WESTWIND – Festival für junges Publikum in Münster: Nach 25 Jahren kehrt das renommierte Theaterfestival WESTWIND zurück nach Münster – und bringt Bewegung in die Stadt. Vom 30. Mai bis 5. Juni 2026 wird Münster zur Bühne für eines der wichtigsten Festivals für junges Publikum in Deutschland.
Das 42. Theatertreffen NRW zeigt zehn Inszenierungen aus Nordrhein-Westfalen, ausgewählt aus 49 Bewerbungen. Produktionen von Stadttheatern treffen auf freie Gruppen, klassische Erzählformen auf experimentelle Ansätze. Ergänzt wird das Programm durch internationale Gastspiele.
Verantwortlich für die künstlerische Leitung sind das Junge Theater am Theater Münster und das echtzeit-theater Münster. Unterstützt werden sie unter anderem vom Theater im Pumpenhaus und dem Theater in der Meerwiese.
Im Zentrum stehen zehn bemerkenswerte Arbeiten für Kinder und Jugendliche. Die Auswahljury hat Produktionen ausgewählt, die ästhetisch überzeugen und zugleich aktuelle Fragen verhandeln. Vier Beispiele zeigen, wie unterschiedlich der Zugriff sein kann:
„Bääääm“ ist ein körperlicher, energiegeladener Abend. Hier geht es um Wucht, um Impulse, um das, was passiert, wenn Gefühle plötzlich explodieren. Tanz, Bewegung und Rhythmus treiben die Inszenierung voran – direkt, roh und sehr nah dran am Lebensgefühl junger Menschen.

Aus Dortmund kommt die Kinder- und Jugendtheaterproduktion “Das Gewicht der Ameisen” – Foto Birgit Hupfeld
„Tippo und Fleck“ erzählt leiser. Zwei Figuren, unterschiedlich und doch aufeinander angewiesen, tasten sich durch eine fragile Welt. Es ist ein Stück über Freundschaft, über Vertrauen und über die Kunst, sich auf den anderen einzulassen – poetisch, reduziert und mit viel Raum für eigene Bilder.
„Das Gewicht der Ameisen“ richtet den Blick auf die kleinen Kräfte, die Großes bewegen. Es geht um Verantwortung, um Gemeinschaft und darum, was jede einzelne Entscheidung auslösen kann. Ein klug gebautes Stück, das seine Fragen nicht ausstellt, sondern wachsen lässt.
Und dann „1984“ – die Wucht eines Klassikers, neu gedacht für ein junges Publikum. Überwachung, Kontrolle, Wahrheit: Die Inszenierung übersetzt die beklemmende Welt von 1984 in eine unmittelbare, heutige Erfahrung. Kein fernes Szenario, sondern erschreckend nah.
WESTWIND versteht sich nicht nur als Festival, sondern auch als Werkstatt. Workshops, Gespräche und ein Next-Generation-Forum öffnen Räume für Austausch und neue Ideen. Besonders wichtig: Kinder und Jugendliche sind hier nicht bloß Publikum. Sie wirken mit, diskutieren, entscheiden. Eine Kinderjury, eine Jugendjury und eine Erwachsenenjury vergeben am Ende drei gleichwertige Preise.
Was dieses Festival besonders macht, zeigt sich zwischen den Aufführungen. In Gesprächen über Teilhabe, über Gerechtigkeit, über die Frage, wie Theater Räume öffnen kann. Nicht als Theorie, sondern als gelebte Praxis.
WESTWIND ist damit mehr als eine Leistungsschau. Es ist ein Ort, an dem sich zeigt, wie lebendig und notwendig Theater für junges Publikum ist. Laut, neugierig, offen. Und mitten in der Stadt.
Gefördert wird das Festival vom Land Nordrhein-Westfalen, der Stadt Münster sowie der Fritz Terfloth Stiftung.

















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