Picasso-Museum erhält Christo-Grafik

Picasso-Museum erhält Christo-Grafik:  Die Christo und Jeanne-Claude Foundation in New York schenkt dem Münsteraner Picasso-Museum die Collage-Grafik “Wrapped Sylvette (Project for Picasso’s Sylvette at Washington Square Village)”.

Picasso-Museum erhält Christo-Grafik

Christo-Kurator Matthias Koddenberg, Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller, Museumsgeschäftsführer Jörg Schlabach (von links nach rechts) – Foto Hanna Neander / Picasso-Museum

Das Museum zeigt aktuell die in Zusammenarbeit mit der Stiftung konzipierte Ausstellung „Christo und Jeanne-Claude: un|realisiert“, die sich erstmals in Deutschland den nicht realisierten Projekten des Künstlerduos widmet.

„Die Schenkungsgeste der Christo and Jeanne-Claude Foundation kommt unverhofft“, erklärt Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Thematisch bildet sie eine wunderbare Klammer zwischen dem Schaffen des Künstlerpaares und Pablo Picasso. Wir sind der Foundation, vertreten durch die Stiftungspräsidentin Karin Barkhorn und Sammlungsleiterin Lorenza Giovanelli, allen voran aber Kurator Matthias Koddenberg zu großem Dank verpflichtet. Thanksgiving wird in Amerika zwar erst am 5. Oktober gefeiert, wir senden aber schon heute unser warm empfundenes Dankeschön über den Atlantik!“

Die Collage-Grafik, die die umfassenden grafischen Sammlungsbestände des Picasso-Museums ergänzen wird, ist bereits jetzt in der aktuellen Ausstellung für das Publikum zu sehen. Sie zeigt Christo und Jeanne-Claudes unrealisierten Vorschlag zur Verhüllung von Picassos monumentaler Betonskulptur „Bust of Sylvette“ und fungiert als verbindendes Element zwischen dem Thema der Ausstellung und dem Namensgeber des Museums.

Als Christo 1958 nach Paris kam, sah er zum ersten Mal Werke von Pablo Picasso mit eigenen Augen. In seiner Begeisterung leistete sich Christo von dem wenigen Geld, das er mühsam angespart hatte, eine ungeheure Extravaganz: eine Picasso-Lithografie, die er in der Galerie Berggruen erwarb. Obwohl er zunächst selbst kubistische Porträts und Landschaften fertigte und damit dem Stil Picassos folgte, wandte sich Christo schon bald von der figurativen Malerei ab.

Ein persönliches Treffen mit Picasso, das der französische Verleger Tériade vermitteln wollte, lehnte Christo vehement ab. Als 1968 Picassos monumentale Betonskulptur „Bust of Sylvette“ nur wenige Gehminuten von Christo und Jeanne-Claudes Atelier entfernt auf dem Gelände der New York University aufgestellt wurde, schlugen die Künstler vor, die Figur symbolträchtig zu verhüllen. „Die Schenkung ist eine wunderbare Anerkennung für den Erfolg der Ausstellung“, erklärt Kurator Matthias Koddenberg. „Dass die Arbeit und die mit ihr verbundene Anekdote eine dauerhafte Heimat im Picasso-Museum finden, schließt den Kreis ihrer Geschichte und ist zugleich von subtiler Ironie.“

Mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher waren seit Eröffnung der Ausstellung Anfang April bereits zu Gast im Picasso-Museum. Die Schau widmet sich noch bis zum 28. Juni 2026 den unrealisierten Projekten des berühmten Künstlerpaares. Die über 100 ausgestellten Werke geben einen umfassenden Einblick in das Schaffen der Künstler, die für die Realisierung ihrer Projekte oft jahrzehntelang gegen technische, rechtliche und administrative Hürden kämpften.

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