Paderborn – Kulturbegeisterte Nachtschwärmer kommen in Paderborn am Samstag, 29. August, voll auf ihre Kosten. Die traditionelle Museumsnacht verwandelt die Stadt von 18 bis 24 Uhr wieder in eine lebendige Kulturmeile.
Der Eintritt ist überall frei. Das Diözesanmuseum am Dom wartet sogar mit einer spektakulären Vernissage auf. Bereits um 16 Uhr wird dort die neue Sonderausstellung „Prophezeiungen –Wer deutet die Zeichen der Zeit? “ eröffnet.
Apokalypse bis Algorithmus
Die Ausstellung spannt den Bogen von antiken Orakeln über biblische Apokalypsen bis hin zu modernen Vorhersagen und Algorithmen im heutigen Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Gewissermaßen von Kassandra bis KI. Die Prophetin Kassandra ist der Archetyp einer tragischen Heldin. Der Gott Apollon gab Kassandra wegen ihrer Schönheit die Gabe der Weissagung. Als sie jedoch seine Verführungsversuche zurückwies, verfluchte er sie, auf dass niemand ihren Weissagungen Glauben schenken werde. Auch den Untergang Trojas sieht Kassandra voraus, findet aber kein Gehör. Daraus leitet sich auch der Begriff des Kassandra-Komplexes ab, der das psychologische Phänomen beschreibt, wenn zutreffende Warnungen vor Gefahren oder negativen Entwicklungen mehrheitlich ignoriert, belächelt und nicht geglaubt werden.
Jahrtausende alte Sehnsucht
Dabei ist es eine Jahrtausende alte Sehnsucht des Menschen, einen Blick in die Zukunft zu werfen und den Sinn des Seins zu entschlüsseln. Die Ausstellung geht existentiellen Fragen nach wie: „Was hält die Zukunft bereit?“, „Gibt es eine Macht, die unser Schicksal bestimmt?“ oder „Wer deutet die globalen Krisen unserer Gegenwart?“ Dabei werden wertvolle historische Objekte, Skulpturen, Gemälde und Handschriften aus der Spätantike, dem Mittelalter und dem Barock mit Werken zeitgenössischer Künstler wie Michael Triegel, Christoph Brech, Helmut Kirchlechner und Claudia Brieske verbunden.
Virtuelle Bild- und Klangräume
Die Ausstellung der Reihe Connect# im Diözesanmuseum Paderborn ist eine Kooperation mit dem storyLab kiU im Dortmunder U und inspiriert von der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn. So wurden zwei spezielle Stationen entwickelt, in denen die Besucher virtuelle Bild- und Klangräume durchschreiten. Unter anderem eine “Klangwolke aus Wortfetzen”, die das Museum in einen akustischen Resonanzraum für Prophezeiungen verwandelt. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 31. Januar.
Erzbischöfliches Diözesanmuseum und Domschatzkammer, Markt 17, 33098 Paderborn, Tel. 05251 125-1400, museum@erzbistum-paderborn.de, dioezesanmuseum-paderborn.de















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