Im Südsauerlandmuseum in Attendorn ist am 7. Mai die Sonderausstellung „HEXENWAHN“ eröffnet worden. Bis zum 19. September 2023 ist sie dort zu sehen.

25 Texttafeln und rund 70 Exponate werden in der Sonderausstellung “HEXENWAHN” gezeigt – Foto Südsauerlandmuseum
Die Wanderausstellung entstand in Kooperation mit der Eulenburg, Universitäts- und Stadtmuseum Rinteln. Sie will tiefe Einblicke in das Thema Hexenverfolgung und Hexenglaube liefern – von der Frühen Neuzeit bis in die Gegenwart. Dargestellt werden auch die dunklen Kapitel der Regionalgeschichte, als es unter den Wolfenbütteler Herzögen Heinrich Julius (1564 bis 1613) und August der Jüngere (1579 bis 1666) im Land Braunschweig zu Hexenverfolgungen und Hexenprozessen kam und Menschen auf Grund von Denunziationen und falschen Bezichtigungen gefoltert und hingerichtet wurden. Erst der Sinneswandel in der Zeit der Aufklärung setzte der Hexenverfolgung endgültig ein Ende.
Hexenwahn bis in die Neuzeit
Auf 25 Texttafeln und mit rund 70 Exponaten, darunter das Richtschwert eines Scharfrichters aus der Zeit um 1700, diverse Folterwerkzeuge, geschmiedete Schiffsnägel, eine Voodoo-Puppe, Hühnerfüße, ein Ziegenbock in Originalgröße als Inbegriff des Teufels, ein Alchemisten-Becher, Prozessakten und Polizeiverordnungen erzählt die Ausstellung die geschichte der Hexenverfolgungen, die bis in die frühe Neuzeit anhielten.

Die Sonderausstellung “HEXENWAHN” ist bis zum 19. September 2023 im Südsauerlandmuseum in Attendorn zu sehen – Foto (Plakatausschnitt) Südsauerlandmuseum
In der Ausstellung präsentiert wird auch der vermutlich originale Eisenstuhl, auf dem unter dem Welfenherzog Heinrich Julius die Alchemistin und angebliche Hexe Anne Marie Ziegler in der Nähe des Wolfenbütteler Schlosses am 7. Februar 1575 verbrannt wurde. Zu sehen ist auch der erstmalig 1486 publizierte Buchtitel „Hexenhammer“ (Malleus malaficarum), den die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel leihweise zur Verfügung stellte. Das Originalwerk des deutschen Dominikanermönchs Heinrich Kramer (um 1430–1505) schuf die geistige Grundlage einer aggressiveren Hexenverfolgung und erschien bis zum Ende des 17. Jahrhunderts in 29 Auflagen.
Auch darüber, wie heute mit dem Thema Hexe und damit verbundene Themen umgegangen wird, informiert die Sonderausstellung. In den vergangenen Jahrzehnten erschienen zahlreiche europäische und amerikanische Erwachsenen- und Kinderfilme, Jugendliteratur, Walt Disney-Comics mit der Hexe Gundel Gaukeley bis hin zu Groschenromanen wie „Geisterjäger John Sinclair“. In letzteren, so die Information aus Attendorn, können die Besucherinnen und Besucher vor Ort blättern.
Südsauerlandmuseum, www.suedsauerlandmuseum.de
PS: Einen aktuelleren Artikel zum Südsauerlandmuseum gibt es hier














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