Mit der Sense in den Rasen gemalt

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Westfalen – Zeichnen mit der Motorsense: Der in Bad Oeynhausen geborene Künstler Ralf Witthaus wird in Ostwestfalen ein großformatiges Rasengemälde verwirklichen. Das temporäre Kunstwerk ist Teil der Ausstellung “Nutzflächen – OWL III”, die ab dem 16. September 2012 im Marta Herford gezeigt wird.

Martha Herford - Foto: Hans Schröder

Für sein Projekt “The Appointment – Das Bohrloch nach Neuseeland” sucht Ralf Witthaus ab der kommenden Woche nach einer geeigneten Rasenfläche, auf der das rund 100 Meter durchmessende Werk entstehen kann. Dabei führt ihn seine Recherche nach Bad Oeynhausen, Bielefeld, Löhne und Herford – Städte, die in der Biografie des Künstlers eine wichtige Rolle gespielt haben.

Ralf Witthaus - Foto: Neumann

Anfang September will Witthaus dann mit rund 20 Helfern seine Rasenmäherzeichnung beginnen. Dargestellt wird eine Landschaft in Neuseeland. Analog dazu soll später als “Internationale Rasenschau” ein Rasenmähergemälde in Neuseeland entstehen, das eine Landschaft in Ostwestfalen zeigt.

Ralf Witthaus arbeitet seit 1998 künstlerisch mit Rasenmäher und Motorsense. Mit seinem Projekt “Bundesrasenschau”, bei dem er vor zwei Jahren den Kölner Grüngürtel in ein sieben Kilometer langes Kunstwerk verwandelte, sorgte er überregional für große Aufmerksamkeit.

Zum dritten Mal richtet Marta Herford den Blick auf die Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern, die biografisch mit der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) verbunden sind. Die Auseinandersetzung des zeitgenössischen Kunstmuseums mit dem künstlerischen Potential der unmittelbaren Umgebung ist Ausdruck des Selbstverständnisses auch als Plattform für den Austausch zwischen internationalen Entwicklungen und Künstlern und Kunstinteressierten der Region. Immer wieder rücken dabei Fragen in den Fokus, die sich aus der Auseinandersetzung mit der spezifischen Lebenssituation in OWL und dem Alltag vor Ort entwickeln.

Foto: Neumann

Der Begriff “Nutzflächen”, der sonst eher im Zusammenhang mit Landwirtschaft oder Gebäuden Verwendung findet, erhält im Spiegel der Kunst neue Bedeutung. So überträgt die Ausstellung diesen Terminus auf die künstlerische Sphäre, indem sie ihn – jenseits aller Zweckorientierung – in Bezug setzt zum Ort der Präsentation, zur Bedeutung von Ausstellungsdisplays bis hin zu den gedanklichen Projektionsflächen von Künstler und Betrachter.

In der Gegenüberstellung unterschiedlicher Werke entwickelt die Ausstellung einen anregenden Dialog rund um ein offenes thematisches Gedankenfeld. Neben den Arbeiten aktueller Künstler wird die Ausstellung im kommenden Jahr erstmals auch Bezugspunkte zu historischen Werken herstellen. Auf der Suche nach einer regionalen Identität lässt sich die Gegenwart im Spiegel der Vergangenheit auf eine überraschend neue Weise begreifen.

Auch im kommenden Jahr geht der Auswahl der beteiligten Künstlerinnen und Künstler eine intensive Recherche in den vorliegenden Unterlagen sowie in örtlichen Ateliers voraus. Mittlerweile ist aus dieser Arbeit bereits ein beachtliches Archiv zu den Künstlern der Region entstanden, das nicht nur zur einmaligen Ausstellungsvorbereitung, sondern dauerhaft als Dokumentation der lokalen Aktivitäten dient und auch der Öffentlichkeit für Recherchezwecke zur Verfügung steht.

Mit Hilfe der gewählten thematischen Perspektive wird dann innerhalb des kuratorischen Teams im Marta Herford eine nicht additiv bilanzierende, sondern vor allem inhaltlich für die Ausstellungsstruktur Sinn ergebende Auswahl von bis zu ca. 20 Künstlerinnen und Künstlern getroffen. Da dies ein laufender Arbeitsprozess bis zum kommenden Sommer ist, kann an dieser Stelle noch keine Künstlerliste genannt werden.

Eine Ausnahme bildet das Projekt von Ralf Witthaus, dessen Vorhaben konkret auf die Ausstellungsthematik hin entwickelt wurde und das einen längeren organisatorischen Vorlauf benötigt.

Marta Herford / Goebenstr. 2-10 /32052 Herford
Telefon 0 52 21 – 994 430 0


 

 


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