Miriam: Von Wiedehopf und Bärenschopf

Miriam zeigt Linolschnitte, Gemälde, Radierungen, Monotypien und Plastiken: Unter dem Titel „Von Wiedehopf und Bärenschopf“ präsentiert die münstersche Künstlerin Miriam vom 4. Oktober bis 23. Dezember ihre Arbeiten im Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld auf dem Alten Hof Schoppmann in Nottuln-Darup. Die Ausstellung wird am Sonntag, 4. Oktober, um 11 Uhr eröffnet.

Miriam: Von Wiedehopf und Bärenschopf

Miriam: Gesang am Reiher, mehrfarbiger Linolschnitt – Foto Ilse Wecker

Miriam interessiert sich für das Lebendige und für die Geschichten, die sich darin verbergen. Menschen, Tiere und Pflanzen bevölkern ihre Arbeiten, besonders häufig sind es aktuell Vögel. Natur erscheint dabei nicht als hübsche Kulisse, sondern als eine eigene Welt, die wächst und wuchert, sich einmischt und mit dem Menschen in Beziehung tritt. Mal rätselhaft, mal komisch, manchmal mit einem leisen Hang zum Abgründigen.

Miriam, mit bürgerlichem Namen Miriam Przygoda, wurde 1976 in Rotenburg an der Wümme geboren und lebt und arbeitet in Münster. Nach künstlerischen Studien an der damaligen Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und ersten Auftragsarbeiten ging sie 2008 mit Ausstellungen an die Öffentlichkeit. Seit 2009 gehört sie der Freien Künstlergemeinschaft Schanze an, deren erste „Kanzlerin“ sie war. Seit 2025 ist sie außerdem Mitglied der Druckvereinigung Bentlage. 2022 gewann sie bei der X. Miniatur in der Bildenden Kunst den ersten Preis der Stadt Fürstenwalde. Das Thema damals: „wachsen und werden“.

Miriam: Von Wiedehopf und Bärenschopf

Miriam: Lauschig, mehrfarbiger Linolschnitt – Foto Ilse Wecker

Eine besondere Rolle spielen ihre Linolschnitte. Miriam mag das weiche, mitunter brüchige Material und die Unmittelbarkeit, mit der sich darin Figuren, Tiere und Geschichten entwickeln lassen. Vorlagen können Skizzen oder Fotografien sein, manchmal entsteht ein Motiv ganz frei. Erfahrungen mit Tanz und Theater und ihre frühere Assistenz bei dem Clown Fidelidad haben Spuren hinterlassen. Lachen und Weinen liegen in diesen Arbeiten gelegentlich ziemlich dicht beieinander. Zwischenmenschliche Beziehungen und gesellschaftliche Themen ziehen sich durch viele ihrer Werke.

Miriam: Von Wiedehopf und Bärenschopf

Miriam: Ohne Worte (Kampfläufer), mehrfarbiger Linolschnitt – Foto Ilse Wecker

Noch freier geht es in der Malerei zu. Da steht am Anfang kein fertiges Bild, das nur noch ausgeführt werden muss. Miriam trägt Farben auf, lässt sich auf den entstehenden Bildgrund ein und entwickelt daraus ihre Komposition. Pigmente, Wachs, Sand, Eisenfeilspäne oder Bimsmörtel schaffen plastische Elemente in ihren Arbeiten. Schon als Kind ließ sie sich von Tapeten, Fußböden und Sofamustern zu eigenen Bildwelten anregen. Heute beschreibt sie ihren Arbeitsprozess als Malen dessen, „was das Bild träume“.

Miriam: Von Wiedehopf und Bärenschopf

Miriam: Frühlingsfrische, freie Arbeit – Foto Ilse Wecker

Die Natur begleitet Miriam seit ihrer Kindheit. Wildwuchs und menschliche Ordnung sind für sie keine Gegensätze. Sie treffen aufeinander, reiben sich, gehen Verbindungen ein. Tiere bekommen dabei häufig eine symbolische Rolle, allen voran die Vögel. Der Wiedehopf im Titel der Ausstellung kommt also nicht von ungefähr.

Für ihre Einzelausstellungen sucht sich Miriam ihre Orte genau aus. Sie mag lichte Räume, verwunschene Plätze und Häuser mit Geschichte. Der Alte Hof Schoppmann passt dazu.

Der historische Bauernhof mitten in Darup wurde nach dem Ende seiner landwirtschaftlichen Nutzung zu einem Ort für Naturschutz, Bildung, Kultur und Begegnung entwickelt. Seit 2015 hat das Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld im alten Torhaus seinen Sitz.

Von Wiedehopf und Bärenschopf – Arbeiten von Miriam
4. Oktober bis 23. Dezember 2026
Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr

Eröffnung: Sonntag, 4. Oktober, 11 Uhr

Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld
Alter Hof Schoppmann, Am Hagenbach 11, 48301 Nottuln-Darup

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