„Laut & Luise“: Zwei Tage Wortfestival

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Westfalen – Am 28. und 29. Juni geht das Open-Air-Wortfestival „Laut & Luise“ mit Performances, Literatur, Musik und zahlreichen bekannten Künstlern auf dem Kulturgut Haus Nottbeck an den Start.

 Mit seinem Jubiläumssommer 2011, zahlreichen Konzerten und Literaturfesten hat das Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg längst bewiesen, dass man auch in Westfalen mit den großen Open-Air Kulturevents mithalten kann. Dieses Jahr kommt mit dem Wortfestival „Laut & Luise“ noch eine weitere spektakuläre Veranstaltung unter freiem Himmel dazu. Im Vordergrund steht ein kreativer, experimenteller Umgang mit Literatur und Musik heute, ganz im Zeichen von Ernst Jandls nicht nur in dieser Hinsicht bahnbrechendem Gedichtband „Laut und Luise“, auf den der Veranstaltungstitel Bezug nimmt.

Während des Wortfestivals tritt auch Oliver Uschmann auf. - Foto: Kulturgut Haus Nottbeck

Während des Wortfestivals tritt auch Oliver Uschmann auf. – Foto: Kulturgut Haus Nottbeck

Das Spiel mit Sprache und Rhythmik, die ins Musikalische übergeht, Performances, die die Grenzen zwischen Zuschauer- und Bühnenraum auflösen: Ein Verschieben der Grenzen zwischen klassischen Kunstformen und ihren Normen. Wer hier die altbekannte Wasserglas-Lesung erwartet, wird mit einem völlig anderen Verständnis von aktueller Literatur überrascht und überzeugt. Das zweitägige Festival am 28. und 29. Juni 2013 bietet dazu ein volles Programm. Ein einmaliges Erlebnis! Es gibt Tageskarten und auch ein 2-Tagesticket.

Performance put: Der Auftritt der Flowerpornoes. - Foto: Kulturgut Haus Nottbeck

Performance pur: Der Auftritt der Flowerpornoes. – Foto: Kulturgut Haus Nottbeck

Während die Flowerpornoes, Frank Spilker (Die Sterne), Oliver Uschmann, Ralf Thenior und viele mehr auf der klassischen Festival-Bühne zu erleben sein werden, wird vor allem am zweiten Festivaltag für besondere Interaktionen zwischen Publikum und Künstlern gesorgt. Das gesamte Gelände des ehemaligen Rittergutes wird für verschiedenste Performances zur Kulturbühne. Hier wird der Zuschauer zum Pilger, der sich an den zahlreichen Stationen nicht nur live mit Künstler und Werk auseinandersetzt, sondern darüber hinaus am eigenen Leib erfährt, wie Zeit und Raum auf verschiedene Kunstformen Einfluss haben können und wie auch das Publikum selbst Teil der Darbietung werden kann.

Freitagabend um 19.00 Uhr eröffnet Headliner Frank Spilker das westfälische Open-Air-Wortfestival. Bekannt geworden ist der gebürtige Herforder als Frontmann der Band „Die Sterne“ weit über jegliche Sprach- und Landesgrenzen hinaus, ja fast weltweit. Nun ist der Vollblutmusiker auch in Sachen Literatur unterwegs. Doch neben seinem im März erschienen Erstlingsroman „Es interessiert mich nicht, aber das kann ich nicht beweisen“ hat Spilker auch seine Gitarre im Gepäck! In jedem Fall geht der erste Festivaltag mit einem literarisch-musikalischen Feuerwerk los. Mit der Kult-Band „Flowerpornoes“ wird auf das Publikum dann eine deutsche Indie-Rock-Institution losgelassen. Ihre bisherigen Alben sind allesamt bereits als Meilensteine in die Geschichte der alternativen Musikszene eingegangen. Mit „Ich liebe Menschen wie ihr“ kam 2012 das umjubelte Comeback. Texte und Musik der Gruppe um Frontsänger Tom Liwa präsentieren Augenblicke aus Blickwinkeln, die irgendwie alltäglich sind und doch das Besondere zeigen. Ob eine Ode an ihre Heimatstadt Duisburg oder ein Spottlied auf die Popkultur – man darf gespannt sein.

Der Tag zwei, um 17.30 Uhr, geht mit hochkarätiger Besetzung und interkulturellem Flair weiter. „Strange Kebab“ heißt das Projekt des preisgekrönten Autors Ralf Thenior mit dem Soundpoeten Ralf Werner und seiner Band „Die Kulturtechniker“. Texte, Stimme und O-Töne weben einen Sound-Teppich, der das Zusammentreffen der Kulturen im Ruhrgebiet direkt nach Oelde-Stromberg holt. „Mitten drin statt nur dabei“ ist besonders an diesem Tag Programm. Denn ab 18.30 Uhr wird das ganze Nottbeck-Areal Teil verschiedenster Open-Air-Performances. Poesie-, Musik- und Kunst-Aktionen verbinden sich mit der Umgebung des Kulturgutes zu einem einzigartigen Erlebnis – nicht nur für die Zuschauer, auch für die Künstler selbst Das Ergebnis des Zusammenspiels lässt sich nur live erleben.

Um 20.30 Uhr wird es dann mit „Westfalen, sonst nichts?“ lyrisch auf westfälische Art. Moderator Kultautor Oliver Uschmann, der sich unter den anwesenden westfälischen Wandelgermanen auf jeden Fall wohl fühlen dürfte. Die jungen Autorenszene um Christoph Wenzel und Adrian Kasnitz mit Daniel Ketteler, Julia Trompeter, Xaver Römer, Dagmara Kraus und Crauss schickt das Publikum auf eine Entdeckungsreise in die neue deutsche Lyriklandschaft. Begleitet werden die Künstler auf der Hauptbühne mit elektronischen Klängen von Ralf Werner und den Kulturtechnikern. Auch der Abschluss des Festivals löst die Gegenüberstellung von Künstlern und Publikum auf. Jeder Besucher ist eingeladen, den Abend bei Musik von René Finken und einem gemeinsamen Chillout im Freien mit den Künstlern zu verbringen. Literatur und Musik hautnah zu erleben, zieht sich so wie ein roter Faden durch das Festivalprogramm. Zwei Tage voller Musik und Literatur vom Feinsten.

Ein Projekt im Rahmen des Literaturfestival „literaturland westfalen“ [lila:we], mit Unterstützung durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und die Nyland-Stiftung, Köln.

Eintritt: Tageskarte: 13 Euro/ 9 Euro(ermäßigt); 2-Tageskarte: 17 Euro/ 13 Euro (ermäßigt)

Kartenvorverkauf: Die Glocke – Kartenservice (Tel.: 02522-73300); Forum Oelde (Tel.: 02522-72800); Kulturgut Haus Nottbeck (Tel.: 02529-945590)

Öffnungszeiten des Museums: Dienstag – Freitag: 14.00 – 18.00 Uhr; Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11.00 – 18.00 Uhr

Museum für Westfälische Literatur – Kulturgut Haus Nottbeck / Landrat-Predeick-Allee 1 / 59302 Oelde-Stromberg
 Telefon 0 25 29 – 94 55 90
www.kulturgut-nottbeck.de

 

 

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