Allez les boules – Skulpturen im Kloster Bentlage

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Westfalen – Zum 100. Geburtstag des Künstlers Ernst Hermanns zeigt das Kloster Bentlage eine imposante Ausstellung. Ernst Hermanns (*1914, +2000) prägte als bedeutender westfälischer Künstler Westfalens maßgeblich die Bildhauerei nach dem zweiten Weltkrieg. Von 1976 bis 1980 lehrte er als Professor am Institut für Kunsterzieher an der Kunstakademie in Münster. Dort leitete er die Klasse für Bildhauerei.

(von links) Die Künstler Otto Boll, Christoph Rust, Stefan Pietryga und Heinz Jahn mit Ferdinand Ullrich von der Kunsthalle Recklinghausen beim Aufstellungsaufbau im Kloster Bentlage

(von links) Die Künstler Otto Boll, Christoph Rust, Stefan Pietryga und Heinz Jahn mit Ferdinand Ullrich von der Kunsthalle Recklinghausen beim Aufstellungsaufbau im Kloster Bentlage

Sieben seiner ehemaligen Schüler stehen seit diesem Studium in enger Beziehung zueinander und gaben den Impuls, den 100. Geburtstag Ernst Hermanns‘ mit einer Ausstellung zu feiern.

Eisenkalotte von Heidemarie Wenzel vor einer Wandarbeit von Harald Busch

Eisenkalotte von Heidemarie Wenzel vor einer Wandarbeit von Harald Busch

Mittlerweile haben sich diese ehemaligen Hermanns-Schüler selbst erfolgreich als Künstler etabliert. In der Ausstellung „Allez les boules“ mit dem Untertitel „… die Weite und der Raum …“ zeigen Otto Boll, Harald Busch, Heinz Jahn, Rolf Nolden, Stefan Pietryga, Christoph Rust und Heidemarie Wenzel ausgehend von der Ökonomie über die Außenanlagen bis ins Haupthaus von Kloster Bentlage ihre aktuellen Skulpturen und Installationen, die sie den Arbeiten von Ernst Hermanns, die im Dormitorium zu sehen sind, gegenüberstellen. Im Kreuzgang findet der Besucher Fotos, Aufzeichnungen, frühe Arbeiten und Skizzenbücher, die die gemeinsame Zeit an der Kunstakademie anschaulich dokumentieren. Übrigens gab die gemeinsame Liebe zum französischen Boulespiel – bei Studienreisen gern praktiziert – der Ausstellung ihren Titel.

Ernst Hermanns arbeitete seit Beginn der 1960er Jahre mit plastischen Elementen, die keine individuelle Handschrift mehr auszeichnet, wie Kugel, Zylinder und Stab, Ring und Scheibe. Sie verdichten sich zu kompakten Konstellationen, spielen mit Wiederholung und Reihung oder artikulieren die Leere, wenn etwa wenige Elemente, wie dünne Rundstäbe oder kleine Kugeln, in der Weite des plastischen Felds miteinander kommunizieren und der Leere Gestalt geben. Seine ehemaligen Schüler setzen dieser formalen Strenge sehr unterschiedliche Positionen gegenüber. Vom Minimalismus und der konkreten Kunst spannt sich der Bogen über In-situ-Arbeiten bis zu Licht- und Videoinstallationen. Sie interpretieren mit eigenen Positionen Hermanns‘ Idee der Konstellation von Körpern im Raum und schaffen so einen für den Besucher sehr spannenden künstlerischen Dialog.

Die Ausstellung im Kloster Bentlage bildet den Auftakt zu einer Ausstellungsreihe, die gemeinsam mit dem Museum DKM in Duisburg, dem Kunstmuseum Gelsenkirchen und der Kunsthalle Recklinghausen veranstaltet wird. Die Ausstellungsreihe wird gefördert durch die Kunststiftung NRW und die LWL Kulturstiftung.

Kloster Bentlage / Bentlager Weg 130  /  48432 Rheine
Telefon 05971 –  918 400
www.kloster-bentlage.de

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