Oelde: Ein Ostwestfale in der Weltliteratur

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Oelde – Literat, Musiker, Kritiker – der Herforder Hans Wollschläger gehört zu den wohl vielseitigsten westfälischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Vom 7. Februar bis 10. April 2016 ist im Museum für Westfälische Literatur in Oelde die Ausstellung „Hans Wollschläger. Licht ist meine Lieblingsfarbe. Ein Ostwestfale in der Weltliteratur“ zu sehen.

Hans Wollschläger- Nachlass Staatsbibliothek Bamberg

Hans Wollschläger- Nachlass Staatsbibliothek Bamberg

Hans Wollschläger (1935-2007) war ein Universalgelehrter: Schriftsteller, Essayist, Biograph, Kulturkritiker, Musiker und Übersetzer. In jeder literarischen Disziplin stilistisch herausragend. In Minden geboren und in Herford aufgewachsen hat er sich besonders mit seiner innovativen Übersetzung von James Joyces „Ulysses“ einen Namen bei Kritikern und beim Publikum gemacht. Die Ausstellung „Hans Wollschläger. Licht ist meine Lieblingsfarbe“ auf dem Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde-Stromberg stellt die vielen Facetten des bedeutenden Arno-Schmidt-Schülers vor.

Hans Wollschläger - zu sehen auf einer Radierung von Eberhard Schlotter

Hans Wollschläger – zu sehen auf einer Radierung von Eberhard Schlotter

In fünf thematischen Schwerpunkten kann das Publikum eintauchen in die sprachliche, aber auch die wirkliche Welt Wollschlägers. Was war das für ein Mann, der fernab moderner und zeitgenössischer Künstler seine Inspirationen bei den alten Meistern fand? „Meine Idole waren schon alle tot“, soll Wollschläger gesagt haben. Betrachtet man seine große Verehrung für James Joyce, Jean Paul, Gustav Mahler oder Johann Sebastian Bach trifft diese Behauptung auch zu. Ausnahmen von der Regel waren die von Wollschläger tief bewunderten Zeitgenossen Theodor Adorno und Arno Schmidt, zu denen er mit großen Selbstbewusstsein Kontakt aufnahm. Schmidt nahm für Wollschläger die Rolle des Mentors, Beraters und Ermunterers ein. Er lobte unter anderem Wollschlägers „ununterdrückbare Fähigkeit (…) zu eleganten Formulierungen“ und bestärkte ihn in der Arbeit an dem experimentellen Roman „Herzgewächse oder der Fall Adams“, der 1982 erschien und große Beachtung fand.

Hans Wollschlägers „Beziehungen“ zu diesen Idolen werden in der Ausstellung genauso dargestellt wie auch die „Hass-Liebe“ zu seiner Kindheitsstadt Herford. Literarische Quellen und selten gezeigte Exponate aus seinem Nachlass eröffnen den Blick in das Privatleben der Pfarrersfamilie Wollschläger. War Hans Wollschläger selbst in späteren Jahren auch ein scharfer Kirchenkritiker, waren seine Erinnerungen an seine Eltern immer liebe- und respektvoll.

Der Schriftsteller Karlheinz Deschner fasste Hans Wollschlägers Wesen sehr treffend zusammen: „Was war entscheidend? Die Art seiner literarischen, seiner geistigen Existenz, die Person, der Mensch insgesamt. Dass er Einzelgänger, ein Mann fern der Moden, ein harter Arbeiter war, dass er mit dem Satzbau rang wie wohl wenige.“

Erarbeitet wurde die Ausstellung von Michael Girke und Julia Schmilgun.

 

Begleitveranstaltung:

Sa 9. April um  19.30 Uhr

Literarisches Konzert: „ICH MACHE MIT WORTEN MUSIK“

Ein Abend mit Gustav Mahler und Hans Wollschläger

Edith Muraŝova (Gesang), Elena Kaßmann (Klavier), Heidemarie Bhatti-Küppers (Rezitation), Michael Girke (Rezitation)

Eintritt: VVK 12 Euro / 10 Euro ; AK 14 Euro / 12 Euro

 

Kartenvorverkauf:

www.adticket.de, Ticket-Hotline (Tel. 0180-6050400)

Die Glocke – Kartenservice (Tel.: 02522-73300)

Forum Oelde (Tel.: 02522-72800)

Kulturgut Haus Nottbeck (Tel.: 02529-945590)

 

Museum für Westfälische Literatur – Kulturgut Haus Nottbeck / Landrat-Predeick-Allee 1 / 59302 Oelde-Stromberg

www.kulturgut-nottbeck.de

Öffnungszeiten Dienstag – Freitag: 14 – 18 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 11 – 18 Uhr

Kultur-Café: Samstag, Sonntag und an Feiertagen: 14 – 18 Uhr

 


 

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