Dobergmuseum bekommt Riesenammonit

Bünde – Das Dobergmuseum in Bünde hat einen Schritt in seiner Geschichte getan, der jetzt bei einem Festakt gefeiert wurde.

Dobergmuseum

Ein Abdruck des weltgrößten Ammoniten bereichert das Dorbergmuseum in Bünde. – Foto LWL

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat die Trägerschaft des geologisch-paläontologischen Museums im Kreis Herford übernommen. In Zusammenarbeit mit der Stadt, dem Kreis, der NRW-Stiftung und dem Förderverein des Museums wird es nun als Außenstelle des LWL-Museums für Naturkunde in Münster geführt. Klaus Baumann, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung: “Für die Region bedeutet der Zusammenschluss eine Stärkung der kulturellen Infrastruktur und eine langfristige Sicherung des Museumsstandorts Bünde.”

Verbindung zwischen Bünde und Münster

Um die Verbindung zwischen dem Dobergmuseum und dem LWL-Museum in Münster sichtbar zu machen, enthüllten sie einen Originalabguss des weltgrößten Riesenammoniten “Parapuzosia seppenradensis”. Seit 1895 ist das 1,74 Meter große und über drei Tonnen schwere Fossil im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zu sehen. Jetzt ist es auch in Bünde präsent – als Symbol für die neue wissenschaftliche und institutionelle Verbundenheit beider Häuser. Rüschoff-Parzinger: “Der Ammonit steht sinnbildlich für das, was die Häuser verbindet – wissenschaftliche Tiefe, regionale Verankerung und ein gemeinsamer Blick in die Zukunft.”

Regionale Geologie und internationale Bedeutung

Das Dobergmuseum Bünde fungiert als geologisches Museum für Ostwestfalen-Lippe. Das Besondere am Dobergmuseum liegt in seiner einzigartigen Kombination aus regionaler Geologie, internationaler Bedeutung und interaktiver Vermittlung. Hier kann man im Untergeschoss des Dobergmuseums wortwörtlich eintauchen in die geologisch-paläontologischen Dauerausstellung „Expedition Doberg“. Sie wirft einen faszinierenden Blick in die Welt vor etwa 30 Millionen Jahren. Im Obergeschoss begegenen die Besucher dann der  Gegenwart mit der Sonderausstellung „Alleskönner Wald“.

Ein Fenster in die Erdgeschichte direkt vor der Haustür

Am südlichen Rand der Stadt Bünde liegt der Doberg, ein geologisch herausragendes Areal, welches 2019 das Prädikat „Nationaler Geotop“ erhalten hat. Der Doberg gab dem Museum seinen Namen. Früher als Quelle für den Abbau kalkhaltigen Mergelgesteins genutzt, das in der Landwirtschaft als Dünger diente, ist das Gebiet heute als einer der weltweit gültigen geologischen Referenzpunkte für das Chattium, eine Stufe innerhalb der geologischen Zeitspanne des Oligozäns, bekannt. Die dort erhaltenen Gesteinsschichten sind weltweit einzigartig in ihrer Vollständigkeit, was den Doberg zu einem Schlüsselort für die internationale Wissenschaft macht.

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