Neues von den westfälischen Galerien

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Westfalen – Wer als Galerist in Westfalen sein Geschäft machen will, der braucht vor allem Enthusiasmus, Engagement und Risikobereitschaft. Denn es ist harte Arbeit und ein wirtschaftliches Risiko, Newcomer am Markt zu platzieren. Galeristen sind wie Trüffelschweine. Sie investieren in Ausstellungen, Vernissagen sowie Kataloge, und sie hoffen auf Kunstfreunde, die sich ihre Freude etwas kosten lassen. Museale Ausstellungsorte wie Kunstvereine und Kunsthallen oder die rührigen Ateliergemeinschaften helfen kaum weiter. Ohne die bunte Galeriewelt, wie man sie in Westfalen vorfindet, funktioniert der ganze Kunstmarkt nicht. Der Galerist ist das Bindeglied zwischen Künstler und Markt. Ein schwieriges Unterfangen mit vielen Unbekannten. Kein Wunder, dass die Galerieszene in Westfalen in steter Bewegung ist. Es wird experimentiert. Altes verschwindet – Neues entsteht.

Marion Grosse-Woestmann: „Chef im Ring“
Foto: Galerie Hoffmann

Münster gibt dafür ein gutes Exempel ab. Wieder einmal hat sich die Münsteraner Galerie Nolte örtlich verändert. Sie ist vom schicken Standort beim Stadthafen an den Spiekerhof, mitten in der Innenstadt, zurückgekehrt. Dabei hat sie sich wieder verschlankt und hofft nun auf die Laufkundschaft, die es am Stadthafen wenig gegeben hat. Kolja Steinrötter ist mit seiner Galerie FB69 ebenfalls direkt in die gute Stube von Münster umgezogen. Auf dem Prinzipalmarkt ist er im Oktober mit einer Ausstellung der schottischen Künstlerin Pamela Tait gestartet.

Mit Trotz stemmt sich Konrad Abeln mit seiner dst.galerie in der Hüfferstraße 18 den Auflösungserscheinungen entgegen. „Reines Privatvergnügen – fünf Jahre dst.galerie“ heißt es dort vom 26. Oktober bis 21. Dezember. Zum Galeriejubiläum werden Werke aus dem Privatbesitz des Galeristen gezeigt. Der Titel „Reines Privatvergnügen“ weist auf die Unverkäuflichkeit der privat gesammelten Arbeiten hin, benennt gleichzeitig ein Extrem im Spannungsfeld zwischen Idealismus und wirtschaftlichem Zwang, in dem sich die Galeristen behaupten müssen.

Platz für raumgreifende Arbeiten: die Galerie m in Bochum
Foto: Eric Jobs/Galerie m

Weitere Neuigkeiten aus der Galerienszene Westfalens sowie eine Übersicht aller Galerien mitsamt ihrer Ausrichtungen und Ausstellungen finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Westfalium. Die Westfalium-Winterausgabe ist seit dem 7. November im gut sortierten Zeitschriftenhandel und in Bahnhofsbuchhandlungen erhältlich – oder im kostenlosen Probeabonnement direkt beim Verlag zu beziehen.

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