Mit Meisterbrief selbständig machen: Während andere Kinder vielleicht am Computer spielten, stand Daniel Bornemann lieber neben seinem Großvater in der Garage an der Schweißanlage. Dort lernte er früh, wie aus Metall mit Geschick, Präzision und Geduld etwas Dauerhaftes entsteht. Diese Begeisterung ließ ihn nie los. Nach seiner Schulzeit absolvierte Bornemann eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei der Firma Egger in Brilon. Doch schnell wurde ihm klar: Er wollte sich selbständig machen, mehr Verantwortung übernehmen und sein handwerkliches Können weiterentwickeln. Deshalb entschied er sich für den Meisterkurs am Berufsbildungszentrum Arnsberg der Handwerkskammer Südwestfalen (bbz). Dass sein damaliger Arbeitgeber ihn für diese Zeit freistellte und finanziell unterstützte, zeigt auch, wie wichtig gut ausgebildete Fachkräfte für die regionale Wirtschaft sind. Im Mai 2020 bestand Bornemann – mitten in der Corona-Pandemie – seine Meisterprüfung.
Viele junge Menschen verbinden das Handwerk noch immer mit körperlich harter Arbeit und wenig Entwicklungsmöglichkeiten. Doch die Realität sieht längst anders aus. Moderne Handwerksbetriebe arbeiten mit digitaler Planung, individueller Konstruktion und hochspezialisierten Fertigungstechniken. Auch Bornemanns Alltag zeigt diese Vielfalt. In seiner Werkhalle in Brilon entstehen Geländer, Tore, Balkone, Treppen und individuelle Sonderlösungen. Dabei geht es nicht nur ums Schweißen: Planung, Kundenberatung, Konstruktion und Organisation gehören ebenso dazu.

Neben Planung und Bürokram kann Daniel Bornemann auch noch die Funken sprühen lassen – Bild Handwerkskammer Südwestfalen
„Aus dem Nichts etwas zu schaffen“ – genau das fasziniert den jungen Unternehmer bis heute an seinem Beruf. Für ihn ist Metallbau nicht einfach ein Job, sondern eine Kombination aus Kreativität, technischem Verständnis und sichtbaren Ergebnissen. Gerade diese Sinnhaftigkeit macht das Handwerk für viele junge Menschen wieder interessant. Wer am Ende des Tages sehen kann, was er geschaffen hat, erlebt Erfolg unmittelbar. Nach seiner Meisterprüfung arbeitete Bornemann zunächst als Vorarbeiter. Parallel baute er sich mit einem Nebengewerbe Schritt für Schritt einen eigenen Kundenstamm auf. Die Nachfrage wuchs stetig – bis schließlich die Entscheidung fiel, vollständig in die Selbstständigkeit zu wechseln.
Serie: Interessante Angebote für Ausbildung und Beruf in der Region
Bisher erschienen:
- Kreative Lehrberufe
- E-Learning Sauerland
- Duales Studium BWL in Iserlohn
- Selbständig machen mit Meisterbrief
- Ausbildung IT bei Atruvia
Heute beschäftigt Daniel Bornemann mehrere Mitarbeiter und denkt langfristig. 80 bis 90 Prozent seiner Kunden sind Privatkunden – Menschen, die Wert auf individuelle Handarbeit legen. In seiner Werkhalle unterstützen ihn ein Geselle sowie zwei Minijobber, beide Konstruktionsmechaniker. Ein weiterer Mitarbeiter qualifiziert sich derzeit am bbz zum Schweißfachmann. Was ihn nach der Gründung überrascht hat? „Ich war erschrocken, wie viel Zeit das Büro braucht“, gibt er offen zu. Angebote schreiben, Rechnungen erstellen, Kundenkontakte pflegen – die Schreibtischarbeit eines Selbstständigen sei nicht zu unterschätzen. Dennoch hat Bornemann klare Prioritäten: „Hier wird das Geld verdient“, sagt er mit Blick auf die Werkstatt.
Förderbedingungen so gut wie nie: Mit dem Aufstiegs-BaföG können bis zu 75 Prozent der Lehrgangskosten und Prüfungsgebühren gespart werden. Bei bestandener Meisterprüfung gibt es außerdem 2.500 Euro Meisterprämie NRW on top.
Aktuell arbeitet Bornemann rund 60 Stunden in der Woche, samstags immer, sonntags bei Bedarf. „Mir macht das noch nichts aus“, sagt er gelassen. Aber er weiß auch: Das soll kein Dauerzustand sein. Mit neuen Mitarbeitern soll sich das ändern. Sein Ziel ist klar: Selbst planen und konstruieren, die Fertigung in der Werkstatt aber zunehmend von seinem Team abarbeiten lassen.

Konsequenter Weg: Metallbauermeister Daniel Bornemann hat sich seinen Traum von der Selbständigkeit erfüllt – Bild Handwerkskammer Südwestfalen
Was den jungen Unternehmer trotz der Belastung antreibt, ist die Freiheit: Als Selbstständiger könne er frei entscheiden – das sei ihm wichtig. Nur in der Werkstatt zu stehen und Aufträge abzuarbeiten, wäre nichts für ihn. Solche Entwicklungsmöglichkeiten machen das Handwerk attraktiv. Junge Menschen können Verantwortung übernehmen, eigene Ideen verwirklichen und früh unternehmerisch tätig werden.
Selbständig machen – weniger Risiko mit Meisterbrief
Geschichten wie die von Daniel Bornemann zeigen, wie wichtig Vorbilder für den handwerklichen Nachwuchs sind. Dazu braucht es aber auch Unterstützung: starke Ausbildungsbetriebe, moderne Bildungszentren und Institutionen wie die Handwerkskammer Südwestfalen, die junge Menschen auf ihrem Weg begleitet – von der Ausbildung bis zur Meisterprüfung bis zum selbständig machen.
Meister werden – gute Gründe:
- Wissen und Können erweitern
- Aufstiegschancen verbessern
- Einkommen erhöhen und Existenz sichern
- Selbstständig machen
- Nachwuchs ausbilden – Ausbildungsplätze schaffen – Zukunft sichern
- Chance zur Selbstverwirklichung
- Fachliche Autorität stärken – als anerkannte/r Experte/Expertin
- Geringeres Risiko, arbeitslos zu werden
- Führungspositionen übernehmen
- Mitbestimmung im Betrieb bei Entscheidungen und Arbeitsabläufe
- Qualitätsstandards sichern
- Zugang zu weiteren Qualifikationen (z.B. Betriebswirt des Handwerks)
- Höheres Ansehen bei Kunden und Partnern – Meistertitel als „Qualitätssiegel“
- Bessere Verhandlungsposition – bei Löhnen, Projekten und Kooperationen
- Persönliche Erfüllung
Das Handwerk bietet nicht nur sichere Arbeitsplätze, sondern auch echte Erfüllung. Wer mit Leidenschaft arbeitet, Verantwortung übernimmt und den Mut hat, seinen eigenen Weg zu gehen, findet hier beste Zukunftsperspektiven.Daniel Bornemann bringt es auf den Punkt: „Man muss das machen, wo man Spaß dran hat – nur so entsteht Leistungsbereitschaft.“ Entscheidend sei die innere Haltung: „Wenn man dafür brennt und Einsatz zeigt, dann kommt der Erfolg von selbst.“ rio
Berufsbildungszentrum Arnsberg, www.bbz-arnsberg.de
















Speak Your Mind