Eckankar – „HU“ singen und glücklich sein

In der Eckankar-Bewegung ist das Singen des Mantras „HU“ ein zentrales Element. Das Singen von einsilbigen Mantras ist im Hinduismus eine weit verbreitete Praxis. Mantras sind „Klangkörper“ einer spirituellen Kraft, die sich durch meist repetitives Rezitieren im Diesseits manifestieren soll.

Eckankar

Seit 2025 ist Doug Kunin „Mahanta,
der Lebende ECK-Meister“ – Bild Eckankar

Eckankar ist eine weltweit verbreitete neuereligiöse Bewegung, die 1965 in den USA von Paul Twitchell gegründet wurde. Sie versteht sich als Weg zu spiritueller Freiheit. Ihre Wurzeln liegen unter anderem in der Sant-Mat und Radhasoami-Tradition, die im indischen Raum entstanden sind und stark auf Meditation, innere Erfahrung und die Führung durch einen spirituellen Meister setzen.

Eckankar – Mantra, Meditation, innere Erfahrung

Pfarrer Olaf Schmidt, der im Zentrum der Ökumene der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Beauftragter für Weltanschauungsfragen ist, sieht Eckankar als „Neureligion mit esoterischem Hintergrund, die einige hinduistische, theosophische und sufistische Versatzstücke für den postmodernen Menschen des Westens adaptiert.“ Die Gruppierung sei bisher weder durch Skandale aufgefallen noch durch manipulatorisches oder ausbeuterisches Verhalten, erklärte Schmidt auf Anfrage der Frankfurter Rundschau.

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Im Zentrum der Eckankar-Lehre steht die Vorstellung, dass der Mensch in seinem innersten Wesen „Soul“, also eine ewige, göttliche Seele ist. Diese Seele sei unsterblich, kreativ und dazu bestimmt, sich über viele Inkarnationen hinweg zu entfalten. Die Lehre betont, dass spirituelle Erkenntnis nicht durch Glauben, sondern durch „direkte persönliche Erfahrung“ gewonnen wird. Dazu gehören Erlebnisse von innerem Licht und Ton, die als Ausdruck des ECK, des göttlichen Geistes, verstanden werden.

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Die Eckankar-Bewegung ist 1965 in den USA entstanden – Bild Eckankar

Das „HU-Singen“ ist für ECK-Anhänger von zentraler Bedeutung. HU ist ein einfaches spirituelles Mantra, das als „Liebeslied an Gott“ beschrieben wird. Das Singen von einsilbigen Mantras ist im Hinduismus eine weit verbreitete Praxis. Mantras sind „Klangkörper“ einer spirituellen Kraft, die sich durch meist repetitives Rezitieren im Diesseits manifestieren soll.

Repititives Rezitieren

Durch das Singen des HU sollen sich Bewusstsein, Intuition und innere Ruhe vertiefen. Viele Anhänger berichten, dass diese Übung ihnen hilft, Klarheit zu gewinnen und eine stärkere Verbindung zu ihrer eigenen Seele zu spüren. Weitere wichtige Elemente der ECK-Lehre sind bewusste Träume, spirituelle Übungen und sogenanntes „Seelenreisen“, bei denen das Bewusstsein über die Grenzen des Körpers hinaus erweitert werden soll.

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Der ECK-Tempel, Zentrum der Eckankar-Bewegung, im US-amerikanischen Chanhassen – Bild Wikipedia/Bobak Ha’Eri

Der spirituelle Leiter der Eckankar-Bewegung ist heute Doug Kunin, der den Titel „Mahanta, der Lebende ECKMeister“ trägt. Dieser gilt als höchste spirituelle Instanz und als innerer Führer, der ECKisten auf ihrem Weg begleitet. Das internationale Zentrum von Eckankar befindet sich im US-amerikanischen Chanhassen, wo sich auch der markante ECK-Tempel steht. Eckankar ist weltweit in 120 Ländern vertreten, bleibt jedoch zahlenmäßig eine eher kleine Bewegung. Anhänger schätzen vor allem den praktischen, erfahrungsorientierten Ansatz und die Betonung individueller spiritueller Freiheit. Kritiker hingegen verweisen auf die umstrittene Biografie des Gründers und die starke Rolle des spirituellen Meisters.

Eckankar in Deutschland, www.eckankar.de

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