St. Pantaleon: Kunst(volle) Kirche in Roxel. Vom 11. bis 17. September verwandelt sich St. Pantaleon in Münster-Roxel wieder in einen ungewöhnlichen Ausstellungsraum.

Im vergangenen Jahr war die Kunstausstellung in der St. Pantaleon Kirche ein großer Erfolg – Foto Kunst(volle) Kirche Roxel
Altar, Säulen, Heiligenfiguren und dazwischen zeitgenössische Malerei, Skulpturen und Reliefs: Zehn Künstlerinnen und Künstler aus Münster und dem Münsterland zeigen bei „KUNSTvoll(e) Kirche“ ihre Arbeiten. Nach mehr als 2000 Besuchern im vergangenen Jahr geht die Kunstschau damit in die nächste Runde.
Eigentlich war es nur ein Versuch. Kann zeitgenössische Kunst in einer Kirche funktionieren, ohne religiöse Themen vorzugeben? Die Antwort fiel im vergangenen Jahr ziemlich eindeutig aus. Mehr als 2000 Menschen kamen innerhalb einer Woche nach St. Pantaleon. Aus dem Versuchsballon ist eine kleine Erfolgsgeschichte geworden.
Auch diesmal soll nicht die Kirche bestimmen, was Kunst zu sagen hat. Es gibt kein gemeinsames Thema, keine Vorgaben zu Material, Größe oder Stil. Der Kirchenraum wird vielmehr zur Bühne und zum Gegenüber. Gerade darin liegt der Reiz: Werke, die für sich entstanden sind, treffen auf einen Ort, der seit Jahrhunderten mit Bedeutung aufgeladen ist.
Ausgewählt wurden die zehn Beteiligten von sieben engagierten Roxelerinnen und Roxelern aus dem Umfeld des Heimat- und Kulturkreises. Entscheidend waren nicht Namen oder Bekanntheitsgrad, sondern die Arbeiten selbst.
Entsprechend unterschiedlich fällt die Auswahl in St. Pantaleon: Kunst(volle) Kirche in Roxel. Malerei dominiert, hinzu kommen Holzskulpturen, andere plastische Arbeiten und Reliefobjekte. Ruth Blanke bringt ihre Haltung mit einem Satz auf den Punkt: „Bunt ist meine Lieblingsfarbe“, zitiert sie Walter Gropius und fügt hinzu: „Kunst ist für mich Therapie.“
Ganz anders nähert sich Ben Dixen seinen Holzskulpturen. Ein fertiges Werk habe er zu Beginn nicht vor Augen, sagt er, eher eine „künstlerische Ahnung“. Entscheidend sei für ihn der Prozess des Schaffens und nicht unbedingt das Endergebnis.
Anita Gryz-Bretschneider wiederum schöpft aus Erlebtem: „Ich sammle keine Motive, ich sammle Erinnerungen.“ Landschaften, Pflanzen und besondere Momente verlieren während des Malens ihre ursprüngliche Form und verwandeln sich in freie Bildwelten. Afsaneh Kafifar sucht in ihren Arbeiten nach jenen besonderen Augenblicken des Alltags, die leicht übersehen werden.
Wie stark der Raum selbst Teil der Wahrnehmung werden kann, zeigen die Skulpturen von Burkhard Klöter. Ihn interessieren Material, Proportion und Oberfläche und vor allem die Frage, welche „Präsenz, Ruhe, Eigenständigkeit und Emotionalität“ eine Form im Raum entwickelt.
Auch Kirsten Mühlbach spielt mit der Wahrnehmung. Ihre Reliefobjekte bewegen sich zwischen ornamentaler Grafik, naturalistischen Fantasiewelten und plastischen Strukturen. Margarete Schylek arbeitet dagegen mit Kohle, bewusst „schwarz, dreckig und rau“. Für sie kann gerade das Unfertige ein Bild vollenden.
Irina Siemens versteht Kunst als eine Sprache, „die dort beginnt, wo Worte oft nicht mehr ausreichen“. Und Izabela Yavari setzt dem Streben nach perfekten Bildern in Zeiten von KI und Social Media die unmittelbare Erfahrung von Kunst entgegen: Sie brauche vor allem eines, unsere Aufmerksamkeit.
Vielleicht ist genau das die Idee dieser Ausstellung. Für ein paar Minuten stehen bleiben, genauer hinsehen und entdecken, was geschieht, wenn Kunst einen Raum betritt, der eigentlich für etwas ganz anderes geschaffen wurde.
„KUNSTvoll(e) Kirche St. Pantaleon“ wird am Freitag, 11. September, um 18 Uhr eröffnet. Am Samstag schließt die Ausstellung um 17 Uhr. Um 19 Uhr wird ein Konzert mit Chor und Orchester der Roxeler Musikschule stattfinden. (Eintritt 10 Euro). Öffnungszeit von Sonntag bis Mittwoch: 10- 20 Uhr. Die Ausstellung endet am 17. September um 17 Uhr mit einem kleinen Orgelkonzert.














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