Moore entdecken: Aufruf zur Beobachtung der ganzen Vielfalt von Pflanzen und Tieren.

Die Heidelerche (Lullula arborea) ist ein typischer Bewohner von trockenen Heidelandschaften, lichten Kiefernwäldern und Moor-Heide-Komplexen – Foto LWL/Kriegs
Moore sind nicht nur bedeutend für das Klima, sondern können auch eine enorme Biodiversität beherbergen. Der September ist ein guter Zeitpunkt, um in Münster die besonderen Pflanzen und Tiere der Moore zu beobachten und zu melden. Deshalb ruft, das LWL-Museum für Naturkunde in Münster zusammen mit der Naturbeobachtungsplattform Observation.org zum Melden der Naturbeobachtungen im Internet bei Observation.org oder in der Smartphone-App ObsIdentify auf. In der App können im Rahmen des Wettbewerbs “Arten-Olympiade 2026” die fotografischen Beobachtungen hochgeladen werden. Alle Interessierten können mitmachen und über das gesamte Jahr hinweg die Natur erforschen.
Moore sind hoch spezialisierte Ökosysteme und dienen als Lebensräume für besondere Arten. Es gibt Tiere und Pflanzen, die speziell an die Bedingungen in Mooren angepasst sind und nur dort leben können. Für sie ist der Schwund von intakten Mooren daher ein großes Problem. Torfmoose, Sonnentau, aber auch die Gerandete Jagdspinne oder bestimmte Orchideenarten leben an Moorstandorten. Auch für viele Vogelarten sind die Moorgebiete als Brut- oder Rastgebiet bedeutend.

Charakteristisch sind die mit Klebedrüsen besetzten Blätter des Sonnentaus, die der moortypischen Pflanze den Fang von Beute und so das Gedeihen auch auf sehr nährstoffarmen Böden ermöglichen -Foto Katharina Crazius
Die Entwässerung und Nutzung von Mooren bedrohen die biologische Vielfalt dieser besonderen Lebensräume. Ein zielorientiertes Management und die Wiedervernässung spielen eine wichtige Rolle bei der Renaturierung von Mooren. Die Erhaltung von intakten Mooren und die Renaturierung sind nicht nur für die Artenvielfalt wichtig, sondern auch für den Klimaschutz. Auf einer geringen Fläche können sie eine große Menge an Kohlenstoff speichern.
In Nordrhein-Westfalen finden sich bedeutende Moorgebiete an der deutsch-niederländischen Grenze. Das erweiterte Vogelschutzgebiet umfasst noch erhaltene Moorreste sowie einige Feuchtwiesenkomplexe. Insgesamt hat das Vogelschutzgebiet “Moore und Heiden des westlichen Münsterlandes” eine überregionale Bedeutung für brütende, rastende und überwinternde Vogelarten. Dazu zählen zum Beispiel Blaukehlchen und Heidelerche, Tüpfelsumpfhuhn und Ziegenmelker, aber auch hohe Bestandsdichten von Knäkente, Krickente und Schwarzkehlchen als typische Brutvögel in Mooren. Große Gebietsteile werden von ausgedehntem, naturschutzgerecht bewirtschaftetem Feuchtgrünland geprägt. Sie bergen einige Hauptvorkommen des Brutbestandes von Uferschnepfe und Großem Brachvogel in NRW.
Hintergrund
Wer im Jahr 2026 die meisten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten in Deutschland entdeckt, wird sich im Rahmen der bürgerwissenschaftlichen “Arten-Olympiade 2026” zeigen, zu der das LWL-Museum für Naturkunde des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) zu Jahresanfang aufgerufen hat.
Ob Pilz, Pflanze, oder Tier – die Mitmachaktion für Naturinteressierte lädt das ganze Jahr über ein, Naturbeobachtungen auf der internationalen Plattform Observation.org und in der App ObsIdentify zu teilen.
Zu den Partnern der Arten-Olympiade gehören unter anderem das Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung und angewandte Ökologie der Universität Münster (CIBRA). Unterstützt wird der Wettbewerb durch eine Spende der Stiftung der Sparda-Bank West.
Für Interessierte stehen Informationen zu dem Projekt “Arten-Olympiade 2026” auf der Website bereit: http://www.arten-olympiade.lwl.org | http://www.bioblitze.lwl.org
Teilnehmende finden ihre Ergebnisse in der App ObsIdentify und Interessierte finden die Ergebnisse der Aufrufe auf Stadt-Ebene hier: https://observation.org/bioblitz/categories/d-landkreise-und-kreisfreie-stadte-2026/














Angesichts der Schwerpunktsetzung auf Wiedervernässung und Renaturierung: Welche konkreten Messgrößen oder Indikatoren werden verwendet, um die Erholung der Artenvielfalt in den Münsteraner Mooren im Zeitverlauf zu verfolgen?