Schuhu für Malmsheimer

Nieheim – Der Bochumer Kabarettist Jochen Malmsheimer (65) wird mit dem westfälischen Literaturpreis „Nieheimer Schuhu. Peter-Hille-Literaturpreis“ ausgezeichnet, der in diesem Jahr zum siebten Mal verliehen wird.

Schuhu

Wortakrobat Jochen Malmsheimer wird mit dem Nieheimer Schuhu ausgezeichnet – Foto Privat

Verliehen wird der mit 5.000 Euro dotierte Schuhu von der  Peter-Hille-Gesellschaft in Erwitzen. Die 1983 gegründete Peter-Hille-Gesellschaft vergibt den „Nieheimer Schuhu“ alle drei Jahre als Auszeichnungspreis. Als Ehrenpreis erhält der Preisträger eine Schuhu-Bronze-Skulptur des renommierten Künstlers Bernd Bergkemper. Mit dem Preis soll die Erinnerung an den aus der Nieheimer Ortschaft Erwitzen stammenden Poeten Peter Hille wach gehalten werden.

Verblüffende Neologismen

Und so urteilt die Jury des „Nieheimer Schuhu“: Jochen Malmsheimer ist ein „Wortakrobat“, dessen Texte mit verblüffenden Neologismen und Wortspielen in gewaltigen Satz-Ungetümen gespickt sind, die gedankliche Salti vollführen, die auf einer stupenden Bildung fußen. Mit einer geradezu überbordenden Formulierungslust, die einer ungeheuren Assoziationskraft entspringt und auf der Bühne zu vitalen Temperamentsausbrüchen in atemberaubendem Sprechtempo führt, treibt Malms- heimer die Pointen in immer neue Höhen – eine Kunstform, die zu Recht als „episches Kabarett“ bezeichnet wird.

„Tiefwitternder Lebenssinn“

Doch es ist nicht nur der von Hille für das Kabarett geforderte „Mutwill“, der sich in seinen „Sprachgewittern“ austobt, sondern auch der für Hille ebenso wichtige „tiefwitternde Lebenssinn“, der seine Kabarettprogramme durchzieht: Er versteht sich nicht als politischer Kabarettist, wohl aber als hellwacher Humorist im Sinne Peter
Hilles, der über den Humor schrieb: „Er rührt und stimmt fröhlich. Der Mensch findet sich ganz in ihm wieder.“ Und bei Malmsheimer lautet das so: „Humor kann und will die Welt nicht retten, aber er kann ein Freund sein, ein Gehilfe, ein Tröster, eben ein Begleiter durch die Fährnisse des Alltags.“

Besonderer Bezug zu Westfalen

Der Nieheimer Schuhu ehrt Autorinnen und Autoren, die in Westfalen geboren wurden, in Westfalen leben oder deren Werk einen besonderen Bezug zu Westfalen aufweist. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird – im Turnus von drei Jahren – von der im Jahr 1983 gegründeten Peter-Hille-Gesellschaft verliehen und erinnert an den westfälischen Schriftsteller Peter Hille, der 1854 in Erwitzen bei Nieheim geboren wurde und als Berliner Dichter-Bohemien in die Literaturgeschichte einging. Hilles eigens für das Kabarett geschriebenen „Lieder des betrunkenen Schuhus“ geben dem Preis seinen Namen.

Preisverleihung am 12. September

Die bisherigen Preisträger sind Erwin Grosche, Fritz Eckenga, Wiglaf Droste (†), Hans Zippert, Bernd Gieseking und Sarah Hakenberg. Stifter des diesjährigen Preises sind die ostwestfälische Stadt Nieheim, die Bürgerstiftung Nieheim und die Sparkasse Paderborn-Detmold-Höxter. Die Bronzeskulptur des „Nieheimer Schuhu“ hat der Künstler Bernd Bergkemper gestaltet. Die Preisverleihung findet anlässlich einer öffentlichen Veranstaltung am 12. September 2026 ab 19:00 Uhr im Schafstall des Kulturgutes Holzhausen statt. Der Preisträger Jochen Malmsheimer wird den Abend mit einem vergnüglichen Programm gestalten. Die Laudatio hält der Kabarettist und Buchautor Fritz Eckenga. Der Eintritt ist frei (Kollekte).

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