Das beste Café in Westfalen

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Westfalen – Im Jahr 2015 haben die Konditoren in Westfalen-Lippe und Westfalium zum ersten Mal die Auszeichnung „Das westfälische Cafe des Jahres“ für das beliebteste Cafe der Region vergeben. Gewonnen hat ein Cafe aus Ostwestfalen: „Die Nascherei made by Café Lenz“ in Minden. Auf der Westfalium-Website und mit Stimmzetteln in den teilnehmenden Betrieben konnte jeder seine Stimme für das Cafe abgeben, das er am liebsten mag. Immerhin 979 Stimmen wurden abgegeben, eine beeindruckende Zahl. Die Nascherei entschied schlussendlich mit 252 Stimmen das Rennen für sich. Ende Oktober überreichte Westfalium-Herausgeber Dr. Wienand Geuking den Nascherei-Machern die Auszeichnung, die immerhin mit einem ewigen Frei-Abonnement der Zeitschrift Westfalium verbunden ist.

Das beste cafe in Westfalen 2015

die NASCHEREI in Minden wurde 2015 zum Westfälischen Café des Jahres gewählt

Im November 2014 hat Tim Schwengel zusammen mit Mutter Heidi und Vater Jürgen die Nascherei eröffnet. „Wir wollten ein Cafe schaffen, das für junge Leute attraktiv ist“, erklärt der 27-jährige Konditormeister. Und so beeindruckt die Nascherei mit einem rund 350 Quadratmeter großen Gastraum, der sich mit bodentiefen Fenstern nach außen öffnet. Sorgfältig ausgewählte Sitzmöbel und Designerleuchten sorgen für modernen Chic. Details wie ein funktionierender Gas-Kamin, Bücherregale mit liebevollen Accessoires und gerahmte Bilder addieren die persönliche, heimelige Komponente. Ein Fenster erlaubt den Blick in die Backstube: „So können die Gäste sehen, wie viel Mühe wir uns bei unseren Produkten geben“, erläutert Tim Schwengel. Rund 1,6 Millionen Euro hat Familie Schwengel an der Stiftsallee investiert.

Im Jahr 1982 hat Jürgen Schwengel das Café Lenz in der Innenstadt von Minden übernommen, 1985 kam noch das Ratscafé dazu. Aufgrund wachsender Platznot fingen die Schwengels vor einigen Jahren an, für die Produktion einen Standort außerhalb des Zentrums zu suchen. „Wir haben uns dann entschieden, an dem neuen Produktionsstandort auch eine Gastronomie aufzubauen“, erzählt Heidi Schwengel. „Und das sollte dann auch was richtig Gutes werden.“ Sieben Ladenbauer wurden kontaktiert – keiner konnte ein Konzept machen, das den Schwengels gefiel. Schließlich kam die Familie in Kontakt mit der Konzeptwerkstatt aus Osnabrück – und es funkte sofort. Binnen zwei Tagen lieferten die Osnabrücker ein Geschäftskonzept, das die Schwengels überzeugte.

Auch der Standort der Nascherei ist sorgfältig ausgewählt: Der frühere Supermarkt an der aus dem Mindener Stadtzentrum nach Rahden führenden Stiftsallee in Minden bot ausreichend Platz für die Produktionsräume und eine großzügige Gastronomie mit jetzt 140 Sitzplätzen innen und 100 außen – und für 60 Kundenparkplätze. Tim Schwengel: „Gerade für das Frühstücksgeschäft ist das ein Riesenvorteil. Wir haben Kunden aus Espelkamp und Bückeburg und Lübbecke.“

Auch die Freunde der klassischen Konditorenkunst kommen in der Nascherei auf ihre Kosten: Ständig stehen 48 verschiedene Torten und Kuchenspezialitäten in der langen Glastheke, hinzu kommt eine eigene Theke für feine Pralinés und verschiedene Sorten Bruchschokolade aus eigener Produktion. „Wir haben eine lange Konditorei-Tradition“, betont Heidi Schwengel.

Neben der Nascherei konnten bei der Abstimmung zum „Westfälischen Café des Jahres“ außerdem überzeugen: Das Creativ Café in Rahden auf Platz 2, gefolgt vom Café Kraume in Bielefeld auf Platz 3, dem Café Classique in Münster auf Platz 4 und dem Café Hölter in Salzkotten auf Platz 5.

Dank der überraschend positiven Resonanz auf die Publikumswahl haben Westfalium und die westfälischen Konditoren auch 2016 das beliebteste Cafe in Westfalen gesucht. Um die Bedeutung der feinen Kuchenbäckerei stärker zu betonen, beschloss man allerdings eine kleine Änderung: Gesucht wird nicht mehr das Westfälische Cafe des Jahres, sondern die Westfälische Konditorei des Jahres. Mehr als 3.200 Stimmen wurden 2016 online und per Stimmzettel von den Westfalium-Lesern und Konditorei-Gästen abgegeben, und der Sieger war: Die Café-Konditorei Telgmann in Werne. 1.191 Stimmen bekam Telgmann bei der Konditorei-Wahl, das sind überragende 40,75 Prozent aller abgegebenen Voten.

Die Westfälische Konditorei des Jahres 2016 - Cafe Telgmann in Werne

Freuen sich über die Auszeichnung zur „Westfälischen Konditorei des Jahres 2016“: Friedrich und Ute Telgmann mit Westfalium-Herausgeber Dr. Wienand Geuking (v.l.)

„Mit dem Gewinn möchten wir gerne ein Zeichen fürs wunderschöne Werne, aber auch für die – leider – nur noch wenigen traditionsreichen Kaffeehäuser und Konditoreien im Münsterland setzten“, so Konditormeister Friedrich Telgmann während der feierlichen Urkundenverleihung am 29. Oktober 2016. „Durch diese außerordentliche Zustimmung werden wir in dem, was wir täglich machen, bestärkt und freuen uns gewaltig über den Gewinn“, ergänzte seine Frau Ute, die wie ihr Mann den Meisterbrief des Konditoren-Handwerks hat. Westfalium-Herausgeber Dr. Wienand Geuking freute sich besonders über die rege Teilnahme an der Abstimmung: „Im zweiten Jahr der Wahl zur Westfälischen Konditorei des Jahres haben mehr als dreimal so viele Leser und Gäste abgestimmt als vergangenes Jahr. Das zeigt uns, wie stark die Identifikation der Kunden mit ihrem Lieblingscafé ist.“ Das Abstimmungsergebnis beweise, dass die Menschen in den Zeiten von gesichtslosen Coffeeshop-Ketten und hektischem „Coffee to go“ immer noch Wert auf die Tradition und Handarbeit echter Familienkonditoreien legten und das Erlebnis eines in Ruhe genossenen Stücks Kuchen mit einer guten Tasse Kaffee schätzten. Die Café-Konditorei Telgmann steht bereits seit 1870 am historischen Werner Markt für besten Kaffeegenuss und Konditoren-Kunst.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Kreishandwerkerschaft Münster wurde die Westfälische Konditorei des Jahres 2017 geehrt. Die Kreishandwerkerschaft Münster führt die Geschäfte der Konditoreninnung für das Gebiet Ostwestfalen, Münster und die Kreise Borken, Coesfeld und Warendorf. „Wir freuen uns, dass die Ehrung der beliebtesten Konditoreien Westfalens hier bei uns stattfindet“, begrüßte Jan-Hendrik Schade, der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Münster die aus Lippetal-Herzfeld und Dülmen angereisten Gewinner des Wettbewerbs, Bernd Voschepoth und Paul Schulze Berning, den Obermeister der Bäcker- und Konditoren-Innung Soest-Lippstadt, Detlef Kunkel, den Pressereferent der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe, Thomas Behrning, und Dr. Wienand Geuking, den Herausgeber der Zeitschrift Westfalium.

Bei der diesjährigen Wahl zur Westfälischen Konditorei des Jahres wurden insgesamt 11.201 Stimmen abgegeben. „Fast als dreieinhalb Mal mehr als im vergangenen Jahr“, freut sich Westfalium-Herausgeber Geuking über das rasante Wachstum der Publikumsresonanz auf den von Westfalium initiierten und jetzt zum dritten Mal durchgeführten Café-Wettbewerb. Auf das Café Twin in Lippetal-Herzfeld entfielen 2823 Stimmen – damit konnten die Herzfelder Kuchenkönner den ersten Platz gewinnen und darf sich jetzt Westfälische Konditorei des Jahres 2017 für sich gewinnen. 2002 haben die Zwillinge Melanie Stratbücker und Bernd Voschepoth die traditionsreiche Konditorei Voschepoth von ihren Eltern übernommen und ihr folgerichtig den Namen Café Twin gegeben. Seitdem begeistern nicht nur mit leckeren Torten ihre Gäste, sondern auch mit frisch gebackenen Brötchen und selbst gemachtem Eis.

Konditorei des Jahres - WESTFALIUM

In den Zeiten von „Coffee to go“ und Tiefkühl-Torten ist die altehrwürdige Konditorei ein schützenswertes Kulturgut

„Es war ein knappes Rennen“, kommentiert Westfalium-Herausgeber Geuking das Ergebnis der in diesem Jahr zum dritten Mal durchgeführten Wahl. Das 1901 gegründete Café Uckelmann in Dülmen war den Zwillingen aus Herzfeld mit 2.823 Stimmen dicht auf den Fersen – nicht zuletzt dank des weit über Dülmen hinaus bekannten Glühweins, den die Dülmener in ihrer Glühwein-Manufaktur als Rotwein Marzemino und Teroldego und als Pinot Grigio-Weißwein mit den besten Zutaten produzieren und auch in Flaschen verkaufen.

„Es ist immer gut, wenn der Wert des altehrwürdigen Konditorenhandwerks in der Öffentlichkeit gewürdigt wird“, erklärte Detlef Kunkel von der Bäcker- und Konditoren-Innung Soest-Lippstadt bei der Übergabe der Sieger urkunden. „In Zeiten von ‚Coffee to go‘ und industriell gefertigten Backwaren ist die gute alte Konditorei ein erhaltenswertes Kulturgut“, ergänzte Dr. Geuking. „Mit dem Wettbewerb um den Titel Westfälische Konditorei des Jahres wollen wir einen Beitrag dazu leisten.“

Die Wahl der Westfälischen Konditorei des Jahres 2018 konnte mit 1.278 abgegebenen Stimmen die „Schokoladenmanufaktur Sauerland“ in Menden für sich entscheiden. In einer kleinen Feierstunde in der Unnaer Niederlassung der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe übergab Westfalium-Herausgeber Dr. Wienand Geuking die offizielle Wahlsieger-Urkunde an Christian Hömberg, den Betriebsleiter der Schokoladenmanufaktur Sauerland.

Für Schokoladenmanufaktur-Chef Christian Hömberg war der Wahlgewinn auch eine Reise in die eigene Vergangenheit. „Vor drei Jahren hat Café Telgmann die Wahl gewonnen – da habe ich meine Lehre gemacht“ erzählte er bei der Urkundenübergabe, „und Ralf Ilgemann saß bei meiner Meisterprüfung mit in der Jury.“ Der Konditormeister findet es „toll, dass wir das Thema Konditorei so nach vorne bringen können.“ Mit 15 Mitarbeitern – davon fünf Konditoren – realisiert Hömberg in der Schokoladenmanufaktur nach selbst entwickelten Rezepten süße Träume mit Schokoladen aus aller Welt. „Wir haben immer wieder neue leckere Sachen im Angebot – das schätzen die Kunden“, erklärt Hömberg die Beliebtheit der 2016 eröffneten Schokoladenmanufaktur. So gibt es die „Torte des Monats“ – jeden Monat eine andere, „und keine zweimal“, betont der Manufaktur-Chef.

Die Westfälische Konditorei des Jahres 2018 ist auf die selbst hergestellten Tafelschokoladen-Sorten besonders stolz

Die Schokoladenmanufaktur Sauerland stellt 20 verschiedene Sorten Tafelschokolade selbst her. Besonders beliebt: Die Sorte „S1 – Sauerland“ Foto: Beger

Durch große Fenster können die Café-Gäste von ihren Tischen live bei der Produktion der süßen Köstlichkeiten zuzuschauen und sich einen Eindruck von den Leistungen der Konditoren bekommen. Mehr als 20 verschiedene Tafel-Schokoladen stellen die Mendener in ihrer Manufaktur her, darunter eine rosa-rote Variante und die Zartbitter-Schokolade „S1“ mit 72 Prozent Kakaoanteil: „Sie schmeckt so wie das Sauerland – ausgewählte Kakaos von verschiedenen Plantagen geben ihr blumige und holzige Noten“, schwärmt Hömberg. Neben den Schokoladen-Spezialitäten erwartet die Gäste in der Kirchstraße aber auch eine reichhaltige Auswahl an Kaffee- und Frühstücksvarianten, herzhafte Gerichte, Gebäck und fertig zubereitete Geschenk-Verpackungen sowie Weine und Liköre, darunter Schokoladenlikör und Schoko-Sahne-Likör, die Hömberg zusammen mit der Sauerländer Edelbrennerei entwickelt hat.

 

Das Westfälische Café des Jahres 2015: Die Nascherei made by Café Lenz, Stiftsallee 71, 32425 Minden, Öffnungszeiten Mo-Fr 7:00-19:00 Uhr, Sa 7:00-19:00 Uhr, So 8:00-19:00 Uhr, 25.12. und 1.1. geschlossen, Tel. 0571/88915666, www.dienascherei.de
 
Die Westfälische Konditorei des Jahres 2016: Café-Konditorei Telgmann, Markt 20, 59368 Werne, Öffnungszeiten Mo-Fr. 7:30-18:30 Uhr, Sa 7:00-17:00 Uhr, So 7:30-17:00 Uhr, www.konditorei-telgmann.de
 
Die Westfälische Konditorei des Jahres 2017: Cafe Twin, Lippborger Straße 6, 59510 Lippetal-Herzfeld, Öffnungszeiten Di-Sa 7:00-19:00 Uhr, So 8:00-19:00 Uhr, Tel 02923/1441, www.cafetwin.de
 
Die Westfälische Konditorei des Jahres 2018: Schokoladenmanufaktur Sauerland, Kirchstr. 5, 58706 Menden, Öffnungszeiten Mo-Sa 10:00-18:00 Uhr, So & feiertags 9:00-18:00 Uhr, www.schokoladenmanufaktur-sauerland.de
 

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