Verspielte Kommentare zur Vegetation

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Westfalen – Zarte Triebe, fliegende Blätter, bizarres Gestrüpp, üppige Blüten und hier ein pralles Bouquet – die Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin Stephanie Hamacher-Backhaus begeistern durch ihre Vielseitigkeit – und das nicht nur in Bezug auf ihre Motive und Themen, sondern zugleich ihre Machart. Da wird Papier bearbeitet, verfärbt, ausgewaschen und zerfetzt, so dass es fast den Charakter eines Gewebes bekommt, ehe es in einer Collage zum Einsatz kommt.

Stephanie Hamacher-Backhaus vor ihrer Lieblingsarbeit in der Ausstellung “Vegetation” im Botanischen Garten Münster – Foto: Gabriele Voetz

Stephanie Hamacher-Backhaus, 1957 in Köln geboren, lässt sich weder thematisch noch stilistisch und schon gar nicht bei ihrer Arbeitsweise festlegen. Das Spiel mit Materialien, Farben und Formen steht im Vordergrund. Ihre Aquarelle, Gouachen, Bilder in Mischtechniken, großformatige Acrylbilder, Collagen auf Papier und Holz sowie ihre Papierobjeke sind voller Experimentierfreude und Entdeckerlust. Hinter allem stehen eine bestechende Fähigkeit zu gestalten und ein großes künstlerisches Gespür. Jenseits von allem Kunsthandwerlichem findet die Künstlerin einen ganz eigenen Ausdruck. Das hat Stil und Klasse!

Foto: Gabriele Voetz

Unter dem Titel “Vegetation – Malerei und Collagen” stellt Stephanie Hamacher-Backhaus bis zum 20. Mai einen Querschnitt  ihrer Arbeiten in der Orangerie des Botanischen Gartens in Münster aus. Und fast scheint es so als wenn die Bilder und Collagen sowohl überraschender Kontrapunkt als auch ein verspielter Kommentar zu der bunten, prallen Welt der Pflanzen sind. Die Bilder haben eine große Leichtigkeit und betören durch ihren eigenen Charme. Sie künden in jedem Motiv von der Lebendigkeit der Vegetation, die rund um die Ausstellung wächst und gedeiht und immer wieder zu neuen Formen kommt. Insgesamt ein gut gewählter Ort.

Foto: Gabriele Voetz

Neue Formen und überraschende Strukturen, das sind auch die verbindende Elemente einer kleinen Serie von Bildern, in denen Gartenstühle im Sommer eine Art Reigen oder ein Ballett aufführen. Dazu lässt die Künstlerin den Schattenriss klassischer Gartenstühle wie mit einer Schablone über die Bildfläche wandern, so dass es erscheint als seien sie in einem Bewegungsablauf festgehalten.  Jenseits des Abbildes von Realität entfalten die Gartenstühle so ein Eigenleben.

Collage in Mischtechnik – Foto: Gabriele Voetz

Stephanie Hamacher-Backhaus hat zwischen 1977 und 1984 an der Kunstakademie Münster bei Ulrich Erben und Ludmilla von Arseniew Kunst sowie Germanistik an der WWU Münster studiert. Unterbrochen wurde die Zeit zwischen 1978 und 1979 durch Studienaufenthalte in Umbrien und in Venedig. Ihr zweites Staatsexamen in Kunst und Deutsch hat sie 1986 abgelegt. 1984 hat sie als freie Malerin mit einem eigenen Atelier in Köln begonnen. Seit 1991 ist sie Dozentin für Kunst und Medienpädagogik in Kaiserswerth. Stephanie Hamacher-Backhaus lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Die Künstlerin ist in der Zeit zwischen 11.00 und 17.00 Uhr in der Organgerie anwesend. Der Eintritt ist frei!

Ausstellungen
2011 Ballhaus Düsseldorf (G)
2009 Fronberghaus, Kaiserswerther Diakonie (G)
2009 Villa von Baum, Wuppertal (G)
2008 Gastausstellung Künstlergemeinschaft Schulstraße, Münster (G)
2008 RIPS / LVR, Solingen (G)
2007 Galerie im Cafe Grenzenlos, Düsseldorf (E)
1993 Landesmuseum Ratingen-Hösel (G)
1991/2002 Bergmuseum Paulushof, Essen (E)
1984 Kunstverein Emmerich (E)
1980 Uniklinik, Essen (E)

www.stephanie-hamacher-backhaus.de

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