Der Kiepenkerl bloggt: Frauenquote

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Die große Koalition hat sich auf eine Frauenquote in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen von 30 Prozent ab 2016 geeinigt. Die Idee ist, dass mehr Frauen in Aufsichtsräten auch für mehr Frauen in Vorständen sorgen. Doch das ist leichter gedacht als umgesetzt, gibt es doch zu wenige gut ausgebildete Anwärterinnen, die systematisch auf Führungsaufgaben vorbereitet wurden.

Der Zickenalarm in Führungsetagen von DAX & Co. wurde zwar abgeblasen, doch auf den Organisationsebenen darunter und in anderen Unternehmen wird munter weitergezickt. Beim Streit um eine Frauenquote erfuhr der Begriff „Miss-Management“ eine neue Bedeutung, denn die Grundlage für typisch „weibliche“ Entscheidungen bilden häufig mangelndes Fachwissen oder fehlende Erfahrung. Die Hotwheels arbeiten nach dem Prinzip: „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“

Aufstrebende Stuntwomen wissen, dass man in Führungspositionen nicht nur durch eigene Leistungen, sondern auch durch die Ängste oder Fehler anderer gelangen kann. Trotzdem sind Doubles an der Unternehmensspitze ganz normale Menschen mit Stärken und Schwächen – sie wollen es nur nicht wahrhaben. Um ihre Schwächen zu kaschieren, bedienen sich überforderte Wolpertingerinnen (Häschen mit Hörnern) der Bonsai-Methode: Aufkeimende Kritik wird radikal beschnitten. Die Folgen sind aus totalitären Staaten hinreichend bekannt: Kritik am Machthaber wird als Majestätsbeleidigung mit aller Härte verfolgt. In Unternehmen werden Opponenten durch absolutistische Strukturen und Kommunikationszensur auf Distanz gehalten. Die kostspieligen Folgen reichen bei Leistungsträgern von innerer Emigration bis zum Burnout – aus Japan und China werden bereits erste Suizide gemeldet.

Im Grunde ist Kritik etwas Positives. Sie gilt als Ansporn für Erneuerungen und fördert die Entscheidungsqualität. Das wussten bereits die Könige und Fürsten im Mittelalter. Sie beschäftigten Hofnarren, die unbequeme Wahrheiten ungestraft aussprechen durften. Doch Miss-Managerinnen zeigen selten Humor und Kritikbereitschaft. Das schadet dem Betriebsklima und stutzt Leistungsträgern die Flügel.

Grundsatzentscheidungen von elitisierten Frauen werden von deren männlichen Kollegen oft nur zähneknirschend akzeptiert, denn die prophezeiten Ergebnisse widersprechen meist ihrer unternehmerischen Lebenserfahrung. Quotilden schweben häufig als Schwert des Damokles über der Realität. Sie arbeiten nach dem Leitsatz: „Aktion jetzt, Planung später.“ Das ist wie ein reziproker Spezifikationskauf: „Das Kostüm nehme ich mit, anprobieren werde ich es später…“ Bei dieser Ausgangslage verhüllen sie strategische Ziele gern mit einem nebulösen Schleier. In diesem Schutz führt Window-Dressing zu einer Umkehr des Imparitätsprinzips: Nicht die Schwächen werden vorrangig bekämpft, sondern die Stärken!

Frauen im Management halten sich häufig für das kommerzielle Gewissen ihres Unternehmens. Diese Fehleinschätzung basiert auf der Überzeugung, dass die Tube wichtiger sei als die Paste. Kein Wunder, dass Lifestyle-Managerinnen übertriebene Repräsentation für einen wichtigen Bestandteil ihrer unternehmerischen und privaten Daseinsvorsorge halten. Dabei verwechseln sie Stil mit Inszenierung und Dekoration. Doch Stil ist wie ein gutes Betriebsklima nicht käuflich.

Die Frage des optimalen Emeritierungszeitpunkts von Miss-Managerinnen stellt sich bereits kurz nach Verstreichen der Wechseljahre zu anderen Unternehmen. Prof. Dr. von den Socken stuft eine Abtakelung als zu früh ein, wenn die Spitzenkraft noch keine Gelegenheit hatte, dem Unternehmen ernsthaft zu schaden.

P.S.: Dass in vielen Firmen gut ausgebildete und führungsstarke Managerinnen und leitende weibliche Angestellte sehr erfolgreich arbeiten, soll nicht unerwähnt bleiben.

 

 

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