Eilige Hilfe – alle wohlbehalten zurück

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In der Nacht zum Samstag hatten sich die Einsatzkräfte am Feuerwehrservicezentrum in Unna gesammelt. Foto – Andreas Heinz/Kreis Unna

Unna – Der Hilferuf aus Eschweiler kam am Freitagabend, und noch in der Nacht zum Samstag sind insgesamt 181 Feuerwehrleute aus dem Kreis Unna, dem Kreis Soest und der Stadt Hamm diesem Hilferuf gefolgt. Eilige Hilfe war nötig: Mit 48 Fahrzeugen fuhren sie in das Hochwassergebiet zwischen Aachen und Düren. Wichtigste Nachricht: Alle sind gesund und wohlbehalten zurück, berichtet der Kreis Unna.

Die Einsatzkräfte gehören der 5. Feuerwehrbereitschaft des Bezirks Arnsberg an. Mehr als 60 von ihnen kamen aus dem Kreis Unna. Kreisbrandmeister Thomas Heckmann leitete den Einsatz. Und auch er war am Ende gerührt von der Dankbarkeit der Menschen in Eschweiler selbst, aber auch von der riesengroßen Empathie, die die Einsatzkräfte auf dem Rückweg begleitete: „Die Leute standen auf den Autobahnbrücken und haben uns zugewunken. Aus Fahrzeugen, die uns überholt haben, gab es ein ,Daumen hoch‘. Am Straßenrand standen Menschen, die uns zugejubelt haben.“ Daraus ziehe man Kraft für die nächsten Einsätze.

Was Heckmann und die Einsatzkräfte zuvor in Eschweiler gesehen hatten, war allerdings dramatisch, heißt es in der Pressemeldung des Lreises Unna: „Der Pegel des Flusses Inde liegt normalerweise bei 60 Zentimetern, und seit Mittwoch war er auf 3,80 Meter angestiegen“, schildert Heckmann das, was die örtliche Einsatzleitung den Westfalen bei einer ersten Lagebesprechung um 4 Uhr in der Nacht berichtete. Die Folgen verheerend: ganze Straßenzüge der Stadt, die in etwa so groß ist wie Unna, unter Wasser, massive Störungen in der Trinkwasser- und Stromversorgung, unter anderem ein Krankenhaus, das evakuiert werden musste.

In den frühen Morgenstunden machten sich die Wehrleute als Helfer in höchster Not an die Arbeit. In acht Straßenzügen pumpten sie die Keller der Anwohner leer. Sie halfen dabei, ein Krankenhaus vor dem Volllaufen des Kesselhauses zu bewahren und befreiten Tiefgaragen von den Wassermassen. Heckmann: „Natürlich permanent begleitet von der Sorge, dass man jemanden findet, der nicht mehr lebt.“ Tote zu bergen, blieb den hiesigen Einsatzkräften Gott sei Dank erspart.

Vergleichbares hat der Bönener Heckmann noch nicht erlebt. „Das sind Bilder und Zustände, die wir nur aus Kriegs- und Krisengebieten der Welt kennen. Bislang war es nicht vorstellbar, dass es das in Deutschland gibt“, sagt er.

Eine Bezirksbereitschaft besteht aus der Bezirksbereitschaftsführung und bis zu fünf Zügen. Sie wird aus kommunalen Einheiten von Kreisen und kreisfreien Städten zusammengestellt. Die Bezirksregierungen legen fest, welche Kreise und kreisfreie Städte gemeinsame Bezirksbereitschaften stellen.

Müde und erschöpft, aber sichtbar glücklich über die erfolgreiche Hilfeleistung: Die Einsatzkräfte kurz vor der Abfahrt an der Feuerwache in Eschweiler. – Foto Niklas Fink/Kreis Unna

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