Ostereier suchen in Wenden: Am Ostermontag um 14:00 Uhr besucht der Osterhase das Museum Wendener Hütte und versteckt dort bunte Ostereier für kleine und große Besucher. Außerdem werden kostenlose Führungen durch das historische Hüttenwerk angeboten und im Hammerwerk glüht die Esse und es wird geschmiedet. Im Südsauerlandmuseum Attendorn ist der Osterhase dann um 15:00 Uhr zu Gast. Auch die Mitmach-Ausstellung “Magie des Lichts” im Südsauerlandmuseum kann an den Ostertagen besucht werden. Weitere Informationen zu Öffnungszeiten und Veranstaltungen gibt es auf den Websites der beiden Museen: www.suedsauerlandmuseum.de und www.wendener-huette.de

Am Ostermontag um 15:00 Uhr besucht der Osterhase das Museum Wendener Hütte – Bild Südsauerlandmuseum
Seit der frühen Neuzeit sind Bergbau, Eisenerzeugung und -verarbeitung wichtige Wirtschaftsfaktoren im Südsauerland. Um Olpe gab es viele Betriebe, die Eisenbleche für Fertigwaren-Produzenten in der Grafschaft Mark herstellten. Die Wendener Hütte wurde von den beiden saynischen Hüttengewerken Peter und Johannes Ermert erbaut, denen 1728 unter der Regentschaft des Kölner Fürstbischofs Clemens August erlaubt wurde, eine Eisenhütte zu betreiben.
Das Unternehmen ging in den 1740er Jahren in den Besitz der Familie Remy über. Diese war damals die bedeutendste eisengewerbliche Familie am Mittelrhein. Die Wendener Hütte stand in direkter Konkurrenz zu dem eisenindustriellen Unternehmen im benachbarten Siegerland.

Im Südsauerlandmuseum ist der Osterhase am Ostermontag um 15:00 Uhr zu Gast. Das Museum in der Attendorner Innenstadt zeigt noch bis zum 23. August die Mitmach-Ausstellung “Magie des Lichts” – Bild Südsauerlandmuseum
Hergestellt wurde hauptsächlich Roheisen, welches in Hammerwerken zu Schmiedeeisen “gefrischt” werden musste. Dieses Halbfabrikat wurde an die Drahtrollen bei Altena und die Rohstahlhammerwerke an der Ennepe verkauft. Nach der Einrichtung eines Raffinierhammerwerkes (dem ersten im Herzogtum Westfalen), in dem hochwertige Stahlstäbe hergestellt werden konnten, wurde auch der Rotterdamer Eisenmarkt beliefert. In Kriegszeiten lieferte die Hütte darüber hinaus gusseiserne Kanonenkugeln an die rheinischen Militärfestungen.
Bis ins 19. Jahrhundert konnte sich die Hütte behaupten. So lange die neuen Stahlgewinnungs- verfahren auf Steinkohlenbasis noch in den Kinderschuhen steckten, fand das Roheisen der Hütte guten Absatz und es wurden technische Neuheiten eingebaut, zum Beispiel ein Wasseralfinger Winderhitzer und ein Zylindergebläse.
In einem zeitgenössischen Bericht aus dem 18. Jahrhundert hieß es, dass die Hütte “dem Siegerland und seinem Stahlcommercium mit Rohstahleisen und Kohle sehr großen Abbruch tue.” Ständige Erweiterungen und Umrüstungen hielten sie stets auf dem neuesten technischen Stand. Die maschinelle Ausstattung des Eisenwerks galt damals entsprechend als besonders hochwertig.
Der Bau der Eisenbahnlinie von Siegen nach Hagen durch das weitentfernte Lennetal beendete die Konkurrenzfähigkeit der Hütte jedoch schlagartig. Die Hütte nahm 1855 zwar noch an der Industrieausstellung in Paris teil, doch die Produktionszeit der Anlage endete 1866.
Die Hütte geriet in Vergessenheit. Nachfolgebetriebe wie eine Sägemühle oder eine Trikotagenfabrik wurden in den Gebäuden angesiedelt. Die Betriebseinrichtung wurde verkauft oder verschrottet.

Modelle zum Thema Energiegewinnung werden in der Wendener Hütte gezeigt – Bild Volker Speckenwirth/Südsauerlandmuseum
Die Renaissance der Hüttenanlage begann im Jahre 1969, als ein Mitarbeiter des westfälischen Landeskonservators auf das in situ erhaltene Gebäudeensemble der Hütte samt dem auf dem Dachboden der ehemaligen Verwaltung aufbewahrten Hüttenarchiv stieß. Die Hütte wurde als „Technisches Kulturdenkmal“ unter Denkmalschutz gestellt und ab 1989 wurde mit der Gründung des Museumsvereins klargestellt, dass hier ein Museum entstehen sollte. Seit 1993 ist die restaurierte Wendener Hütte für Besucher zugänglich. Das Hammerwerk wurde durch die Hilfe des Westfälischen Freilichtmuseums Hagen als Reckhammerwerk rekonstruiert und ermöglicht regelmäßige Schmiedevorführungen. Die vier in Betrieb befindlichen Wasserräder geben den Besuchern einen Einblick in die Möglichkeiten der mechanischen Nutzung der Wasserenergie in der Zeit vor der Verbreitung der Dampfmaschine. Rund um das Hüttengelände führt ein hüttengeschichtlicher Wanderweg von vier Kilometern Länge, auf dem auch geführte Wanderungen angeboten werden.














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