage auftauen. Nun unten am Stamm eine Scheibe absägen und den Baum noch einmal 24 Stunden in einen stabilen Wassereimer stellen – dann ist er bereit fürs weihnachtliche Wohnzimmer. Wer den Christbaumständer regelmäßig mit Wasser und Frischhaltemittel füllt, hat am Weihnachtsbaum Freude bis mindestens zum Dreikönigstag am 6. Januar. Wenn dann die Familie beim Fest am Weihnachtsbaum ihre Geschenke auspackt, erinnern sich alle gern an die „Jagd auf den schönsten Baum“. Und Der Bedarf an Weihnachtsbäumen wächst stetig. Der Trend geht zum Zweit- oder Drittbaum für Terrasse und Garten, um sein Eigenheim besonders schön und weihnachtlich zu gestalten.

Die Tourist-Information Winterberg nennt die Preise vieler Weihnachtsbaumtouren auf Anfrage und vermittelt gerne Übernachtungsmöglichkeiten. Denn der kleine Ausflug „in die Weihnachtsbäume“ lässt sich prima mit einer kleinen Auszeit verbinden.

 

Im Westfalium Adventskalender sind erschienen:

Tür 1: Weihnachtsmarkt am Freilichtmuseum Hagen

Tür 2: Weihnachtssingen in Westfalen

Tür 3: Kreuztaler Weihnachtsmarkt

Tür 4: Geschenktipp Westfälische Eichen – der Westfalium Kalender 2020

Tür 5: Weihnachtsmarkt Maste Barendorf

Tür 6: Nikolaus in Hövelhof

Tür 7: Geschenktipp Sauerländer Streuobstwiese

Tür 8: Krippenfiguren handgeschnitzt

Tür 9: Weihnachtsmarkt im Mühlenhof

Tür 10: Münster im Advent

Tür 11: Geschenktipp Jahrbuch “Schönes Westfalen”

Tür 12: Borken eisgekühlt – klimaneutral in Runde drei

Tür 13: Weihnachtsbäume aus dem Sauerland

Tür 14: Westfalen für den Gabentisch

Tür 15: Weihnachtsmarkt an der Villa Wesco

Tür 16: Gütersloher Weihnachtsmarkt

Tür 17: Gute Laune mit jedem Löffel/ Winterblues

Tür 18: Winterferien in Westfalen

Tür 19: Westfalium-Geschenkabo – Gutschein sofort ausdrucken

Tür 20: Advent bei Schulze Schleppinghoff

Tür 21: Batch Bier-Likör vom Forstmannshof

Tür 22: So schmeckt Westfalen

Tür 23: Heiliger Morgen im Tierpark Hamm

Tür 24: Westfalium wünscht ein frohes Weihnachtsfest!

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