Teatime mit Dröppelminna in Attendorn: Einen Eindruck von der Messingverarbeitung in den vergangenen Jahrhunderten vermittelt noch bis zum 22. Februar die Ausstellung „It’s Tea Time“ im Südsauerlandmuseum Attendorn. Die vom Deutschen Messingmuseum in Krefeld konzipierte Ausstellung präsentiert Kannen, Stövchen, Teemaschinen, Beschläge und natürlich auch die “Dröppelminna” genannten Standkannen mit Kran. Frisch aufgebrühten Tee gibt es während der Teatime-Ausstellung auch im Südsauerlandmuseum.

In Westfalen werden Standkannen für Tee oder Kaffee mit Kran auch “Dröppelminna” genannt – Bild Südsauerlandmuseum
Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink und wurde schon im Altertum hergestellt. Messing ist gut zu verarbeiten – es lässt sich gießen, hämmern und treiben – und wegen seines “goldenen Glanzes” ist es ein attraktives und vielseitig verwendbares Material für nützliche und dekorative Geräte. Im Sauerland wurden die sogenannten „Bronzewaren“ im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Gewerbezweig. Auch in Attendorn gewann die Produktion von Armaturen und Beschlägen aus Messing in dieser Zeit an Bedeutung. Noch heute sind namhafte Armaturenhersteller im Sauerland zuhause.
Dröppelminna und Elektrokanne
Das Südsauerlandmuseum in Attendorn befasst sich mit der Kunst und Kulturgeschichte im Kreis Olpe. Bei seiner Gründung im Jahr 1898 war es das erste Museum im Kreis Olpe und gehört heute zu den ältesten noch existierenden Museen in Westfalen-Lippe.

Das Südsauerlandmuseum ist im Alten Rathaus der Stadt Attendorn untergebracht. Das Gebäude, errichtet in der Mitte des 14. Jahrhunderts, befindet sich im Stadtzentrum der alten Hansestadt – Bild Südsauerlandmuseum/Andrea Volmert
Untergebracht ist das Südsauerlandmuseum im Alten Rathaus in der Attendorner Altstadt. In den Jahren nach der Gründung waren zunächst Funde aus der Höhlenforschung und der Archäologie, volkskundliche und berufsständische Exponate sowie kirchliche Kunst ausgestellt. 1909 zog die Sammlung in das Alte Rathaus um. Im Zweiten Weltkrieg ging ein Großteil der Sammlung verloren oder wurde zerstört. Dennoch planten Vertreter des Heimatvereins ab den 1950er Jahren den Neuaufbau des Museums. Nach umfassenden Renovierungen steht seit 1967 das Alte Rathaus im Ganzen für Ausstellungen zur Verfügung. Von 2006 bis 2008 wurde das Museum umgebaut und am 22. Juni 2008 mit einer neu konzipierten Ausstellung wiedereröffnet.
Südsauerlandmuseum Attendorn, www.suedsauerlandmuseum.de














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