Die Tafeln kämpfen mit dem Strukturwandel

Die Tafeln in Deutschland kämpfen mit dem Strukturwandel: Die Tafeln leisten einen wichtigen Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung und die Armut in der Bevölkerung.

Die Tafeln kämpfen mit dem Strukturwandel

Frische Lebensmittel sind sehr gefragt – Foto Unsplash

Aktuell stehen die Tafeln vor großen Herausforderungen

Das Aufkommen an Sachspenden von Obst & Gemüse, Brot und Backwaren, Milchprodukten und Konserven geht zurück, denn: Die Supermärkte planen genauer und vermeiden dadurch Überschüsse.

Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz werden die Einkäufe des Handels aufgrund historischer Daten bedarfsgerechter vorhergesagt.

Kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums reduzieren die Supermärkte ihre Preise, um Waren doch noch zu verkaufen, statt sie an die Tafel zu spenden.

Bäckereien verkaufen ihre Produkte vom Vortag günstiger.

Die Unternehmen selbst kämpfen gegen höhere Einkaufspreise, Löhne, Energiekosten und gegebenenfalls gestiegene Mieten. Menschen, die früher regelmäßig gespendet haben, müssen selbst stärker sparen.

Die Tafeln kämpfen mit dem Strukturwandel

Neben Grundnahrungsmittel sind Obst und Gemüse begehrt – Foto Unsplash

Die Nachfrage nach Lebensmitteln bei den Tafeln steigt

Immer mehr Menschen sind durch gestiegene Lebensmittelpreise, höhere Energiekosten, Mieten oder Niedriglöhne von Armut betroffen.

Durch die steigende Zahl von Geflüchteten und Rentnern aus der Gruppe der Babyboomer gibt es mehr Anspruchsberechtigte.

Weil die zur Verfügung stehenden Spenden nicht ausreichen, müssen einige Tafeln bereits die Neuaufnahme von Kunden ablehnen.

Der demografische Wandel im Ehrenamt

Die Tafeln arbeiten überwiegend mit Ehrenamtlichen. Inzwischen gibt es weniger Helfer bei der Ausgabe oder zur Lieferung von Spenden an Gebrechliche. Die jüngere Generation engagiert sich mehr projektbezogen und nicht dauerhaft.

Die Anspruchsberechtigung wird nachgewiesen durch den Bescheid über Bürgergeld, BAföG, Sozialhilfe oder Grundsicherung.

Eine Entspannung ist nur denkbar, wenn mehr wohlhabendere Menschen regelmäßig haltbare Lebensmittel für die Tafeln kaufen und spenden.

Wer die Quittungen sammelt und am Jahresende auflistet, kann die Summe in der Einkommensteuer als Sonderausgaben für steuerbegünstigte Zwecke geltend machen.

Für eine gewisse Entlastung für die Tafeln könnte es schon sorgen, wenn sich Wohlhabende zum Geburtstag statt persönlicher Geschenke haltbare Lebensmittel für die Tafel wünschen.

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