Künstler zeigen tierische Meisterwerke

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Westfalen – Sie können fliegen, schwimmen, im Dunkeln sehen, sie sind schneller und stärker als wir. Winzig klein und dabei doch ganz groß. Tiere faszinieren den Menschen und sie sind seit jeher ein großes Thema in der Kunst.

Uwe Thürnau: Sibirischer Tiger

Uwe Thürnau: Sibirischer Tiger

In der Ausstellung „Tierisch gut“, die am 20. September zur Nacht der Museen und Galerien in Münster in der Rudifredlinkegalerie eröffnet wird, sind 12 zeitgenössische, internationale Künstler mit ihren Werken vertreten – einige von ihnen sind als spezialisierte Tiermaler bekannt. Unter den Malern sind neben Gerd Bannuscher, Bernd Hanrath, Ralf Koenemann, Heike Landherr, Rudi Fred Linke, Bernd Pöppelmann und Uwe Thürnau aus Deutschland, auch Clara Bastian aus den Niederlanden, Peter Heydeck aus der Ukraine,  Bernd Hanrath, Ralf Koenemann, Heike Landherr, Rudi Fred Linke, Bernd Pöppelmann und Uwe Thürnau, Peter Heydeck  aus der Ukraine, Svetlan Junaković aus Kroatien, Lukáš Kándl aus Frankreich und Alexander G. Zakharov aus der Ukraine.

Bernd Pöppelmann: Vor der Arche

Bernd Pöppelmann: Vor der Arche

„Zusammengenommen formulieren sie mit ihren Werken ein Plädoyer für das Lebensrecht der Kreatur und eine schier grenzenlose Bewunderung für deren Einzigartigkeit, ganz gleich ob klein oder ganz groß“, sagt Galerist Rudi Fred Linke aus Münster. „Darüber hinaus sind es Kunstwerke, die sich durch unterschiedliche Stile und Techniken auszeichnen. Wir präsentieren in der Galerie einen tierisch guten Bilderreigen, der sich vor allem an den Kunstfreund und Sammler richtet.“

Rudi Fred Linke: Afrika

Rudi Fred Linke: Afrika

In der Geschichte der Kunst drücken sich im Bild der Tiere wechselnde Perspektiven und ein gewandeltes Bewusstsein aus. Galten viele Tiere in der Vorzeit noch mit göttlichen Kräften ausgestattet, so faszinieren sie später als exotische Lebewesen, durch ihre außerordentlichen Fähigkeiten und ihre Schönheit.

Mit großer Faszination betrachten wir heute die ersten Kunstwerke von Menschenhand in den berühmten Felsenmalereien von Lascaux. Sie sind vor rund 40.000 Jahren entstanden. Die damals auf den Wänden festgehaltenen Wildpferde sind heute längst ausgestorben.

Clara Bastian: Zwei Kühe

Clara Bastian: Zwei Kühe

Neuerlich werfen Tierschutz und die Tierethik Fragen auf, die eine völlig neue Sichtweise auf Lebewesen und deren Lebensrecht fordern. Dieses gewandelte Bewusstsein ist auch an den Meisterwerken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler abzulesen, die in Wolbeck ausgestellt werden. Immer mehr setzt sich neben dem Staunen über die spezifischen Fähigkeiten auch der Respekt vor der Kreatur durch und zeigt sich unsere Bereitschaft, von Tieren zu lernen.

Wenn Gerd Bannuscher über viele Tage einen Schimpansen im Zoo beobachtet, um ihn anschließend in hyperrealistischer Weise und mit altmeisterlichem Pinselstrich auf die Leinwand zu bannen, dann drückt sich darin unübersehbar auch der Respekt vor diesen großartigen Tieren aus. „Das Statement des Künstlers ist unmissverständlich“, sagt auch Linke. „Es fordert den Betrachter auf, dem Tier Auge in Auge zu begegnen und es ernst zu nehmen.“

Alexander G. Zakharov: Mammut

Alexander G. Zakharov: Mammut

„Tiere sind uns ähnlicher, als wir denken“, hieß es im Frühjahr 2014 in der Wochenzeitschrift DIE ZEIT. „Und Menschenaffen sind uns ganz besonders ähnlich. Sie spüren Schmerz. Sie trauern. Sie lieben ihre Kinder. Sie haben ein Ich-Bewusstsein. Sie planen für ihr Leben. Sie haben sogar eine Kultur. Die aktuelle Forschung zeigt: Man muss nicht Mensch sein, um Person sein zu können, ein Individuum mit Gedächtnis, Willen und Wünschen.“

Vor diesem Hintergrund ist die Rudifredlinkegalerie mit dem Münsteraner Allwetterzoo bei der Vorstellung der Ausstellung „Tierisch gut“ eine Kooperation eingegangen. In Sachen Arterhaltung und Tierwohl zieht man am gleichen Strang. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen“, sagt der Galerist und weiß sich in Übereinstimmung mit den in der Galerie vertretenen Künstlern.

Peter Heydeck: Die Geschichte vom Keiler

Peter Heydeck: Ballade vom Keiler

Der Galerist und die Künstler wollen den Allwetterzoo bei der Modernisierung ihrer Anlage für Menschenaffen unterstützen. Dabei ist dem Galeristen sehr wohl bewusst, dass es bei alledem darum gehen sollte, Tiere zu schützen und die Arten zu unterhalten. Denn „Tierisch gut geht es dem Menschen langfristig nur“, sagt Rudi Fred Linke, „wenn es den Tieren kurzfristig gut geht!“ Von den Erlösen bei Verkäufen von den Kunstwerken, werden Galerist und Künstler zusammen zehn Prozent an den Allwetterzoo spenden.

Rudi Fred Linke sieht sein Engagement für den Allwetterzoo auch als ein Statement für den Tierschutz und die Erhaltung der Arten im Allgemeinen. „Unsere Künstler treten auch für die Tiere ein“, weiß der Galerist. „Es bedarf halt großer Anstrengungen, damit auf unserem Planeten die Artenvielfalt erhalten bleibt. Denn selbst unsere Existenz ist langfristig bedroht, wenn das Artensterben weiterhin so schnell wie derzeit voranschreitet.“

Niemand weiß genau, wie viele Tier- und Pflanzenarten auf der Erde existieren. Es heißt ihre Zahl liegt irgendwo zwischen fünf und 30 Millionen. Das klingt erst einmal ziemlich viel, zumal bislang nur ein Teil von etwa 1,4 Millionen wissenschaftlich erforscht ist. Erschreckend aber ist, dass derzeit tagtäglich bis zu 150 Arten aussterben. Irreparabel. Unumkehrbar.

Mindesten 5.400 Tierarten stehen aktuell vor ihrer Ausrottung. Dieser Prozess ist zum größten Teil der menschlichen Zivilisation geschuldet und dem unverantwortlichen Raubbau an der Natur. „Es ist noch nicht zu spät. Aber es ist allerhöchste Zeit!“, mahnt Linke. Er legt parallel zur Ausstellung „Tierisch gut“ statt eines Ausstellungskataloges einen Jahreskalender für das Jahr 2015 auf.

Vom Verkauf des Großkalenders gehen 5,00 Euro ebenfalls als Spende für die Modernisierung der Anlage der Menschenaffen an den Allwetterzoo. Von den in der Galerie ausgestellten 60 Kunstwerken werden 12 ausgewählte Motive in dem attraktiven Großkalender veröffentlicht. Der Verkaufspreis beträgt 49,70 Euro. „So bringen wir einige der schönen Kunstwerke direkt zu den Kunstfreunden nach Hause“, freut sich der Galerist. „Wenn darüber hinaus auch noch einige der Kunstwerke verkauft werden, ist das eine wundervolle Win-Win-Situation.“

Die Ausstellung wird am Samstag, den 20. September um 17.00 Uhr eröffnet.

„Tierisch gut“: Ausstellung vom 20. September bis 14. November 2014

Öffnungszeiten: Sa/So von 12:00 – 17:00 Uhr

Rudifredlinkegalerie / Mühlendamm 1-3 /  48167 Münster/Wolbeck
Telefon 0171-2849977
www.rudifredlinkegalerie.de


 

 


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