Nach 140 Jahren: Wieder eine Brauerin bei Fiege

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Bochum – Nach mehr als 140 Jahren gibt es in der Familienbrauerei Moritz Fiege wieder eine Auszubildende zur Brauerin und Mälzerin, berichtet das westfälische Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung. Das Brauen ist auch im 21. Jahrhundert noch eine Männerdomäne. Nur jede zehnte aller Brau-Auszubildenden in Deutschland ist weiblich. „Leona Sandmann (22) gehört dazu“, freut man sich im Bochumer Traditionsbetrieb. Seit Dezember 2020 steht die gebürtige Dortmunderin bei Fiege am Sudkessel. Sie begann ihre Ausbildung zur Brauerin und Mälzerin auf Norderney, im zweiten Lehrjahr kehrte sie ins Ruhrgebiet zurück.

Leona Sandmann macht in der Familienbrauerei Moritz Fieger eine Ausbildung zur Brauerin und Mälzerin – Foto Moritz Fiege

Bier- und Braukultur interessieren Leona Sandmann schon lange. Bereits zwei Jahre vor Beginn der Ausbildung arbeitete sie im Ausschank einer Dortmunder Brauerei. „In dieser Zeit reifte in mir die Entscheidung, Brauerin zu werden“. Weil Leona im Ruhrgebiet keinen Platz fand, machte sie sich nach Norderney auf. Von ihren Mitschülern in der Berufsschule, die sie in Dortmund absolviert, erfuhr das „Kind des Ruhrgebiets“, dass bei Moritz Fiege ein Ausbildungsplatz im zweiten Lehrjahr im Braubetrieb frei sei. „Ich habe mich beworben und konnte direkt ab Dezember 2020 meine Ausbildung in Bochum fortsetzen“, erklärt Leona Sandmann. Die ersten Eindrücke waren sehr positiv, bei Fiege sei alles viel größer als in der Inselbrauerei. Mit ihr gehören aktuell Tim Ubeländer (21) und Robin Krabb (24) zu den Neuen im Kreis der Brauerei-Azubis. Robin hat vorher eine Ausbildung zum Industriemechaniker abgeschlossen und bereits drei Jahre in diesem Beruf gearbeitet. „Beim Vorstellungsgespräch bei Moritz Fiege war ich trotzdem sehr nervös. Die familiäre Atmosphäre und das wertschätzende Miteinander ließ dieses Gefühl schnell verschwinden“, erinnert er sich.

Ziel: Leidenschaft für den Beruf

Holger Kittler, Ausbildungsleiter der Brauer und Mälzer, hält große Stücke auf sein Nachwuchsteam. „Jeder Auszubildende lernt alle Bereiche kennen, damit er oder sie die Faszination des Berufes erspüren kann. Wenn man seine Arbeit gerne macht, dann ist dies auch immer ein Ausdruck von Qualität. Aktuell bin ich bei allen sehr überzeugt, dass sie eine große Leidenschaft für diesen Beruf entwickeln“, sagt der zweite Braumeister.

Ausbildungsquote stabil

Trotz COVID-19-Pandemie hält die Bochumer Familienbrauerei die Neu-Einstellungen der Auszubildenden auf dem Niveau der vergangenen Jahre. Insgesamt sind bei Moritz Fiege derzeit sechs Auszubildende beschäftigt, fünf im Braubetrieb, einer in der Verwaltung. „Eine gute Ausbildung junger Leute ist für uns elementar wichtig“, so Carla Fiege. In diesem Jahr konnte das Unternehmen dabei eine Ausbildungsprämie nutzen. Diese unterstützt kleine und mittlere Unternehmen, die in erheblichem Umfang von der COVID19-Krise betroffen sind und trotzdem 2020 gleich viele Ausbildungsverträge abgeschlossen haben wie im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019. Die Prämie besteht aus einem einmaligen Zuschuss in Höhe von 4.000 Euro.

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