Korallen in der Klutertwelt

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“Willkommen in der Klutertwelt – Erlebe. Entdecke. Ennepetal” – Man muss nicht auf die Malediven, um Korallenriffe zu sehen. Die gibt es auch in der Kluterthöhle zu bestaunen. Nicht ganz so farbenfroh zwar, aber aus einer Zeit sind sie, als in Ennepetal noch ein tropisches Meer an die Ufer des Kontinents brandete. Beim Besuch des einzigen Nationalen Naturmonuments im Ruhrgebiet erzählen 380 Gänge von den versteinerten Lebewesen. Und noch viel mehr.

Klutertwelt

Bizarr und außergewöhnlich zeigt sich das Innenleben der Kluterthöhle in Ennepe. Foto Klutertwelt/Biermeier Schlingensiepen GbR

Die Gänge sind fast 5.800 Metern lang und entlang ihrer gibt es unterirdische Seen, bizarre, geheimnisvolle Gänge und Hallen zu entdecken. Eine Besonderheit sind die versteinerten Lebewesen eines ehemaligen Riffes, wie Schwämme, Muscheln und besonders schöne Korallen. Die Kluterthöhle bietet eine einmalige Gelegenheit in Deutschland, durch ein versteinertes Korallenriff zu wandern. Das geht im Rahmen einer Führung. Die Luft in der Höhle gilt als besonders heilkräftig und bietet anerkannte Therapiemöglichkeiten bei Atemwegserkrankungen und Allergien. In dieser außergewöhnlichen Eventlocation finden auch ungewöhnliche Veranstaltungen statt.

Zur Geschichte: Schon um 1200 herum haben sich Menschen in der Kluterthöhle aufgehalten. Im Dreißigjährigen Kriege und in späteren Kriegen flüchtete sich die Bevölkerung in die Höhle, die 1884 Heinrich Schmidt gangbar machte. Erstmals vermessen mit einem vollständigen Höhlenplan wurde sie 1910 bis 1914. 1937 wurde sie als Naturschutzgebiet ausgewiesen. 1950 entdeckte August Bartz die Heilkraft der Luft in der Kluterthöhle bei Atemwegserkrankungen. 1954 wurden erstmals Kuren in der Höhle unter ärztlicher Aufsicht vorgenommen. Sie wurde fortlaufend zu einem Infozentrum umgebaut. Seit Mai 2021 werden hier auch Post-Covid-PatientInnen behandelt.

Es werden unterschiedliche Führungen angeboten. Dazu zählen die Schatzsuche, eine Erlebnistour und eine Fossilienreise. Es werden bisher nicht zugängliche Bereiche und ehemals verschüttete Bachläufe angegangen. Höhepunkt inmitten des bizarren Korallenriffs sind die Vorfahren des lebenden Fossils “Nautilus” (Perlboot) sowie viele andere interessante Lebewesen. Zudem gibt es eine Lichtshow mit musikalischer Untermalung im Bereich des gewaltigen Tiefenbachganges. Es werden außerdem Klang-Führungen und Themenwanderungen angeboten. Die Höhle kann auch für Hochzeiten gebucht werden.

Eine Kursitzung für Betroffene, die an Keuchhusten, Bronchitis oder Asthma, Allergien oder Post Covid  erkrankt sind, dauert maximal zwei Stunden.  Ritzen und Poren im Gestein wirken wie ein Filter auf die einströmende Luft; Staub- oder Allergenpartikel werden von Nebeltröpfchen umschlossen und bleiben an den Wänden und am Boden gebunden. Krankheitserreger können sich durch die niedrige Temperatur nicht vermehren und werden eliminiert.

Infos unter www.kluterthoehle.de sowie Tel 02333/988011.

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