Der Jazzclub Lippstadt: 70-jähriges Jubiläum feiert der Lippstädter Jazz-Verein in diesem Jahr – eine Erfolgsgeschichte. Dass sich internationale Bands für ein Konzert in Lippstadt, einer Kleinstadt mit rund 80.000 Einwohnern, bewerben, das ist für Hermann-Josef Skutnik, Vorsitzender des Lippstädter Jazz-Vereins, keine Seltenheit. Künstlerinnen und Künstler melden sich nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus den USA, der Schweiz oder Dänemark an. Alle haben sie ein erstklassiges Renommee, alle sind Profi-Musiker. Das ist sicherlich ein schlagendes Argument dafür, dass der Jazzclub einen so guten Ruf genießt.

Der Jazzclub-Vorstand mit Hermann-Josef Skutnik, Carsten Dützer, Prof. Dr. Frank Haupert, Maria Pöttker und Godehard Pöttker (v.l.) hat nicht nur ein gutes Gespür für gute Künstler, sondern auch ein gutes Händchen im Umgang mit ihnen (u.)- Bild Marion Heier
Aber hinzu kommt noch mehr: „Vermutlich haben wir uns in der Szene gut herumgesprochen, weil wir den Künstlern mit Respekt begegnen, sie nach den Vorgaben der Deutschen Jazzunion honorieren, ihnen ein warmes Essen, Übernachtung und Fahrgeld bieten“, zuckt er mit den Schultern. „Die treten einfach gerne hier auf“, tippt er auch auf die Möglichkeit, dass der Club je nach Stilistik der Band auf unterschiedliche Locations zurückgreifen kann und auf ein gutes Publikum, „das wirklich zuhört“.
Nachdem der Jazzclub seine angestammte Location in der Blumenstraße aufgrund des scheidenden Inhabers verlassen und eine neue Bleibe suchen musste, hat er sich räumlich und konzeptionell breiter aufgestellt. Zur Verfügung stehen den Jazzfreunden für die Konzerte neben dem Lippstädter Stadttheater die Räumlichkeiten des Kunstvereins, die Jakobikirche als Kulturkirche sowie neuerdings die Tivoli-Lounge, in der der Jazzclub vor Jahrzehnten schon einmal sein Quartier bezogen hatte. „So eine stimmige Atmosphäre spürt die Band natürlich insbesondere“, ist sich Skutnik sicher, dass dies auch eine große Rolle spielt.
Jazzclub Lippstadt – 70 Jahre gute Musik
Die große Feier fand im Mai statt. Da kam nicht nur das Förde-Trio aus Hamburg: Auch bat Club-Fotograf Peter Hoffmann zur Ausstellung mit Schwarz-Weiß-Fotografien von Künstlern, die in den vergangenen Jahren in Lippstadt zu Gast waren. Unter anderem waren es atmosphärisch dichte Close-Up-Fotografien, die einen Giora Feidmann oder Rufus Beck zeigten, der zum Weltkindertag eine Inszenierung des Dschungelbuches vorgetragen hatte, und die ein großes Publikum anzogen, das mit den Jahren ständig gewachsen ist.
Ein gutes Dutzend an Veranstaltungen wird bis Ende des Jahres stattgefunden haben. Und auch das nächste Jahr lässt Großes erahnen: So spielt das Trio Vinorosso am 24. Januar in der Jakobikirche und der Sänger-Pianist Habib Benedikt Elias bringt am 28. Februar 2026 im Stadttheater Lippstadt ein Programm mit Jazz, Chansons und Bossa Nova zu Gehör. Auch Soleil Niklasson mit ihrem Quintett hat sich angekündigt. rio
Jazzclub Lippstadt, www.jazzclub-lippstadt.eu















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