Duales Studium: Theorie küsst Praxis SCHULE LEHRE STUDIUM

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Duales Studium – eine echte Alternative zum klassischen Hochschulstdium. Wo früher noch stark getrennt wurde zwischen „Lehre“ und Hochschulstudium, bietet sich den Schulabgängern heute ein differenziertes Angebot an Berufs- und Studienqualifikationen. Das Duale Studium verbindet in hervorragender Weise die Theorie mit der Praxis. Es winken: eine abgeschlossene Ausbildung plus ein akademischer Titel, in der Regel der Bachelor.

Duales Studium

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Wer ein duales Studium zum Beispiel bei Schmitz Cargobull erfolgreich absolviert, hat allen Grund zum Lachen, denn außer dem akademischen Bachelor-Abschluss hat er auch den Gesellenbrief in der Tasche (o.). Das praxisorientierte duale Studium vermittelt den Absolventen ein hohes Maß an praktischem Know-how. Darum sind auch Übernahmen in den Betrieb die Regel – Foto Schmitz Cargobull

Das duale Modell hält viele Vorteile bereit: für die Betriebe, die talentierte Studenten langfristig an die Firma binden und die Ausbildung nach ihren Wünschen gestalten können und für die Studenten, die gleichzeitig zum akademischen Grad – in der Regel ist das der Bachelor –  auch einen Berufsabschluss in der Tasche haben. Das verschafft mehr Spielraum für die Gestaltung der Karriere. Für große und mittelständische Unternehmen gehören Duale Studiengänge mittlerweile zum Alltag.

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Das Erfolgsmodell überzeugt durch die Verknüpfung von hohem Praxisbezug und wissenschaftlichem Anspruch. Mittlerweile ist durch die Zusammenarbeit von Hochschulen und Ausbildungsbetrieben eine Vielzahl an Studiengängen entstanden, die eine starke Spezialisierung aufweisen. Das ist nicht zuletzt einem sich immer stärker diversifizierenden Arbeitsmarkt geschuldet, der die Technologisierung und Globalisierung im Blick hat. Während Betriebswirtschaftslehre, Maschinenbau und Angewandte Informatik zu den Klassikern zählen, gehören Fashion-Management, Architektur- und Immobilienmanagement zu den jüngeren Studiengängen.

Duales Studium

Duales Studium an der Fachhochschule Südwestfalen – das ist Lernen in kleinen Gruppen, aber auch viel Selbststudium.Außerdem gibt es während der ganzen Studienzeit eine Vergütung – Foto FH Südwestfalen

Das berufs- oder ausbildungsbegleitende Studienangebot der Fachhochschulen in NRW ist ein so genanntes Verbundstudium, es verbindet das Selbststudium zu Hause mit dem Präsenzstudium an der Hochschule. „Beides wird optimal kombiniert, so dass sich Berufstätige und Auszubildende parallel zu ihrer normalen Berufstätigkeit oder Berufsausbildung gezielt weiterqualifizieren können, ohne auf das gewohnte soziale Umfeld und ihr Einkommen zu verzichten“, erläutert Birgit Geile-Hänßel von der Fachhochschule Südwestfalen. Das Selbststudium mache rund 70 Prozent des Studiums aus. An der Fachhochschule Südwestfalen etwa werden Übungen und Seminare 14-tägig an rund acht Samstagen pro Semester an den einzelnen Standorten durchgeführt.

Hauptmerkmal des Dualen Studiums ist die Verknüpfung von praktischer Tätigkeit in einem Unternehmen mit den Lehrveranstaltungen in der Hochschule. „Dies setzt immer einen entsprechenden Kooperationsvertrag mit einem Unternehmen voraus“, so Geile-Hänßel. Man unterscheidet zwischen praxisintegrierten und ausbildungsintegrierten Studiengängen. Beim praxisintegrierten Studium arbeiten die Studierenden entweder für einen bestimmten Zeitraum durchgängig im Partnerunternehmen oder aber die Arbeitszeit wird aufgeteilt auf die vorlesungsfreie Zeit, Projektzeiträume oder bestimmte Tage in der Woche, an denen keine Anwesenheit an der Hochschule erforderlich ist. Das ausbildungsintegrierte Studium hingegen ist eine Kombination einer klassischen Berufsausbildung mit einem Fachhochschulstudium. Dabei werden die Studienphasen und die Berufsausbildung zeitlich und teilweise auch inhaltlich miteinander verzahnt. Ein großer Vorteil für die Unternehmen ist, dass die Praxisphasen individuell und bedarfsgerecht gestaltet werden können. Darüber hinaus gibt es Mischformen mit unterschiedlichen Vertragsvarianten, die die Ausbildung oder ein Praktikum umfassen.

Zwar kein duales Studium, aber auch eine Möglichkeit, einen akademischen Grad (Bachelor) zu erwerben, bietet die Fachhochschule des Mittelstands (FHM) an. Hier können alle, die bereits eine Berufsausbildung haben eine akademische Qualifikation obendrauf satteln. „Diese sogenannten Top Up-Studiengänge können von den Berufstätigen verkürzt studiert werden, da die Ausbildung mit angerechnet wird“, so Stefanie Grube von der FHM in Bielefeld. Zuvor erbrachte Leistungen werden für das Studium anerkannt, sogar ohne Abitur. Das ist attraktiv für alle, die sich für einen Führungsposten in der Firma interessieren.

Anders als beim Vollzeitstudium werden dual Studierende hochspezialisiert geschult, weil sie sich von vornherein auf einen ganz bestimmten Schwerpunkt festlegen. Das duale Studium stellt daher auch besondere Anforderungen – nämlich Disziplin – an den Bewerber, der sowohl Theorie pauken, als auch gleichzeitig den Berufsalltag stemmen darf. Dafür aber gibt es auch Geld, nämlich die Ausbildungsvergütung, die je nach Firmenkonzept und Studiengang variiert, in der Regel aber an die Vergütung einer „normalen“ Lehre angelehnt ist. Ein weiterer Vorteil neben der Aneignung von Erfahrung und Wissen in einem speziellen Bereich ist, dass Absolventen oft von der Firma übernommen werden. Was den Berufseinstieg angeht, ist das sehr beruhigend. Wer sich noch nicht auf einen dualen Studiengang festlegen kann, für den empfiehlt sich vor der Bewerbung ein Praktikum in diesem Bereich. Dann geht man auf Nummer sicher. (Marion Heier)

Westfalium-Serie SCHULE LEHRE STUDIUM – Wissenswertes für den Karrierestart in der Heimat

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