Trotz Demenz Kunst erleben

Paderborn – Mit Demenz Kunst erfahren. Das ist möglich in der neuen Sonderausstellung “Die Hände zum Himmel” im Diözesanmuseum in Paderborn. Am Donnerstag, 20. November, bietet das Diözesanmuseum eine ganz besondere Führung durch die Sammlungspräsentation “Die Hände zum Himmel” an.

Demenz Kunst

Im Diözesanmuseum trotz Demenz Kunst erfahren, ist in einer besonderen Führung möglich – Foto Diözesanmuseum

Unter dem Titel  „Zu Besuch bei alten Bekannten“ bietet das Diözesanmuseum am Donnerstag, 20. November von| 16 bis 17:15 Uhr eine besondere Führung für Menschen mit Demenzerkrankung an. In angenehmer Atmosphäre sind Menschen mit Demenzerkrankung und deren Begleitung herzlich eingeladen, im Diözesanmuseum Augenblicke des (Wieder)Erkennens und der Freude zu teilen. Gemeinsam werden speziell ausgewählte Kunstwerke, darunter Darstellungen „alter Bekannter“ wie Mutter Maria und das Jesuskind besucht. Auch vertraute Heilige wie Martin, Elisabeth, Katharina und Johannes sind zugegen und regen zum Austausch an. Mittels „begreifbarer“ Gegenstände werden Assoziationen und Erinnerungen geweckt, verschiedene Sinne werden angesprochen. Die Führung kostet lediglich den regulären Eintritt. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. 05251 125-1400 oder per Mail museum@erzbistum-paderborn.de Dieses Angebot kann auch individuell von Gruppen gebucht werden.

Skulpturen, Gemälde und Grafiken

Gesten sind ein wichtiger, ein unverzichtbarer Teil unserer menschlichen Kommunikation. Sie spiegeln Emotionen, stiften Beziehungen, markieren Machtverhältnisse, haben symbolische oder spirituelle Bedeutungen. Seit dem 18. Oktober 2025 zeigt das Diözesanmuseum Paderborn ausgewählte Exponate seiner Sammlung unter dem Titel: “Die Hände zum Himmel. Gruß – Geste – Gebet.” Zu sehen sind Skulpturen, Gemälde und Grafiken, Buch- und Schatzkunst.

Kuratiert von Elisabeth Maas

Die Neupräsentation, kuratiert von Elisabeth Maas, ist in fünf Abteilungen gegliedert, und einige der gezeigten Sammlungsstücke waren noch nie im Diözesanmuseum zu sehen. Darunter eine Gottvater-Skulptur von Ernst Barlach, ein seltener spätgotischer Kanzelkorb und eine Beweinung Christi des Kölner Malers Anton Woensam. Die ausgestellten Werke stammen aus den vergangenen rund 1.000 Jahren und so schlägt die Ausstellung einen zeitlichen Bogen vom Mittelalter über die Neuzeit bis in die Gegenwart.

Gestenreich verkünden Engel die Botschaft

Im Fokus stehen die kleinen und großen Gesten, die Skulpturen zu Überbringern von Nachrichten, zu Mahnern oder Wohltätern machen. Auch auf Gemälden kommt den Gesten eine wichtige Rolle zu, nicht selten führen sie zum eigentlichen, zum tieferen inhaltlichen Kern des Dargestellten. Gestenreich verkünden Engel die Botschaft Gottes. Menschen mit gefalteten Händen suchen den Kontakt zum Göttlichen, andere verbergen in Trauer ihr Gesicht. Marienskulpturen aus allen Epochen präsentieren das göttliche Kind auf ähnliche Weise als Erlöser der Welt. Ebenso verhält es sich mit der trauernden Maria, die als Pietà den toten Gottessohn nach der Abnahme vom Kreuz auf ihrem Schloss hält. Ein beeindruckendes Beispiel für eine wirkungsvolle gestische Darstellung ist auch unsere Skulptur des Erzengels Gabriel, der seine Hand ausladend zum Himmel streckt, während er der jungen Maria verkündet, dass sie von Gott auserwählt wurde, durch den Heiligen Geist einen Sohn zu empfangen und zur Welt zu bringen.

Die einzelnen Abteilungen der Sammlungspräsentation widmen sich Themenkomplexen wie „Zwischen Himmel und Erde“, „Herrscher auf dem Himmelsthron“ oder „Von Schmerz und Tod zur Ewigkeit”. Die Darstellungen von Gruß, Geste und Gebet werden hier jeweils zu zentralen, verbindenden Elementen.

Speak Your Mind

*