Die Kaschubei in Warendorf

 

Warendorf – Mit der neuen Sonderausstellung über die Kaschubei öffnet das Westpreußische Landesmuseum in Warendorf seine Türen zu faszinierenden Sagenwelten.

kaschubei

Regionale und kaschubische Erzähltraditionen miteinander in Beziehung gesetzt – Foto WLM

Unter dem Titel „Vom grundlosen Kolk bis zum Revekohl – Sagenhaftes aus Warendorf und der Kaschubei“ werden bis zum 28. Juni regionale und kaschubische Erzähltraditionen miteinander in Beziehung gesetzt. Die Kaschubei ist eine malerische Kulturlandschaft im Herzen des historischen Westpreußens südwestlich von Danzig im heutigen Polen. Die Landschaft ist geprägt von hunderten Seen, dichten Wäldern und sanften Hügeln. Hier lebt die ethnische Minderheit der Kaschuben mit einer ganz eigenen Identität und Sprache. Und auch ganz eigenen Volkssagen, Mythen und Märchen. In Zusammenarbeit mit dem Warendorfer Kreativstudio kluck.kola und dem Figurenschneider Norman Schneider aus dem angrenzenden Sassenberg werden die kaschubischen Traditionen mit Münsterländischem Know-how lebendig.

Region, die es so nicht mehr gibt

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster ist seit 1960 Westpreußischer Patenschaftsträger. Mit dem Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf wurde ein Safe Space für die Geschichte einer Region geschaffen, die es heute geopolitisch so nicht mehr gibt.

Das Westpreußische Landesmuseum ist in der Bundesrepublik Deutschland die zentrale Einrichtung zur Erforschung und Vermittlung von Geschichte und Kultur des historischen Westpreußen. Dass es gerade in Westfalen beheimatet ist, hat seine eigenen historischen Gründe: Im Jahre 1960 hatte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe eine Patenschaft für die heimatvertriebenen Westpreußen übernommen.

Das 1975 gegründete Westpreußische Landesmuseum war zunächst vor allem für die Westpreußen gedacht, die im Zuge von Flucht und Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkriegs ihre Heimatregion verlassen mussten. Heute richtet es sich an ein geschichts- und kulturinteressiertes Publikum, das größtenteils keinen unmittelbaren persönlichen Bezug zur historischen Region Westpreußen hat.

Grenzübergreifende Arbeit

Die grenzübergreifende Arbeit bildet einen wichtigen Schwerpunkt der Aufgaben, die das Westpreußische Landesmuseum übernommen hat. Sonderausstellungen entstehen häufig in Zusammenarbeit mit polnischen Partnerinstitutionen. Zudem existiert eine Außenstelle des Westpreußischen Landesmuseums in den Räumen des Regionalmuseums in Krokowa/Krockow, unweit von Danzig. Seit Dezember 2014 ist das Museum, das zuvor in Münster-Wolbeck ansässig war, im ehemaligen Franziskanerkloster am Rande der Altstadt von Warendorf untergebracht. Die Geschichte des denkmalgeschützten Bauwerks reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück und ist noch immer präsent, denn die Einrichtung des Ausstellungsbetriebs erfolgte so behutsam, dass überall im Haus Spuren des Klosterlebens sichtbar geblieben sind.

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