Feuerräder laufen virtuell in Lügde – Ostervideos 4/5

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Lügde – Zum zweiten Mal hintereinander musste der traditionelle Feuerräder-Lauf im lippischen Lügde am diesjährigen Ostersonntag ausfallen. Als kleinen Trost hat der Lügder Dechenverein, der den Lauf der brennenden Eichenräder vom Osterberg ins Tal organisiert, einen knapp 40-minütigen Film produziert, der die Geschichte, die Macher und die Vorbereitungen des Osterräderlaufs vorstellt. Am Ostersonntag um 21:00 hatte der Film Premiere hatte und kann jetzt online angeschaut werden:

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Eigentlich geht Ostern in Lüdge so: Am ersten Ostertag nach Einbruch der Dämmerung rollen sechs mannshohe Feuerräder vom Osterberg ins Tal der Emmer. Die massiven Räder aus Eichenholz, die zuvor in der Emmer gewässert wurden, haben einen Durchmesser von 1,70 Metern und wiegen, gestopft mit Stroh, bis zu 400 Kilogramm. Am frühen Nachmittag des Ostersonntags werden die Räder- und Strohwagen nach einem Stadtrundmarsch auf den Osterberg, die Ablaufstelle der Räder, gefahren. Bei Einbruch der Dunkelheit, etwa gegen 21 Uhr also, versammeln sich mehr als 20.000 Zuschauer aus nah und fern am Fuße des Berges.

Feuerräder

Ein Böllerschuss kündigt an, wenn das erste Feuerrad vom Osterberg ins Tal der Emmer rollt – Foto Dechenverein

Ein Böllerschuss kündet schließlich den Beginn an: Das erste Rad wird angezündet. Nachdem das Rad mit einer Abstoßstange in Bewegung gesetzt wird, erlischt das angestrahlte Kreuz auf dem Berg und feierliches Glockengeläut setzt ein. Das Rad rollt rasant ins Tal und zieht dabei eine Feuerspur hinter sich her. In kurzen Abständen folgen noch fünf weitere Feuerräder. Kommen wie Räder gut ins Tal, so wird es – dem alten Volksglauben folgend – ein gutes Erntejahr geben. Beendet wird der Lügder Osterräderlauf durch ein prachtvolles Höhenfeuerwerk. Der feuersprühende Lauf der Osterräder geht wohl zurück auf den heidnisch-germanischen Sonnenkult, in dem das Feuerrad ein Sinnbild der Sonnenscheibe war. Auch die germanische Frühlingsgöttin Ostara wird häufig mit dem Räderlauf in Verbindung gebracht. Für die Bewohner der Stadt Lügde sind die Osterräder auch heute noch ein Symbol dies Sieges der Sonne über die kalte, trübe und dunkle Winterzeit.

Der Dechenverein, Ausrichter dieses in der überlieferten Form einmaligen Brauchtums in Deutschland, hat über 600 Mitglieder. Der Osterräderlauf in Lügde könnte sogar immaterielles Kulturerbe der Unesco werden. Zusammen mit dem Rheinischen Karneval hat das Land NRW den jahrhundertealten Brauch als Empfehlung bei der Kultusministerkonferenz eingereicht. Immaterielles Kulturerbe des Landes NRW ist er schon.

Die Westfalium-Ostervideos:

 

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