Donald Trump mit vernichtender Bilanz

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Donald Trump mit vernichtender Bilanz: Donald Trump wird als Erfinder von beschönigenden Beschreibungen unangenehmer Wahrheiten und rüpelhafter Politik mit Halbwelthintergrund in die Geschichte der amerikanischen Präsidenten eingehen. So ließ er die One-Man-Show seiner Amtseinführung im Weißen Haus als epochales Ereignis darstellen.

Donald Trump mit einer vernichtenden Bilanz

Rückblickend bleibt für den ehemaligen amerikanischen Präsidenten Donal Trump nur eine vernichtende Bilanz – Foto: Pixabay

Seine Pressesprecherin behauptete bei der ersten Pressekonferenz: „Das war die größte Zuschauerzahl, die jemals einer Amtseinführung beigewohnt hat.“ Sie bezeichnete den Wahlsieg sogar als gottgewollt: „Ich denke, Gott ruft uns alle, um verschiedene Rollen zu verschiedenen Zeiten einzunehmen und ich denke, er wollte, dass Donald Trump Präsident wird.“ Sie vergaß zu erwähnen, dass Gott den Präsidenten per Twitter von der Einhaltung der „Zehn Gebote“ entpflichtet hat.

Zu den bevorzugten Falschmeldungen gehört in der Regel ein Superlativ mit dem „Pluralis Majestatis“ (Selbsterhöhung eines Herrschers). Auch Trumps Geschichtskenntnisse werfen kein gutes Licht auf die amerikanische Schulbildung – zumindest nicht auf seine. Bei einem Treffen von Trump mit dem italienischen Präsidenten konnte die Simultandolmetscherin ihre Irritation kaum verbergen, als Trump den Italiener Christopher Kolumbus lobte, der in den USA immer noch als Entdecker Amerikas mit dem „Columbus Day“ gefeiert wird. Als er auch noch über die lange gemeinsame Geschichte der USA und Italiens bis zurück zum alten Rom sprach, war es vollends um die Beherrschung der Dolmetscherin geschehen.

Der britische Botschafter in Washington, Sir Kim Darroch, urteilte in einer geheimen Depesche über Donald Trump: „Unfähig, unsicher und inkompetent.“ In der Lageeinschätzung schrieb er: „Wir glauben wirklich nicht, dass diese Regierung wesentlich normaler, weniger dysfunktional, weniger unvorhersehbar, weniger fraktionsgetrieben, weniger diplomatisch ungeschickt und weniger unfähig werden wird.“

Donald Trum mit einer deprimierenden Bilanz

Herr im Weißen Haus: Donald Trump bleibt als „Meister“ der Fake-News in Erinnerung – Foto Pixabay

Mit dem Abzug der amerikanischen Truppen aus Nordsyrien löste Trump den blutigen Einmarsch der türkischen Truppen aus, um sich nach der befristeten Waffenstillstandsvereinbarung selbst als Friedensstifter zu feiern.

Trumps Erfolgsrezept sollte der Touchdown werden. Als Touchdown wird im „American Football“ ein erfolgreicher Angriff bezeichnet, wenn der Ball in die gegnerische Endzone getragen oder erst dort gefangen wird. Diese Technik nutzte er zu Frontalangriffen gegen Personen, Staaten und Organisationen, die die Umsetzung seiner Ideen behinderten oder ihnen im Weg standen. So kündigte er einseitig Staatsverträge, maßregelte andere Staaten, erhob Zölle auf importierte Waren oder drohte anderen Staaten mit Konsequenzen, wenn sie sich seinen Strafmaßnahmen nicht anschlossen. Dazu zählte auch der angekündigte aber nicht mehr vollzogene Teilabzug amerikanischer Truppen aus Deutschland, weil die Bundesrepublik in seinen Augen nicht genug für Rüstung ausgibt.

Für die Würdigung seiner Taten sorgte er selbst per Twitter – auch wenn er mit leeren Händen dastand. Wichtig für den Diktator in ihm war, dass er von seinen Wählern als unkonventioneller Angreifer und Macher wahrgenommen wurde. Trump ist ein heimlicher Bewunderer von Autokraten, denn er selbst wollte unkontrolliert von Volksvertretern und Medien regieren können. Dafür war er bereit, handfeste Rechtsverletzungen von Machthabern herunterzuspielen. Das galt auch für Präsident Wladimir Putin oder die Diktatoren Kim Jong-un und Kronprinz Mohammed bin Salman. Innenpolitisch blockierte er zeitweise den Staatshaushalt, als der Senat kein Geld für die Mauer zu Mexiko bewilligte.

Die kumulative Inzidenz (CI) beschreibt in der Politik die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Person durch stereotype Wiederholungen eine gewünschte Wirkung erzeugt. So wiederholte Trump penetrant die Mär von dem gestohlenen Wahlsieg. Er wollte partout nicht einsehen, dass ihm der Wahlsieg von den Wählern und nicht von den Demokraten „gestohlen“ wurde. Das haben über 50 Urteile der zuständigen Gerichte eindrucksvoll bewiesen. Der Philosoph Hegel wusste bereit: „Aus Lügen, die wir ständig wiederholen, werden Wahrheiten, die unser tägliches Leben bestimmen.“ Trump hat offensichtlich Inzidenz mit Intelligenz verwechselt. Für Letztere musste er sich immer häufiger selbst loben, denn in der Bevölkerung waren starke Zweifel aufgekommen.

Das Regierungsmodell von Trump bestand aus Zerstörung, Lügen und Selbstverherrlichung. Er hat den Kampf gegen die chinesische Vorherrschaft verloren. China Wirtschaft verzeichnet blendende Zahlen und Amerika steht auf der Verliererliste.

Mit dem Rücken zur Wand begann Trump bereits früh, seine Anhänger mit markigen Worten auf den Wahlkampf 2020 einzuschwören: „Die Demokraten sind lausige Politiker, und sie machen lausige Politik. Mit ihren radikalen linken Vorhaben wollten sie die US-Wirtschaft zerstören.“ Nach solchen verbalen Rundumschlägen hoffte Trump: „Es wird schon etwas hängenbleiben.“ In dieser Phase war das Regieren für ihn zur Nebensache geworden. Rücksicht und Respekt erreichten einen Tiefpunkt.

Die riesige Zahl von Corona-Infizierten und -Toten in Amerika hat bewiesen: „Fakten schafft man nicht aus dem Weg, wenn man sie ignoriert.“ Trump hätte nur auf seine Berater und die Wissenschaftler hören müssen. Stattdessen trat er medienwirksam aus der WHO aus. Auch die Abschaffung von „Obama Care“ war kontraproduktiv, denn sie traf die Ärmsten der Armen.

Der Präsident politisierte den Mund- und Nasenschutz, um die Demokraten als dekadent und im Verfall begriffen einzustufen. Durch die Verharmlosung der Pandemie hat er den Krieg mit fast 500.000 Corona-Toten verloren. Diese Niederlage kostete die Republikaner die Mehrheit im Kongress und im Senat.

Einen Großteil der Trump-Anhänger hat das nicht angefochten. Sie bewundern seine unkonventionelle Art, mit politischen Traditionen zu brechen und seine „moralische Flexibilität“ im Umgang mit der Wahrheit. Bisher haben sich seine wortstarken Ankündigungen allerdings kaum bewahrheitet. Um wenigstens einen Teil seiner Wahlversprechen einzulösen, setzte er vorbehaltlos auf Kohle, Öl und Gas – in einem Land, das nach China der zweitgrößte Emittent von Klimagasen ist. Als legendär gilt ein Tweet, in dem er mutmaßte: „Das Konzept der Erderwärmung wurde von den Chinesen erfunden, um amerikanischen Firmen wirtschaftlich zu schaden.“

Aus dem Motto „America first“ machte Trump „Demokratie last.“ Er machte die stolzen USA zur Balkanrepublik. Das wurde deutlich am Sturm des Kapitols durch seine von ihm angestachelten Anhänger. Sie wollten die Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden verhindern. Nach den turbulenten Ereignissen, schützten hohe Barrikaden und starke Präsenz der Nationalgarde am 20. Januar 2021 die Vereidigung und Amtseinführung von Joe Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

 

Comments

  1. stefan guennewig meint

    zur Info:
    Christoph Kolumbus hieß eigentlich Cristoforo Colombo und war Italiener.
    1451 wurde er in Genua geboren.

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