Lüdinghausen – Wachsen Trüffel in NRW? Aber sicher! allerdings ist es nicht erlaubt, wild wachsende Trüffel zu sammeln, da die Pilze unter Naturschutz stehen. Anders ist es mit Trüffeln aus eigens angelegten Kulturen. Wie bei Burkhard Kleffmann in der Bauerschaft Westrup zwischen Lüdinghausen und Dülmen. Unter Buchen und Haselnuss-Sträuchern wachsen auf seinen Feldern wertvolle Perigord- und Burgundertrüffel.

Burkhard Kleffmann und Hündin Betty bei der Trüffelsuche. Die ganze Geschichte im Westfalium-Herbstheft 2026 – Bild Andrea Schneider/Westfalium
Der 62-Jährige Kleffmann ist gelernter Landwirt und auf dem Hof in Lüdinghausen-Westrup aufgewachsen. Irgendwann stellte sich für ihn die Frage, wie es mit der Landwirtschaft weitergehen kann. Die Antwort, die er fand, war ungewöhnlich: Trüffelpilze statt konventionellem Ackerbau. Kleffmann gründete die Firma „Münsterlandtrüffel“. Das für den Trüffelanbau notwendige Wissen hat er sich angelesen; auch der westfälische Trüffelpionier Tassilo Pöter von der Firma Teuto-Trüffel in Lienen hat ihm wichtige Tipps gegeben. Sie gehören zu den wenigen Enthusiasten, die Trüffel in NRW anbauen.
Wild wachsende Trüffel in NRW stehen unter Naturschutz
Lange war Kleffmann in einer ganz anderen Welt unterwegs. Er gründete die Kleffmann Group, ein Marktforschungs- und Marketingunternehmen mit mittlerweile rund 300 Mitarbeitern an 30 Standorten. 2019 verkaufte er die Firma. Danach begann ein neues Kapitel. Aus dem Unternehmer wurde wieder stärker der Landwirt.

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Trüffelpilze leben in enger Verbindung mit einem Wirtsbaum. Rund um dessen Wurzeln entsteht ein Pilznetzwerk, die sogenannte „Corona“, die auch an der Oberfläche um den Baumstamm zu erkennen ist. Im Wurzelwerk von Eichen, Buchen und Haselnuss-Sträucher siedelt der Trüffel sich besonders gerne an.
2021 hat Kleffmann die ersten Bäume gepflanzt. Die Anlage eines Hektars Trüffelplantage kostet nach seinen Angaben rund 35.000 Euro. Der mögliche Ertrag liegt bei 35.000 bis 40.000 Euro pro Hektar. Das verspricht gute Gewinne – wenn alles klappt. 500 Euro kostet ein Kilo Trüffel zurzeit. Bei Feinschmeckern ist der unscheinbare Pilz heiß begehrt, so sind die Trüffel-Events des Spitzenkochs Tobias Sudhoff in Münster meistens schnell ausgebucht.
Eine Scheune auf seinem Hof hat der geschäftlich versierte Landwirt 2025 aufwändig zur Trüffel-Erlebnisgastronomie ausgebaut. Besonders auffällig ist der alte Schanktisch aus einer früheren Lüdinghausener Gaststätte. Er trägt Delfter Kacheln, auf einer ist der frühere Wirt Menken mit seinem Hund dargestellt. Menkens Reibekuchen war in Lüdinghausen legendär. Die „Trüffelscheune“ ist Verkaufsraum, Küche, Restaurant und der ideale Ort für Kochevents und andere Veranstaltungen mit bis zu 20 Personen. Bei Rundgängen führt Kleffmann Besucher durch die Plantagen. Sie sollen erleben, wo der Trüffel wächst.
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