Westfalen Classics startet in Lippstadt mit Lust auf musikalische Freiheit. Am 11. September kehrt die klassische Band Spark zurück.

Die Band Spark tritt zum Start der Westfalen Classic am 11. September in Lippstadt auf – Foto Gregor Hohenberg
Blockflöte trifft Puccini, „Carmen“ bekommt ein neues Kleid und Charles Aznavour darf sich unter die Klassiker mischen. Zum Auftakt der Westfalen Classics am 11. September in Lippstadt kehrt die klassische Band Spark zurück. Das Quintett war eine der Entdeckungen der vergangenen Festivalsaison und eröffnet den neuen Konzertreigen mit reichlich musikalischem Eigensinn.
Wer bei Kammermusik an wohlgeordnetes Zusammenspiel in überschaubaren Besetzungen denkt, dürfte an diesem Abend ein paar Überraschungen erleben. Spark bringt rund 30 Blockflöten, Melodica, Violine, Viola, Violoncello und Klavier mit in die Lippstädter Jakobikirche. Vor allem aber fünf Musiker, die wenig Respekt vor musikalischen Schubladen haben.
„Bohemian Spirit“ heißt ihr Programm. Die Reise beginnt im Paris des frühen 19. Jahrhunderts, im Quartier Latin, wo Künstler, Freigeister und Glückssucher ihre eigenen Vorstellungen vom Leben und von der Kunst erprobten. Spark nimmt diese Aufbruchsstimmung beim Wort und macht daraus einen Streifzug durch Stile und Jahrhunderte.

„Bohemian Spirit“ heißt das Programm der Band Spark. Die Reise beginnt im Paris des frühen 19. Jahrhunderts – Foto Gregor Hohenberg
Da erinnert eine Bühnenmusik von Léo Delibes plötzlich an Alte Musik. Puccinis „La Bohème“ begegnet dem gleichnamigen Chanson von Charles Aznavour. Bizets freiheitsliebende Carmen bekommt eine neue Fantasie auf den Leib geschrieben. Dazwischen tauchen selten gespielte Werke von Giacomo Meyerbeer, Ernest Krähmer und Pauline Viardot auf.
Dabei bleibt Spark nicht im Paris des 19. Jahrhunderts hängen. Roma-Melodien finden ebenso ihren Platz wie eigene Stücke der Ensemblemitglieder und neue Kompositionen von Sebastian Bartmann und Elena Kats-Chernin. Aus der historischen Bohème wird so allmählich die musikalische Bohème des Quintetts: Klassik ohne Berührungsängste, virtuos gespielt und mit hörbarer Freude am Experiment.
Spark ist bei den Westfalen Classics kein unbekannter Gast. Das Ensemble sorgte bereits in der vergangenen Saison für Aufmerksamkeit und kehrt nun als Eröffnungsformation zurück. Das passt zum Profil des Festivals, das seit 2005 hochkarätige Kammermusik nicht nur in Konzertsäle, sondern in Kirchen, Schlösser und andere besondere Spielorte Südwestfalens bringt. Spielstätten finden sich unter anderem in Lippstadt, Soest, Warstein, Geseke, Salzkotten und Büren.
Auch nach Spark bleibt das Programm beweglich. Die Saison spannt den Bogen von Vivaldi bis Brahms, vom Tango bis zum Jazz. Wieder dabei ist das Frank Dupree Trio, das bei den Westfalen Classics längst zum Dauerbrenner geworden ist. Gerade diese Ausflüge über die Grenzen der klassischen Kammermusik hinaus gehören inzwischen zum Charakter des Festivals.
Den Anfang aber macht die Bohème. Spark spielt am Freitag, 11. September 2026, um 19 Uhr in der Jakobikirche Lippstadt. Ein Auftakt, bei dem die Blockflöte ziemlich weit von dem entfernt sein dürfte, was mancher noch aus dem Musikunterricht in Erinnerung hat.
Tickets: 30 Euro, ermäßigt 17 Euro; Schülerinnen und Schüler bis 15 Jahre haben freien Eintritt.
Karten gibt es online sowie telefonisch über die Ticket-Hotline 0651 / 97 90 777.














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