Münster: Frieden als Verpflichtung

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Münster  – Für Münster ist es ein Glücksfall: Die Stadt des Westfälischen Friedens präsentiert vom 28. April bis zum 2. September eine bemerkenswerte Kooperation, die eine bemerkenswerte Ausstellung hervorgebracht hat: “Frieden. Von der Antike bis heute.” Münster macht damit auch international ihrem Ruf als die deutsche Friedensstadt alle Ehre. Kein Wunder, dass sich auch der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sofort als Schirmherr angeboten hat, nachdem er vom Konzept und vom Anspruch der Ausstellung erfahren hat.  Die Ausstellungskooperation ist so vielseitig und komplex, dass sie kaum in Gänze betrachtet, zur Kenntnis genommen und gewürdigt werden kann. Als Besucher braucht man sicherlich mehrere Tage, um alle Exponate zu betrachten und die Zusammenhänge zu verstehen.

Journalisten in der Ausstellung “Frieden. Von der Antike bis heute”. – Foto: LWL / Anne Neier

Frieden ist aktueller denn je zuvor. In einer Zeit, in der die Menschen hier in Deutschland auf über 70 Jahre Frieden und bereits auf über 25 Jahre deutsche Wiedervereinigung zurückblicken, gibt es in der Welt mehr als 200 gewaltsam ausgetragene Konflikte mit Hunderttausenden Opfern jährlich.

Gerard ter Borch, Beschwörung des Spanisch-Niederländischen Friedens am 15. Mai 1648, The National Gallery, London. Presented by Sir Richard Wallace, 1871

In einem einzigartigen Schulterschluss haben sich erstmals fünf museale Institutionen in Münster in einer mehrjährigen Zusammenarbeit zusammengetan, um die Ausstellung “Frieden. Von der Antike bis heute” (28. April bis 2. September) zu planen. 50 Wissenschaftler waren an der Vorbereitung beteiligt. Rund 660 Exponate sind zusammengetragen worden, um das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven auszuloben.

Hermann Freihold Plüddemann, Friedrich Barbarossa 1157 zu Besançon, den Streit der Parteien schlichtend, 1859, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Albertinum/Galerie Neue Meister, bp

Gemeinsam stellen das Archäologische Museum der Universität Münster (“Eirene / Pax – Frieden in der Antike”), das Bistum Münster (“Frieden. Wie im Himmel so auf Erden?”), das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster (“Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube”), das Stadtmuseum Münster (“Ein Grund zum Feiern? Münster und der Westfälische Frieden”) und das LWL-Museum für Kunst und Kultur (“Wege zum Frieden”) die große und vielschichtige Geschichte des Friedens in vielen seiner kulturellen Facetten dar. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und ist ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr.

Otto Dix, Flandern, 1934-1936, Staatliche Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Neue Nationalgalerie – Foto und Copyright @ VG Bild-Kunst

Vor 400 Jahren brach der Dreißigjährige Krieg aus, er wurde vor 370 Jahren mit dem Westfälischen Frieden beendet. Und vor 100 Jahren endete der Erste Weltkrieg. 2018 ist ein besonderes Jubiläumsjahr und war deshalb der Anlass, erstmalig diese große Kooperation aus fünf Museen und Institutionen aus Münster einzugehen. Rund 50 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben drei Jahre lang die Ausstellung vorbereitet, die mit 660 ausgestellten Kunstwerken und Objekten das Thema Frieden in einem noch nie dagewesenen Umfang behandelt.

Frieden war und ist zu allen Zeiten eine der größten Sehnsüchte des Menschen. Frieden gehört zu den höchsten Gütern, nach denen die Menschen streben. Frieden ist im Allgemeinen mehr als nur die Abwesenheit von Krieg oder Gewalt. In der Geschichte der europäischen Kulturen kennen Gesellschaften den Frieden in sehr unterschiedlichen Formen, und doch verbinden Menschen in seinem Kern dieselben Eigenschaften von der Antike bis heute. Fast immer erlebt man ihn in der dynamischen Beziehung zu Krieg und Gewalt.

Peter Paul Rubens, Allegorie auf den Krieg, um 1628, LIECHTENSTEIN. The Princely Collections, Vaduz-Vienna

Aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet die fünfteilige kunst- und kulturgeschichtliche Ausstellung das Thema über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrtausenden mit hochrangigen Exponaten aus deutschen und internationalen Sammlungen. Aus unterschiedlichen Richtungen kommend und in dem Bewusstsein, Gemeinsames zu schaffen wurden jeweils eigene thematische Profile in den fünf Ausstellungen erarbeitet.

Wilhelm Lehmbruck, Der Gestürzte, 1915/16, Kunsthalle Recklinghausen – Foto: LWL/Anne Neier

Am Samstag (28. April) wird die Ausstellung “Frieden. Von der Antike bis heute” feierlich im Beisein der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, im LWL-Museum für Kunst und Kultur eröffnet.

Die Ausstellung wird unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Kulturstiftung der Länder, des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW, der Stiftung Kunst³ für das LWL-Museum für Kunst und Kultur, der Sparkasse Münsterland Ost, der Friede Springer Stiftung und weiteren Förderern.

Dr. Norbert Köster, Generalvikar des Bistums Münster, Prof. Dr. Markus Müller, Direktor des Kunstmuseums Pablo Picasso Münster, Matthias Löb, LWL-Direktor, Markus Lewe, Oberbürgermeister der Stadt Münster, Dr. Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, sowie Dr. Uwe Koch von der Sparkasse Münsterland Ost freuen sich über die gute besuchte Pressekonferenz anlässlich der Ausstellung “Frieden. Von der Antike bis heute”. – Foto: LWL / Anne Neier

Am Eröffnungstag gelten folgende Öffnungszeiten:

Bilder vom Frieden – Wege zum Frieden und Frieden. Wie im Himmel so auf Erden? im LWL-Museum für Kunst und Kultur sind von 16.30-24 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Eirene – PAX. Frieden in der Antike im Archäologischen Museum der WWU Münster ist ebenfalls von 16.30-24 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Ein Grund zum Feiern? Münster und der Westfälische Frieden im Stadtmuseum Münster ist von 10-20 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet.

Picasso – Von den Schrecken des Krieges zur Friedenstaube im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster ist von 10-20 Uhr geöffnet. Es gilt der übliche Eintrittspreis.

Fünf Ausstellungen – Eine Kooperation

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