Westfalenspiegel eingestellt: Fast 75 Jahre informierte die Zeitschrift “Westfalenspiegel” erst monatlich, dann alle zwei Monate über das kulturelle und gesellschaftliche Leben im Land der roten Erde. Damit ist jetzt Schluss: Anfang Dezember erschien die letzte gedruckte Ausgabe des Magazins. In Zukunft soll der Westfalenspiegel nur noch im Internet präsent sein, heißt es auf der Westfalenspiegel-Website. “Online geht es im nächsten Jahr hier weiter. Lassen Sie sich überraschen.”
Im Oktober 1951 erschien die erste Westfalenspiegel-Ausgabe – damit war die Zeitschrift eines der ältesten regionalen Kulturmagazine in Deutschland. Herausgeber war in den vergangenen Jahren der zum Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gehörende Ardey Verlag in Münster.
Als staatlicher Kommunalverband für die NRW-Regierungsbezirke Münster, Detmold und Arnsberg hat der LWL die Zeitschrift im Rahmen seiner Kulturförderung auch finanziell getragen. Der große staatliche Einfluss war der Zeitschrift inhaltlich immer anzumerken. Die Mitgliederversammlung des LWL beschloss im Juli diesen Jahres, den Westfalenspiegel als Printmagazin zum Jahresende auslaufen zu lassen und bestätigte damit einen Beschluss des Aufsichtsrats des Ardey-Verlags. Wirtschaftliche Gründe seien ausschlaggebend gewesen, heißt es dazu bei der Fachgruppe Medien Münsterland der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Das Online-Angebot des Westfalenspiegels solle in Zukunft mit redaktionellen Beiträgen Themen aus den Arbeitsfeldern des LWL vertiefen.
Westfalenspiegel eingestellt – wirtschaftliche Gründe
Ursprüngliche Herausgeber der Zeitschrift waren der Westfälische Heimatbund und der Landesverkehrsverband Westfalen. Die Zeitschrift erschien anfangs im Monatsrhythmus und sollte „ein Spiegel des westfälischen Lebens“ sein. Der erste Chefredakteur (von Oktober 1951 bis Mai 1975) war der Journalist Clemens Herbermann. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehörten Kultur und Kulturpolitik zwischen Rhein und Weser sowie die touristischen Reize westfälischer Städte und Landschaften.
Einen hohen Stellenwert hatte von Anfang an die westfälische Literatur. So dokumentierte und reflektierte der Westfalenspiegel den Schmallenberger Dichterstreit, befürwortete eine moderne westfälische Literatur und veröffentlichte früh Texte des damals umstrittenen Ernst Meister, was zu heftigen Leserbriefdiskussionen in dem Magazin führte. Seit den 1950er-Jahren hat die Zeitschrift Gedichte und Auszüge aus Prosawerken zeitgenössischer Autoren veröffentlicht, zum Beispiel von Peter Paul Althaus, Otto A. Böhmer, Otto Jägersberg, Hugo Ernst Käufer, Klaus-Peter Wolf, Ernst Meister, Karl Riha, Peter Rühmkorf, Paul Schallück, Ralf Thenior, Oliver Uschmann, Frank Goosen, Volker W. Degener und Fritz Eckenga.















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