Zum Spargelzeit-Ende am 24. Juni das edle Stangengemüse nochmal westfälisch-herzhaft genießen: Gebratener Spargel mag für die traditionsliebenden Freunde des Edelgemüses ein Sakrileg sein – für innovationsfreudige Feinschmecker ist er ein Genuss. Mit luftgetrocknetem westfälischem Knochenschinken und wenigen zusätzlichen Zutaten wird aus dem Pfannen-Spargel im Handumdrehen auch noch eine regionale Köstlichkeit. Freunde der etwas schärferen Küche peppen das Gericht zusätzlich auf, indem sie mit Chili oder Peperoncini abschmecken.

Gebratener Spargel mit herzhaftem luftgetrocknetem Knochenschinken: Der etwas anderer Spargelgenuss – Bild Spargelstrasse NRW
Spargelbauern wie Hof Kuhre bei Rietberg, der Spargelhof Kemna bei Dorsten oder Gut Böckenhoff in Raesfeld-Erle gehen jetzt in den Endspurt der Spargelsaison 2026. Am Johanni-Tag, dem 24. Juni, wird die Spargelernte traditionell beendet, um den mehrjährigen Spargelpflanzen Zeit zur Regeneration zu geben.
Spargel mit luftgetrocknetem Schinken
Zutaten für 4 Personen:
- 1 kg grüner Spargel
- 1 kg weißer Spargel
150 g Butter- 150 Gramm luftgetrockneter westfälischer Knochenschinken
½ Zitrone Salz Pfeffer ZuckerZubereitung:
- Den geschälten rohen Spargel in einer Pfanne mit der Butter langsam goldbraun braten
- Den Zucker dazugeben und leicht karamellisieren. Mit Salz, Pfeffer und Zitrone abschmecken
- Den luftgetrockneten westfälischen Knochenschinken dazu anrichten
- Dazu Weißbrot, Salz-, Schmor- oder Pellkartoffeln reichen
Spargel ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Schon im ältesten chinesischen Heilpflanzenbuch, dem “Shennong ben cao jing”, wurde Spargel als Heilpflanze aufgeführt. Die aktuell gültigen chinesischen Arzneibücher empfehlen Spargeln bei folgenden Erkrankungen: Leere-Erschöpfungshusten, Herzklopfen und Schlaflosigkeit, Darm-Trockenheits-Stuhlverstopfung, innere Hitze und starker Durst.
Spargelzeit-Ende herzhaft-regional
Schon in der Antike erwähnt der römische Autor Columella das Stangengemüse in seinem Buch “De re rustica”. Als Heilpflanze diente damals bevorzugt wildwachsender Spargel, der nach Dioskurides harntreibend und abführend wirken sowie gegen Gelbsucht helfen sollte. Mit diesen Indikationen wurde er bis ins 19. Jahrhundert verwendet. Außerdem wird dem aromatischen Stangengemüse auch eine aphrodisiakische Wirkung zugeschrieben.

Annette und Martin Kuhre bewirtschaften ihren Bauernhof zusammen mit Ihrem Sohn Christopher – Foto Hof Kuhre
Mit den Römern und ihrer Kultur fand der Spargel vermutlich auch den Weg über die Alpen (in Trier wurde 1994 ein bleiernes Preisschild für Spargel aus dem 2. Jahrhundert gefunden). Mit dem Niedergang der römischen Kultur verschwand auch der Spargelanbau hierzulande. Erst für das 16. Jahrhundert ist Kultivierung und der Verzehr von Spargel in Deutschland wieder belegt – Spargel galt damals als teure Delikatesse.
Das Rezept wurde von der Spargelstrasse NRW zur Verfügung gestellt.














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