Münster: Henry Moore. Impuls für Europa

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Münster – Als ein besonderer Publikumsmagnet im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster erweist sich die aktuell Sonderausstellung über den britischen Bildhauer Henry Moore (1898 – 1986).  Es ist dies die umfangreichste Werkschau in Deutschland seit 18 Jahren. Die Schau “Henry Moore. Impuls für Europa” ist noch bis zum 19.März in Münster zu sehen. Die spektakuläre Ausstellung legt gleichzeitig den Fokus auf die wechselseitigen Inspirationen von Moore und 16 weiteren europäischen Künstlern. 40 Jahre nach dem letzten Besuch Moores in Münster kehrt der “Picasso der Skulptur” in das Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zurück.

Henry Moore-Plastik empfängt die Besucher zur große Retrospektive - Foto: Jörg Bockow

Henry Moore-Plastik “Der Schütze” empfängt die Besucher zur große Retrospektive – Foto: Jörg Bockow

“Mit dieser Ausstellung setzen wir gemeinsam ein Zeichen für Kulturarbeit in Europa, die hoffentlich auch nach der Umsetzung der Brexit-Vorhaben solch fruchtbare und für die Kultur so notwendige Kooperationen ermöglicht”, beschrieb Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin, die erstmalige Kooperation der Tate, dem Kunstmuseum in London, mit dem LWL-Museum in Münster.

Presented by the artist 1978© The Henry Moore Foundation. All Rights Reserved

Presented by the artist 1978 – © The Henry Moore Foundation. All Rights Reserved

64 Objekte kommen von Tate, der zweitgrößten Moore-Sammlung weltweit. Als einer von zwei Kuratoren hat Dr. Chris Stephens, Tate, die Auswahl der entliehenen Moore-Exponate getroffen. Im engen Austausch mit der zweiten Kuratorin der Ausstellung, Dr. Tanja Pirsig-Marshall vom LWL-Museum, wurde der Blick geschärft für Moores Werke, die Einflüsse von anderen Künstlern erkennen lassen und die besonders auf Künstlerkollegen gewirkt haben.

Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin, Dr. Chris Stephens, Kurator Tate, Dr. Tanja Pirsig-Marshall, Kuratorin LWL-Museum für Kunst und Kultur und Dr. Hermann Arnhold, Direktor LWL-Museum für Kunst und Kultur vor dem Kunstwerk "Two Piece Reclining Figure No. 9" von Henry Moore (Tate: Presented by the artist 1978 © The Henry Moore Foundation)

Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin, Dr. Chris Stephens, Kurator Tate, Dr. Tanja Pirsig-Marshall, Kuratorin LWL-Museum für Kunst und Kultur und Dr. Hermann Arnhold, Direktor LWL-Museum für Kunst und Kultur vor dem Kunstwerk “Two Piece Reclining Figure No. 9” von Henry Moore
(Tate: Presented by the artist 1978 © The Henry Moore Foundation)

Sieben Monate vor den Skulptur Projekten ehrt das Museum das Werk und Wirken Moores, der bereits bei der ersten Edition der Ausstellung im öffentlichen Raum 1977 mit zwei Papierarbeiten vertreten war. “Moore schaffte Konkretes, wo es notwendig war, und kreierte Schemen, wo es möglich war. Damit setzte er Impulse und regte Diskussionen an, die zahlreiche europäische Künstler inspirierten. Persönlich war es mein großer Wunsch, gut ein halbes Jahr vor den nächsten Skulptur Projekten das Phänomen Moore zu beleuchten” so Dr. Hermann Arnhold, Direktor LWL-Museum für Kunst und Kultur. Die Gegenüberstellung seines Werks mit 16 weiteren Künstlern zeige ganz konkret auf, wie seine Zeitgenossen Moores Arbeiten bewusst aufgenommen und dessen Impulse im eigenen Schaffen haben einfließen lassen.

Henry Moore, Three Points, 1939 - 40, cast before 1949. Tate: Presented by the artist 1978 © Reproduced by permission of The Henry Moore Foundation. Foto: © Tate, London 2016

Henry Moore, Three Points, 1939 – 40, cast before 1949. Tate: Presented by the artist 1978 © Reproduced by permission of The Henry Moore Foundation. – Foto: © Tate, London 2016

120 Exponate – darunter Plastiken, Skulpturen und Papierarbeiten – veranschaulichen auf rund 1.000 Quadratmeter die gegenseitigen Verbindungen der vertretenen Künstler: Neben Werken Moores zeigt die Ausstellung Arbeiten von Theo Balden, Willi Baumeister, Joseph Beuys, Michael Croissant, Karl Hartung, Bernhard Heiliger, Norbert Kricke, Markus Lüpertz, Brigitte Meier-Denninghoff, Toni Stadler und Hans Uhlmann.

Auch Kunstwerke von Künstlern, die Moore inspirierten und mit denen er sich austauschte, sind zu sehen: Hans Arp, Alberto Giacometti, Barbara Hepworth, Henri Laurens und Pablo Picasso.

Henry Moore, Working Model for Three Way Piece No. 1: Points, 1964. Tate: Presented by the artist 1978 © Reproduced by permission of The Henry Moore Foundation. Foto: © Tate, London 2016

Henry Moore, Working Model for Three Way Piece No. 1: Points, 1964. Tate: Presented by the artist 1978 © Reproduced by permission of The Henry Moore Foundation. – Foto: © Tate, London 2016

Die Kulturförderung des British Council verhalf Moore zu zahlreichen Ausstellungen und Verkäufen, was seine Bekanntheit weltweit förderte. Vier Mal nahm er an der documenta in Kassel teil, Außenplastiken in vielen Metropolen der Welt sind Zeugnis seiner Popularität.

In Münster steht seit 1977 Moores große Bronzeplastik “Große Wirbel” am Aasee. Als Teil der jetzigen Ausstellung wird sie ergänzt mit temporär aufgestellten monumentalen Außenplastiken auf den beiden Vorplätzen des Museums. Die Leihgaben aus Berlin, Recklinghausen und Wuppertal sind Zeichen für Kunst im öffentlichen Raum, die Moore bereits in den 1950er Jahren als Vorreiter prägte. Stadtplaner, Bürgerinnen und Künstler diskutierten – nicht nur verbal – die Aufstellung seiner Arbeiten auf städtischen Plätzen. Diese Leihgaben tragen einen wesentlichen Aspekt der Rezeptionsgeschichte in sich.

Henry Moore, Helmet Head and Shoulders, 1952. Tate: Presented by the artist 1978. © Reproduced by permission of The Henry Moore Foundation. - Foto: © Tate, London 2016Foundation. All Rights Reserved

Henry Moore, Helmet Head and Shoulders, 1952. Tate: Presented by the artist 1978. © Reproduced by permission of The Henry Moore Foundation. – Foto: © Tate, London 2016Foundation. All Rights Reserved

Zur Ausstellung erscheinen ein umfangreich bebilderter Katalog im Hirmer Verlag mit Beiträgen von Chris Stephens, Markus Müller, Tanja Pirsig-Marshall und Christa Lichtenstern, sowie ein Audioguide, beide in deutscher und englischer Sprache.

Im Rahmen der Ausstellung laden Führungen und Workshops ein Moores Arbeiten nachzuspüren. Für Pädagogen, Kitas und Schulen werden besondere Führungen und Fortbildungen angeboten. Die Herbststaffel der Filmgalerie lässt unter dem Titel “Sorry, we’re British!” den schwarzen Humor der Insel hochleben. Vorträge und Konzerte runden das Rahmenprogramm ab.

Alle Interessierten sind dazu eingeladen, die Ausstellung am Donnerstag (10.11.) um 20 Uhr gemeinsam mit den Verantwortlichen der Ausstellung zu eröffnen. Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen Tate und dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster.

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Britischen Botschafters Sir Sebastian Wood. Hauptförderer sind die LWL-Kulturstiftung, die Kulturstiftung der Länder, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und die Rudolf-August Oetker-Stiftung. Die Stiftung Kunst³, der Stifterkreis des LWL-Museums für Kunst und Kultur, ermöglichte die Ausleihe der drei temporären Außenplastiken.

LWL.Museum für Kunst und Kultur / Westfälisches Landesmuseum / Domplatz 10 / 48143 Münster


 

 


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