Burg Altena erinnert an die Burgfestspiele

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Westfalen – In malerischer Lage, hoch über der alten Drahtzieherstadt an der Lenne, thront eine der schönsten Höhenburgen Deutschlands. Der ab dem 12. Jahrhundert errichtete Wehrbau lässt das Herz jedes Ritter- und Burgenromantikers höher schlagen.

Altena bei Nacht: im Hintergrund sieht man die imposante Burg. - Foto: Altena

Altena bei Nacht: im Hintergrund sieht man die imposante Burg. – Foto: Altena

Ihre internationale Bekanntheit verdankt die Burg Altena der ersten ständigen Jugendherberge der Welt, die hier 1914 eingeweiht wurde. Sie ist als Museum Weltjugendherberge noch im Originalzustand erhalten. Hauptmuseum auf der Burg ist das Museum der Grafschaft Mark. Der Spannungsbogen der Ausstellung reicht von der geologischen Frühgeschichte über das Mittelalter, die Frühe Neuzeit und das Industriezeitalter bis in die Gegenwart. Üppige Inszenierungen lassen die Besucher teilhaben an den Kämpfen, Jagden und Tafelfreuden der Ritter und Adeligen, sie erfahren viel über das Leben der Bauern und Handwerker.

Ein Traum von einer echten Ritterburg: Burg Altena ist ein beliebtes Ausflugsziel. - Foto: Burg Altena

Ein Traum von einer echten Ritterburg: Burg Altena ist ein beliebtes Ausflugsziel. – Foto: Burg Altena

Schon vor knapp hundert Jahren machten sich Altenaer Bürger Gedanken, wie sie mehr Besucher in die Stadt locken könnten. Heute geschieht das mit dem Mittelalterspektakel und dem Bau eines Burgaufzugs. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg galten jährliche Festspiele auf der Burg als die Attraktion. An diese Tradition erinnern die Museen des Märkischen Kreises mit ihrem “Objekt des Monats”, mit dem sie auf interessante Neuerwerbungen oder Kostbarkeiten aus den Depots aufmerksam machen wollen. Zu sehen sind die Objekte in der Vitrine vor dem Ausstellungsraum “In aller Munde” in den Museen Burg Altena zu den üblichen Öffnungszeiten.

Als Objekt des Monats März ist eine Kohlezeichnung des Bühnenaufbaus zu eben diesen Festspielen von 1924 zu sehen. Sie wurden erst kürzlich vom Restaurator der Burg, Holger Lüders, und der Jahrespraktikantin Nora Samhouri aus den Tiefen des Grafikarchivs hervorgeholt. Der Entwurf eines unbekannten Zeichners zeigt die geplante Bühne mit Standort im Oberen Burghof zwischen Dickem Turm und Außenmauer. Mit vielen zusätzlichen Aufbauten und Holzverkleidungen lud das Bühnenbild geradewegs zum Zuschauen ein, sodass die Festspiele von Anfang an ein voller Erfolg wurden.

Höhenburg wie aus dem Bilderbuch: Burg Altena wird von allen Romantikern geliebt. - Foto: Burg Altena

Höhenburg wie aus dem Bilderbuch: Burg Altena wird von allen Romantikern geliebt. – Foto: Burg Altena

Begonnen hat die Geschichte der Spiele kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Das vielfältige Programm sollte alle Bürger ansprechen. Die Stücke wurden vom neu gegründeten Burgspielverein meist in Eigenregie aufgeführt. Vor allem ein Werk ist für Altenaer auch heute noch als ein Stück Heimatgeschichte etwas Besonderes: Der Zöger von Altena, ein für die Burgfestspiele 1924 von Ernst Bittlinger geschriebenes Theaterstück, feiert in diesem Jahr seinen 90. Geburtstag. Dieses wohl erste regionale Schauspiel für Altena handelt vom Leben eines Zögers (Drahtziehers) im 18. Jahrhundert, der ein Leben frei von Zunftzwang und Zögereid führen will. Dies kann ihm aber in dieser Zeit nicht gelingen und er muss schließlich sein freiheitliches Denken mit dem Tod im Gefängnis bezahlen.

Im Jahr 1927 fand als Höhepunkt das 23. Sauerländische Gebirgsfest zum ersten Mal nach 35 Jahren wieder in Altena statt und zwar in Verbindung mit den Burgfestspielen. Einige Jahre später schwand das Interesse an den Festspielen langsam und es fanden erheblich weniger Aufführungen statt. Die Auflösung des Festspielvereins 1938 bedeutete schließlich auch das Ende der Burgfestspiele. Als Erinnerung sind nur einige Fotos und Zeichnungen in den Magazinen der Museen übriggeblieben, die nun wiederentdeckt wurden.

Museen Burg Altena  / Fritz-Thomée-Straße 80  / 58762 Altena
Telefon 02352 – 966 7033
www.burg-altena.de


 

 


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