Höxter – Mit dem Projekt der Ökomodellregion will das Land den Biolandbau stärken und die regionalen Wertschöpfungsketten ausbauen.
Manche Ernten brauchen einen langen Vorlauf. Wer einen Walnussbaum pflanzt, muss sich zehn Jahre in Geduld üben, bis die ersten Früchte reifen. Ganz ähnlich verhält es sich auch mit den vor fünf Jahren gestarteten Ökomodellregionen. Das Land NRW will mehr Bio auf die landwirtschaftlichen Anbauflächen bringen.
Ökolandbau in NRW ist deutlich unterrepräsentiert
Der Ökolandbau in NRW ist deutlich unterrepräsentiert. Nur etwa sechs Prozent werden biologisch genutzt. NRW und Niedersachsen sind das Schlusslicht im Ökolandbau in Deutschland, hat das Thünen-Institut ermittelt. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 11,5 Prozent. Spitzenreiter im Ökolandbau ist das Saarland. Dort werden bereits 22 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet. Das will auch NRW erreichen. Die Landesregierung hat sich vor fünf Jahren das ehrgeizige Ziel gesteckt, dass bis 2030 der Anteil des Biolandbaus auf 20 Prozent steigen soll. Vorangehen sollen dabei einige ausgewählte Ökomodellregionen. Das sind der Kreis Höxter und das Bergischen Rheinland sowie die Region Niederrhein. Ein Jahr später kamen noch der Kreis Minden-Lübbecke und die Region Münsterland als weitere Ökomodellregionen hinzu.
Dynamischer Prozess im Kreis Höxter
Der Kreis Höxter war ausgewählt worden, weil der Bioanteil hier bereits höher als im Landesdurchschnitt war. Biobetriebe im Kreis Höxter hatten zudem in den Jahren zuvor ihre Flächenanteile immer weiter ausgebaut. „Dieser dynamische Prozess, soll durch die Ökomodellregion nun weiter gestärkt werden und die ökologisch erzeugten Produkte aus der Region auch den Weg in die regionale Vermarktung finden”, erklärt Laura Jäger, Projektmanagerin der Ökomodellregion Kreis Höxter.
Im Biolandbau gibt es große regionale Unterschiede. Ökologisch bewirtschaftete Flächen liegen schwerpunktmäßig in Bayern und Baden-Württemberg, gefolgt von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Besonders in diesen Bundesländern aber auch bundesweit wird Ökolandbau besonders auf ertragsschwächeren Standorten mit einem hohen Anteil an Dauergrünland betrieben, erklärt das Thünen-Institut. Die Pachtpreise für Land seien dort eher niedrig und extensiv wirtschaftende Landwirtschaftsbetriebe kommen relativ häufig vor. Diese Bedingungen erleichtern eine Umstellung auf die ökologische Wirtschaftsweise, bei der auf den Einsatz von Mineraldüngern und chemischen Pflanzenschutzmitteln verzichtet wird. Die mit der Umstellung auf Ökolandbau einhergehenden Ertragsrückgänge und ökonomischen Einbußen sind daher vergleichsweise geringer als bei intensiv wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieben auf Hochertragsstandorten wie der Warburger Börde im Kreis Höxter.
Regionalmanagement fungiert als Anlaufstelle
Es wäre ein Leichtes, einfach viel Geld in die Hand zu nehmen und den Ökolandbau gegenüber der konventionellen Landwirtschaft zu subventionieren. NRW hat sich für einen anderen Weg entschieden. Das Land unterstützt die Modellregionen mit einem Regionalmanagement, das mit Vernetzung und Unterstützung die Rahmenbedingungen für den Biolandbau verbessern soll und als Anlaufstelle fungiert. Das kostet 80.000 Euro im Jahr und damit nur einen Bruchteil im Vergleich zu direkten Agrarsubventionen. Allerdings wirkt dieses Mittel entsprechend langsam. Laura Jäger: „An der Ausgangssituation hat sich bis jetzt noch nicht viel geändert, das Ziel von 20 Prozent Ökolandbau in NRW bis 2030 bleibt aber weiterhin gesetzt.“















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