Höxter – Cicero und die Freundschaft ist das Thema des diesjährigen Via Nova Kunstfests auf Schloss Corvey. Das Kunstfest findet an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden vom 29. August bis zum 14. September statt.
Die Kernthemen unserer Existenz, die der antike Philosoph Cicero in seinen Werken ansprach, sind aktueller denn je. Für ein gelingendes Miteinander der Menschen sah Cicero innere Freiheit, sittliche Normen und Humanität als zentrale Aspekte. Cicero betont das Miteinander, die Toleranz gegenüber anderen Meinungen und damit den Austausch über Uneinigkeiten und den Respekt anderen Menschen gegenüber. Als besonders wichtig erschien Cicero in diesem Kontext die Freundschaft, die wir deshalb als zentrales Thema für das diesjährige Via Nova Kunstfest Corvey 2025 wählen: Das schöne Bild der Freundschaft. Gedankenwelten der Menschlichkeit.
Handschriften speziell für das Kloster Corvey
Warum Cicero in Corvey? Zum einen liegt natürlich der aktuelle thematische Bezug nahe. Aber es gibt noch einen weiteren Grund. Der weitgereiste, diplomatisch versierte Abt Wibald von Stablo hatte im 12. Jahrhundert Handschriften von Ciceros Werken speziell für das Kloster Corvey anfertigen lassen. Das heißt, schon immer haben Ciceros Gedanken in Corvey gelebt.
In zahlreichen Veranstaltungen mit Literatur, Musik, philosophischen Betrachtungen und Gesprächen, mit eigens für das Kunstfest konzipierten Konzerten und neu eingeführten Liedermatineen wird das Kunstfest wieder an drei Wochenenden auf Schloss Corvey stattfinden. Das Publikum darf sich auf Koryphäen der Schauspielkunst und der Musikinterpretation sowie herausragende Schriftsteller und exponierte Philosophinnen freuen.
Cécile Wajsbrot hält Eröffnungsrede
Die Rede zur Eröffnung wird die geschichts- und sprachbewusste Schriftstellerin Cécile Wajsbrot halten, ihr Motto: Eine freundschaftliche Stimme hören. Es geht um Verschweigen, verdrängte Schuld, unerfüllte Hoffnung und die Zerbrechlichkeit der Menschen. Das 1. Wochenende vom 29. bis zum 31. August stellt literarische und musikalische Positionen vor, die vom Aufbruch in die Freiheit handeln, von Bewegungsfreiheit und Gedankenfreiheit in finsteren Zeiten. Dabei sind unter anderem
der Schauspieler Ulrich Noethen, das Kammerorchester O/Modernt, Schauspieler Rainer Frank und das Bundesjugendorchester, Schauspielerin Martina Gedeck und die Capella de la Torre sowie Thomas Quasthoff und das preisgekrönte junge Amatis Piano Trio.
Das 2. Wochenende vom 5. bis zum 7. September wird zeigen, wie groß die Sehnsucht nach Menschlichkeit und Gerechtigkeit ist. Erinnern und Erzählen, auch über Gewalt und Macht, reichen über die Zeit hinaus. Hieran wirken unter anderem Schauspieler Peter Lohmeyer Cembalistin Céline Frisch, Schauspieler Rainer Frank und Bariton-Star Konstantin Krimmel mit.
Jens Harzer und das Vision String Quartet
Das Abhschluss-Wochenende vom 12. bis 14. September widmet sich der vollkommenen Freundschaft als Gesprächsgemeinschaft, in der die Menschen ihre vielfältigen Gedanken austauschen und sich so mit der Welt verbinden. Eine abenteuerliche Reise zum Ende der Welt und eine Reise zum eigenen Selbst unternimmt der Schauspieler Christian Berkel in seiner Lesung von Nagib Machfus „Die Reise des Ibn Fatturna“. Machfus zeigt in diesem Roman, wie absurd es ist, in einer Ideologie sein Glück zu suchen, sein Werk ist eine Fabel für Demokratie und Menschenrechte. Für seine Bücher erhielt Machfus 1988 als bisher einziger arabischer Autor den Nobelpreis für Literatur. Das Ensemble Constantinople spielt passend dazu Musik, die norwegische Nordlichter am Persischen Himmel erscheinen lässt. Die Schauspieler Jens Harzer, Marina Galic und Thomas Loibl lesen Passagen aus dem sumerischen „Gilgamesh-Epos“, entstanden im 3. Jahrtausend vor Christus und das erste existentialistische Werk der Menschheit mit den Themen Freundschaft, Tod und ewiges Leben. Es wurde von einem anonymen babylonischen Dichter auf Tontafeln gemeißelt und ist heute Weltliteratur. Das Vision String Quartet spielt dazu diverse Sätze aus Streichquartetten von Grieg, Brahms und Ravel.
















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