Preis des Westfälischen Friedens 2026 vorgestellt: Die NATO und die Organisation socioMovens erhalten im kommenden Jahr den Westfälischen Friedenspreis 2026.
Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. (WWL) verleiht den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens 2026 an die NATO. Stellvertretend für die Organisation wird ihr Generalsekretär Mark Rutte ausgezeichnet.
Der Jugendpreis geht an die Organisation socioMovens, Giving Europe a Soul. Der mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Preis wird im Jahr 2026 im Historischen Rathaus zu Münster verliehen.
„Mit der Auszeichnung des NATO-Bündnisses würdigen wir eine Institution, die in einer Zeit globaler Unsicherheit Verlässlichkeit schafft, Partnerschaft fördert und Frieden durch Stabilität ermöglicht“, erklärt Dr. Reinhard Zinkann, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Gesellschaft für Westfalen und Lippe. „Der Westfälische Frieden steht für Ordnung durch Verständigung und Einbindung. Genau das leistet die NATO im 21. Jahrhundert. Unter der Führung von Mark Rutte zeigt sie, dass militärische Stärke und Friedenssicherung kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig bedingen.“
Die WWL würdigt mit der Preisvergabe die kontinuierliche Friedensarbeit der NATO im Sinne des Erbes des Westfälischen Friedens: „Frieden gelingt nur durch verbindliche Ordnung, Interessenausgleich und institutionelle Verlässlichkeit“, sagt Dr. Reinhard Zinkann. „Die NATO steht seit mehr als sieben Jahrzehnten als Bündnis für eine regelbasierte Sicherheitsarchitektur, die Konflikte eindämmt, Eskalation vorbeugt und Zusammenarbeit stärkt.“
In ihrer Begründung hebt die Jury der WWL hervor:
Friedenssicherung durch Einbindung und Kooperation: Die Erweiterung um Finnland und Schweden stärkte die Stabilität Europas und folgte dem Prinzip freiwilliger Partnerschaft souveräner Staaten.
Verantwortungsvolle Unterstützung der Ukraine: Die NATO koordiniert Hilfe im Rahmen des Völkerrechts – solidarisch, aber ohne selbst Konfliktpartei zu werden.
Langjährige Friedensmissionen wie KFOR im Kosovo belegen das dauerhafte Engagement für Sicherheit vor Ort.
Inklusive Friedenspolitik: Mit der aktualisierten Women, Peace and Security-Agenda (2024) fördert die Allianz Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit in Friedensprozessen.
Resilienz als Friedensbasis: Durch Mindeststandards zur Krisenfestigkeit stärkt die NATO die Stabilität der Mitgliedsstaaten und damit die Friedensfähigkeit Europas.
Mit der Auszeichnung von Generalsekretär Mark Rutte würdigt die Jury zudem eine Führungspersönlichkeit, die in Zeiten geopolitischer Spannungen Pragmatismus, Geschlossenheit und Maß verkörpert. Seit seinem Amtsantritt im Oktober 2024 habe Rutte entscheidend dazu beigetragen, dass die Allianz geschlossen und friedensorientiert handelt.
Mit der Auszeichnung der NATO setzt die WWL ein klares Zeichen für die transatlantische Zusammenarbeit. „Nur gemeinsam mit unseren Verbündeten können wir in Europa Frieden ermöglichen“, sagt Dr. Reinhard Zinkann. „Dafür ist die Kooperation mit unseren transatlantischen Freunden von besonderer Bedeutung, insbesondere in einer zunehmend multipolaren Weltordnung.“
Der Jugendpreis geht an die Organisation socioMovens
Der Jugendpreis des Westfälischen Friedenspreises 2026 geht an die Organisation socioMovens – Giving Europe a Soul. Das Jugendnetzwerk mit Wurzeln in Mittel- und Osteuropa fördert soziales Engagement, europäische Verständigung und eine werteorientierte Jugendkultur. In internationalen Jugendcamps und Projekten vermittelt socioMovens den Geist eines solidarischen, friedlichen Europas – ganz im Sinne des Westfälischen Friedens von 1648.
„Die Organisation socioMovens verleiht Europa eine Seele“, sagt Dr. Reinhard Zinkann. Mit diesem Appell von Jacques Delors hat die Organisation ein Motto, unter dem seit 2013 zahlreiche soziale Jugendprojektwochen mit jungen Menschen in Mittel- und Osteuropa durchgeführt werden. Mit dem Ziel, durch Engagement für eine menschenwürdige Gesellschaft gemeinsam Zukunft zu gestalten, bringen sich junge Menschen in diesen Wochen gemeinsam mit ihren örtlichen kirchlichen Einrichtungen und Freiwilligen ein. Die Wochen stehen unter einem bestimmten sozialen oder ökologischen Thema und werden in Kooperation mit der Stiftung socioMovens und der Kommende Dortmund, dem Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, umgesetzt. Der internationale Partnerverein socioMovens e.V. kümmert sich um die Mitgliedschaft und unterstützt die Stiftung.
In den Projektwochen erleben die jungen Menschen intensiv den Wert von Gemeinschaft. Motiviert durch erlebnispädagogisches Lernen und informelles Lernen erforschen sie ihre jeweiligen Projektthemen und entdecken, dass sie dazu beitragen können, unsere Welt gerechter, friedlicher und solidarischer zu gestalten. Mit diesem Ziel bleiben sie in lokalen Engagement-Gemeinschaften vernetzt und tauschen ihre Erfahrungen im europäischen Netzwerk von socioMovens aus.
Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens wurde aus Anlass der 350-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens im Jahr 1998 erstmals und seitdem alle zwei Jahre im Rathaus von Münster verliehen. Der tschechische Präsident Vaclav Havel war 1998 der erste Preisträger. Weitere Preisträger sind Helmut Kohl, Carla del Ponte, Kurt Masur, Valery Giscard d’Estaing, Kofi Annan, Daniel Barenboim, Helmut Schmidt, die Internationale Space Station, König Abdullah II., die baltischen Staaten, Alexis Tsipras und Zoran Zaev sowie Emmanuel Macron und Margot Friedländer.
Seit Gründung ist der Westfälische Friedenspreis zweigeteilt, in einen Haupt- und einen Jugendpreis. Preisträger waren u.a. die Sternsinger, die jungen Malteser, Children for a better world, die Pfadfinder und Plant-for-the-Planet.
Mit der Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens knüpft die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. an den Friedensschluss von Münster und Osnabrück an. Gleichzeitig will sie einen Beitrag zu der noch nicht abgeschlossenen Diskussion und Umsetzung der inneren Struktur der Europäischen Union leisten.
















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