Struwen backen – Ostervideo 4/6

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Struwen backen: Im Münsterland werden an Karfreitag traditionell Struwen gegessen – das sind kleine, in Öl gebackene Hefepfannkuchen. Den Struwen werden für gewöhnlich Rosinen hinzugefügt; serviert wird er als Mittagstisch mit Apfelmus oder Zimt und Zucker. Oft wird zuvor auch eine Milch- oder Biersuppe gereicht.

Westfalium zeigt in einem Video, wie Struwen zubereitet wird (bitte anklicken):

Hier noch einmal die Liste der Zutaten:

500 g Mehl
4 Eier
3/8 l Milch
40 g Hefe
2 EL Zucker
Salz
125 g Rosinen
Fett zum Backen

Auch gibt es eine Ei-freie Variante des Struwens, bei der statt Weizenmehl Buchweizenmehl für den Teig verwendet wird. So schmeckt der Struwen guten Gewissens auch während der strengen Fastenzeit.

Westfalium-Serie: Osterbräuche in Westfalen

Teil 1/6: Palmsonntag – online
Teil 2/6: Kreuztrachten – online
Teil 3/6: Krachnacht in Hallenberg – online 
Teil 4/6: Struwen backen

Struwen (plattdeutsch, auch Struven oder Strüvken, Ölgekläppkes oder Oilkräppkes, Püfferchen oder Püffelkes) sind Hefepfannkuchen, die vor allem im Münsterland, aber auch in Gegenden des Niederrheins traditionell am Karfreitag gegessen werden. Das Wort Struwen leitet sich vom altsächsischen Wort „struva“ ab. Es bedeutet so viel wie „etwas Gekräuseltes“, „etwas Krauses“. Sprachgeschichtlich verwandt sind Wörter wie „Strubbel“, „Struwwel“ und „strubbelig“ (wie in „Struwwel-“ oder „Strubbelpeter“) oder „sich sträuben“.

Struwen

Apfelkompott oder Rübenkraut schmecken zu Struwen besondern gut – Foto Wikimedia

Erstmals nachgewiesen werden das Struwen backen in einer auf Latein verfassten Urkunde aus dem Jahr 1090. In ihr bestimmte Bischof Erpho von Münster anlässlich einer Auseinandersetzung zwischen der Äbtissin und den Stiftsdamen des Klosters Freckenhorst, dass den Klosterfrauen an verschiedenen Feiertagen, so an Weihnachten, Ostern und Pfingsten, zum Abendessen eine Speise gereicht werden solle, die vom Volk allgemein „struva“ genannt werde. Heute werden Struwen als Fastenspeise in der Regel nur noch an Karfreitag gebraten oder gebacken. In der Urkunde des 11. Jahrhunderts war der Karfreitag nicht genannt worden.

Das Rezept entstammt dem Kochbuch „Das Kochbuch aus Westfalen – Bodenständige Rezepte vom Lande“ aus dem Warendorfer Verlag SCHNELL, das auch im Westfalium-shop erhältlich ist.

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