Zwei Deutsche im Halbfinale in Halle

Halle/Westfalen – Bei der  33. TERRA WORTMANN OPEN im ostwestfälischen Halle stehen erstmals seit zehn Jahren wieder zwei deutsche Tennisprofis im Halbfinale des ATP-Rasenturniers.

Terra Wortmann

Daniel Altmeier bejubelt seinen Sieg über Daniil Medvedev – Foto TERRA WORTMANN OPEN

Denn nach Alexander Zverev, der am Samstag ab 15 Uhr auf Taylor Fritz trifft, erreichte auch Daniel Altmaier die Vorschlussrunde der 33. TERRA WORTMANN OPEN. Der feierte mit einem 6:4, 6:7, 6:4-Sieg gegen Daniil Medvedev einen der größten Erfolge seiner Karriere.

Der Gegner des 27-Jährigen Kempeners war erst um 22.44 Uhr ermittelt. Zum Abschluss eines elfstündigen Tennis-Marathontages, der um 11.30 Uhr begonnen hatte, besiegte der US-Amerikaner Frances Tiafoe den Kanadier Félix Auger-Aliassime 3:6, 6:3, 7:6(12). In einem Spiel, das Night-Session-Charakter hatte, nutzte Tiafoe seinen fünften Matchball zum 14:12 im Tiebreak. Das Doppel von Daniel Altmaier (mit seinem Partner Joao Fonseca) wurde auf Samstag verschoben.

Daniel Altmaier will ins Endspiel

Als zehnjähriger Junge verfolgte Daniel Altmaier 2009 in der Haller heristo-arena den Finalsieg von Tommy Haas gegen Novak Djokovic – 17 Jahre später kann der Fan von damals selbst ins Endspiel einziehen. „Ich glaube, dass ich jeden schlagen kann – unabhängig vom Belag. Das habe ich schon mehrfach bewiesen. Ich muss nur daran glauben, denn das Spiel ist da“, hatte Daniel Altmaier in Halle schon nach dem Sieg in der ersten Runde gegen Nikoloz Basilashvili gesagt. Nach seinem ersten Hauptrunden-Sieg in Ostwestfalen überhaupt bestätigte der Deutsche seine Worte mit Taten und stürmte jetzt sogar ins Halbfinale – seinem ersten überhaupt bei einem Turnier der 500er-Kategorie. Im Juli 2021 erreichte er schonmal innerhalb von zwei Wochen die Halbfinals bei den 250er-Veranstaltungen in Umag und Kitzbühel, stand aber noch nie in einem ATP-Finale.

Baustein für Altmaiers Erfolg

Ein Baustein für Altmaiers Erfolg ist auch die neue Zusammenarbeit mit Ex-Profi Dustin Brown, der 2014 mit seinem Sieg über Rafael Nadal in Halle für eine Sensation gesorgt hatte. Altmaier sagt zu seinem neuen Trainer: „Er kennt mich, seitdem ich neun Jahre alt bin und hat extrem viel Spaß daran. Es ist einfach sehr harmonisch und läuft hervorragend.“

Siegerpokal in Stuttgart

Frances Tiafoe ist neben Taylor Fritz der zweite Halbfinalist, der schonmal ein ATP-Turnier auf Rasen gewonnen hat. 2023 durfte „Big Foe“, wie er von seinen Freunden gerufen wird, den Siegerpokal in Stuttgart in den Himmel recken. Aus dem Juni 2023 stammt auch seine bislang beste Position im ATP-Ranking, damals wurde er auf Rang zehn geführt.

In Halle ist der US-Amerikaner, dessen Eltern aus Sierra Leone stammen, zum ersten Mal dabei. In seiner Freizeit guckt der 28-Jährige gerne Filme oder unterstützt die Sportmannschaften aus Washington – egal ob die Washington Wizards (NBA), Washington Capitals (NHL) oder die Washington Commanders (NFL). Tiafoe stand schon in 22 Halbfinals und elf Finals. Drei davon konnte er gewinnen: 2023 in Stuttgart auf Rasen, 2023 in Houston auf Asche und 2018 in Delray Beach auf Hartplatz. In Halle möchte er seinen ersten Titel auf der 500er-Tour holen.

Gegen Daniel Altmaier hat der US-Amerikaner eine 4:0-Bilanz, zuletzt siegte Tiafoe in Stuttgart vor einer Woche in der ersten Runde 7:6, 4:6 und 6:4. Das Spiel sorgte für Aufsehen: Zunächst half Tiafoe dem auf dem Rasen ausgerutschten Deutschen nach einem Sturz wieder auf die Beine und reichte ihm den Schläger. Später fühlte sich Altmaier respektlos behandelt, weil Tiafoe sich während der Partie lautstark über Altmaiers Ballwurf ausgelassen hatte.

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