Ruhrtriennale: Begegnungen mit dem Tod

Wer in die Unterwelt will, der muss erst einmal aufsteigen. Statt eines Kahns, erwartet die Besucher von „Orfeo. Eine Sterbeübung“ während der Ruhrtriennale in Essen eine Art Grubenbahn. Mit der geht es langsam nach oben. Der vermeintliche Abstieg ins Reich der Toten folgt dann in kleinen Raten. In Gruppen von bis zu acht Personen fährt man in die Mischanlage der Kokerei Zollverein, wo auf einem sogenannten Opern-Parcour der Weg von … [Weiterlesen...]

Ruhrtriennale: Auf dem Abstellgleis

Westfalen - Sinnfälliger kann eine Theaterbühne kaum sein. Die Ruhrtriennale eröffnete in Dinslaken ihren diesjährigen Festpielreigen in der ehemaligen Kohlenmischhalle der Zeche Lohberg – eine monströse Industriekathedrale von 210 Metern Länge, 65 Metern Breite und 35 Meter Höhe. Die beängstigend große Halle bildet einen Korpus, der von Ferne aussieht wie ein kieloben liegender gestrandeter Ozeanriese. Zurückgeblieben vom einstigen Ort … [Weiterlesen...]

Ruhrtriennale präsentiert Programm 2015

Westfalen - Im ersten Jahr unter der künstlerischen Leitung des Theatermachers Johan Simons bringt die Ruhrtriennale vom 14. August bis 26. September 2015 zahlreiche internationale KünstlerInnen in die Metropole Ruhr. Rund 40 Produktionen, davon 33 Eigen- und Koproduktionen, 17 Weltpremieren, Neuproduktionen, Deutschlandpremieren und Installationen sowie viele Konzerte verwandeln die einzigartigen Industriehallen der Region in außergewöhnliche … [Weiterlesen...]

Stimmen lassen in die Seele blicken

Westfalen - "Sänger ohne Schatten von Boris Nikitin, gerade während der diesjährigen Ruhrtriennale in der Halle Zweckel in Gladbeck uraufgeführt, gibt sich als ein kühnes Theater-Experiment. Was auf der Bühne passiert ist als ein Recherche-Projekt angelegt, dem die Zuschauer freundlicherweise beiwohnen dürfen. Die Stoffsammlung scheint noch nicht fertig. Man befindet sich noch mitten im Prozess. In der Maschinenhalle Zweckel ist dafür eine Art … [Weiterlesen...]

Ruhrtriennale: Bizarrer Tanz der Maschinen

Westfalen - Zur Zeit seiner Uraufführung, zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, löste er einen unvergleichlichen Theaterskandal aus: Igor Strawinskys berühmter "Sacre du Printemps" wurde 1913 als ein wütender Schlag ins Gesicht des Bürgertums aufgefasst. Die Partitur ging bis an die Schmerzgrenze, die Musik wurde als Angriff auf das Gehör erlebt. Die Umsetzung als wildes Tanztheater sprengte alle Regeln des klassischen Balletts. Auf der … [Weiterlesen...]

Verstörende Reise durch die Philosophie

Westfalen - Was die "Welt in ihrem Innersten zusammenhält" - das ist die Frage der Fragen. Sie wirft der Mensch auf, seit ihm aufgegangen ist, dass er denken und philosophieren kann. Es ist zumindest ein schönes Spiel. Im Letzten ist es allerdings stets aporetisch und bleibt ohne ein befriedigendes Ergebnis. Was bleibt, ist ein Geheimnis. Es taugt für Religionen - und halt für große Kunst. Letzteres konnte man gerade in Duisburg erfahren - bei … [Weiterlesen...]

Konzert der verrückten Klangmaschinen

Westfalen - Mit einem skurrilen Klangspektakel wurde am vergangenen Wochenende die diesjähige Ruhrtriennale in der Jahrhunderthalle in Bochum eröffnet. Es ist das zweite Jahr von Heiner Goebbels, der in seiner Intendanz erklärtermaßen angetreten ist, möglichst alle „performing arts“, die Schönen und Bildenden Künste unter einem Dach zu vereinigen, ohne die Unterschiede versöhnenzu wollen: Dieser Anspruch war und ist hoch, mithin aber auch das … [Weiterlesen...]

Himmlicher Klang aus 40 Kehlen

Westfalen - Die Ruhrtriennale 2012 geht an diesem Wochenende zu Ende. Rund 50.000 Zuschauer haben in diesem Jahr die Vorstellungen, Performances, Konzerte, Lesungen, Events und Ausstellungen des wichtigsten Theater- und Kunstfestivals in Deutschland verfolgt. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und das Interesse der Medien waren groß, weil in diesem Jahr mehr Spielstätten als die ursprünglich historischen Industriebauten hinzugekommen sind und … [Weiterlesen...]

Meditative Seifenoper

Westfalen - Das erste Bild bleibt haften. Es läßt einen Staunen und versetzt einen in eine Art Trance: In "Soapera" einer Tanzperformance von Mathilde Monnier und Dominique Figarella während der diesjährigen Ruhrtriennale  breitet sich auf der Bühne ganz langsam ein gewaltiger Schaumberg aus. Er wächst von einer mysteriösen Quelle genährt, und er scheint innerlich von Leben erfüllt wie ein monströser Organismus von einem anderen Stern. Er bewegt … [Weiterlesen...]

Kinder an die Macht

Westfalen - Beim letztjährigen Tanzfestival in Avignon hat das Stück mehrheitlich Begeisterung ausgelöst. "Enfants" von Boris Charmatz wurde schon als  d a s  Tanzstück des 21. Jahrhunderts gefeiert. Grund genug, es auch bei der diesjährigen Ruhrtriennale 2012 in der Jahrhunderthalle in Bochum zu zeigen. Doch ganz so wie in Frankreich war die Reaktion des hiesigen Publikums nicht. Es gab neben anhaltendem Applaus durchaus aufgebrachte Buhrufe … [Weiterlesen...]