In Siegen: Die Geschichte vom Soldaten

Siegen – Die Geschichte vom Soldaten, ein Musiktheater zwischen Albtraum und Hoffnung, ist am 4. Oktober 2025 im Spiegelzelt am Unteren Schloss zu sehen. Die um 20 Uhr beginnende Aufführung ist eine Kooperation von Siegerlandmuseum, Bruchwerk Theater und Philharmonie Südwestfalen. Tickets gibt es online unter www.kultursiegen.de.

Das Spiegelzelt am Unteren Schloss in Siegen ist am 4. Oktober 2025 Ort einer bislang einmaligen Zusammenarbeit von Siegerlandmuseum, Bruchwerk-Theater und Philharmonie Südwestfalen - Foto Kultur Siegen

Die Geschichte vom Soldaten: Das Spiegelzelt am Unteren Schloss in Siegen ist am 4. Oktober 2025 Ort einer bislang einmaligen Zusammenarbeit von Siegerlandmuseum, Bruchwerk-Theater und Philharmonie Südwestfalen – Foto Kultur Siegen

Angst vor Krieg und Identitätsverlust – Themen, die uns heute mehr denn je betreffen, bilden den Kern von Igor Strawinskys selten gespieltem Musiktheaterstück „Die Geschichte vom Soldaten“. In enger Zusammenarbeit mit dem Dichter Charles-Ferdinand Ramuz entstand 1918 ein Werk, das gleichermaßen archaisch wie visionär wirkt: eine Parabel über den Verlust der eigenen Seele im Tausch gegen vermeintlichen Gewinn – damals wie heute aktuell.

In einer bislang einzigartigen Kooperation zwischen dem Siegerlandmuseum, dem Bruchwerk Theater und der Philharmonie Südwestfalen wird diese düstere Erzählung neu zum Leben erweckt. Es ist ein interdisziplinäres Kunstprojekt aus Schauspiel, Musik und Tanz. Im Zentrum steht „Die Stimme“ – eine Performerin, die alle Rollen in sich vereint: Erzählerin, Soldat, Teufel. Ihre wechselnden Gestalten sind Ausdruck innerer Zerrissenheit und existenzieller Fragen. Wer bin ich, wenn alles, was mich ausmacht, zur Ware wird?

Spartenübergreifendes Theaterexperiment

Die Bühne wird zum Zwischenraum – ein Niemandsland zwischen Krieg und Heimkehr, zwischen Verführung und Verlust. Die Musik Strawinskys, gespielt von einem Ensemble der Philharmonie Südwestfalen, durchdringt diesen Raum ebenso wie der Körper der Tänzerin und Videoprojektionen. Klang, Bewegung und Bild verschmelzen zu einem emotional aufgeladenen Gesamtkunstwerk.

Die Inszenierung wagt ein spartenübergreifendes Theaterexperiment, das Grenzen auslotet – zwischen Klassik und Performance, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Sie verwandelt den Stoff in ein Echo der heutigen Welt: geprägt von Krisen, Unsicherheiten und der Suche nach innerer Orientierung. Dabei entsteht ein künstlerisches Ereignis. Es entsteht auch ein Reflexionsraum über menschliches Streben, moralische Entscheidungen und die fragile Hoffnung auf Selbstbestimmung. Am Ende bleibt nur eine einzige Stimme. Zurückgeworfen auf sich selbst – und doch nicht ohne Ausblick auf Wandlung und Widerstandskraft. Die Geschichte vom Soldaten wird so zu einem intensiven Erlebnis: poetisch, verstörend, kraftvoll. Und zu einem Aufruf, den eigenen inneren Kompass neu zu befragen – besonders in Zeiten, in denen Orientierung schwerfällt.

Auf kultursiegen.de finden Interessierte weitere Informationen zur Inszenierung und den Beteiligten sowie die Möglichkeit Tickets zu ordern.

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