Unsere Stadt soll hässlich werden

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Westfalen – Die behutsame Entwicklung der Soester Altstadt – dies hat sich der 2010 gegründete „Kreis engagierter Bürger (KEB) Stadt Soest und Soester Börde“ auf die Fahnen geschrieben. Unlängst lud der offene und unabhängige Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern zu einem besonderen Stadtrundgang ein unter dem Motto: „Unsere Stadt soll hässlich werden.“

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Der „Kreis engagierter Bürger Stadt Soest und Soester Börde“ lud zu einem ungewöhnlichen Stadtrundgang unter dem Motto „Unsere Stadt soll hässlich werden“ – Foto: Michael Stojan

Die Führung übernahm Michael Stojan, selbst kein Soester, dafür aber Stadtbaurat und Vorstandsmitglied der deutschland- und europaweit tätigen „Gemeinschaft zur Förderung regionaler Baukultur e.V.“. Der KEB macht sich dafür stark, die Soester Altstadt („ein historisches Kleinod“) nicht weiter durch unsensible Neubauten zu zerstören. Der alternative Stadtrundgang machte deutlich: Auch in Soest gibt es so manche Bausünde – und die nicht nur aus den 60er und 70er Jahren, von denen es in Soest im Vergleich zu anderen Städten nicht gar so viele gibt …

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Der KEB fragt: Passt das Gebäude links in das gewachsene Stadtbild von Soest? – Foto: Michael Stojan

Stojan und sein Verein setzen sich kritisch mit Architekten und Investorenbebauung auseinander. „Wir möchten Bürger und Politiker, aber auch Bauherren, Architekten, Handwerker und Bauträger sensibilisieren und motivieren, sich für die Kontinuität der individuellen Planungs- und Baukultur ihres Ortes und ihrer Region einzusetzen“, heißt es auf der Homepage des Vereins. Hintergrund: „Die vertrauten Bilder unserer Städte und Dörfer sind in den letzten Jahrzehnten in erschreckendem Ausmaß durch die kurzlebigen Moden und zeitgeistiger Planung uniformiert worden.“

Letzteres will der KEB in der Soester Altstadt verhindern. Noch ist es Zeit, aber Michael Stojan zeigte bei seinem ungewöhnlichen Stadtrundgang auf, dass es in der Tat höchste Zeit ist, einen Sinneswandel bei Architekten und Planungsbüros einzuleiten. Der Rundgang führte vom Jakobitor durch die Höggenstraße am ehemaligen Rot-Kreuz-Gelände zum früheren Stadtkrankenhaus und weiter über die Schonekindstraße und den Markt zum Lütgen Grandweg und über die Thomästraße um Endpunkt an der Kleinen Helle.

Welche „Bausünden“ diesen Weg säumten lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von Westfalium.

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