Außergewöhnliche Klänge beim Klangkunstfestival

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Außergewöhnliche Klänge beim Klangkunstfestival: Das münsterlandweite Festival „Soundseeing“ präsentiert von März bis September 2021 drei Einzelausstellungen in Hörstel, Bocholt und Münster sowie Installationen, Konzerte, Performances und Workshops an zehn Orten.

Außergewöhnliche Klänge stehen im Mittelpunkt des Klangfestivals

Klangkunstfestival SOUNDSEEING wird mit einer Ausstellung von Christina Kubisch eröffnet – Foto Soundseeing

Außergewöhnliche Klänge an münsterländischen Kulturorten, das zeichnet das bundesweit einmalige Klangkunstfestival SOUNDSEEING schon seit mehr als 12 Jahren aus. Das kooperative spartenübergreifende Festival ermöglicht mit seinem Zusammenspiel von Ausstellungen, Performances, Konzerten und Workshops von hoher künstlerischer Qualität ein tiefes sinnliches Erleben von Klängen im Raum.

Außergewöhnliche Klänge stehen im Mittelpunkt des Klangfestivals

SOUNDSEEING 2021 startet am 7. März im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst mit der neuen ortsbezogenen Klanginstallation „weaving“ der international renommierten Künstlerin Christina Kubisch – Foto Soundseeing

Unsere akustische Umwelt ist reicher und inspirierender als wir denken. Musik, Improvisation, Technik und Experimentierfreude bringen die unterschiedlichsten Kulturorte im Münsterland zum Klingen. Es sind außergewöhnliche Klänge!

SOUNDSEEING 2021 startet am 7. März im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst mit der neuen ortsbezogenen Klanginstallation „weaving“ der international renommierten Künstlerin Christina Kubisch. Die Eröffnung findet alternativ online statt.

Ein virtueller Rundgang kann ab dem 14. März auf dem Soundseeing-Youtubekanal erlebt werden. Sobald es die behördlichen Vorgaben erlauben, ist ein Besuch der Ausstellung, die bis zum 25. April 2021 dauert, zu den Öffnungszeiten, Di bis Sa 14:00-18:00 Uhr und an So und Feiertagen 11:00-18:00 möglich.

Weitere international bekannte Künstler wie Anahad, Pierre Berthet, Michael Bradke, Elisabeth Coudoux, Frauke Eckhardt, Christian Faubel, Peter Kiefer, Jan Klare, Till Kniola, Dodo Schielein, Christof Schläger, Ralf Schreiber, SPLASH, Erwin Stache, Talking Horns, Tina Tonagel u.a. werden ebenfalls zu Gast sein. Sämtliche Künstler lassen sich mit allen Mitteln der Klangkunst auf die besonderen Kulturorte ein und verzaubern sie mit ihren poetischen Klangobjekten, raumfüllenden Installationen, Staubsaugerkonzerten, Klangparcours‘, öffentlichen Hörspielvorführungen, solaren Klangobjekten und neuartigen Instrumenten.

Kurator ist Prof. Stephan Froleyks (Musikhochschule Münster), Trägerin die Landesmusikakademie NRW, Partner sind das DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst, cubacultur (Münster), Stadt Bocholt und LWL-Industriemuseum TextilWerk, Kunstverein Münsterland (Coesfeld), rock’n‘popmuseum (Gronau), Kloster Bentlage (Rheine), Burg Vischering (Lüdinghausen), Kulturgut Nottbeck (Oelde), Musikschule Ibbenbüren und Eiskeller Altenberge.

Das Festival wird aufgrund der derzeitigen Herausforderungen fluide organisiert, sämtliche Konzerte, Performances, Installationen und Workshops sind ständig aktualisiert unter www.soundseeing.net zu finden.

Drei Bausteine machen das Festival aus:

1. Drei Einzelausstellungen
Den Rahmen des Festivals und damit eine räumliche Triangel über das Münsterland bilden drei große Einzelausstellungen mit den international renommierten Klangkünstlern Christina Kubisch, Frauke Eckhardt und Christof Schläger.

Sie präsentieren bereits bestehende und neue Werke und bilden damit den künstlerischen Schwerpunkt von SOUNDSEEING. Die Eröffnung der Ausstellung von Christina Kubisch in Hörstel im DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst am 7. März bildet den Auftakt des Festivals und ist zuerst nur online zu erleben. Sie dauert bis zum 25.04.2021.

Frauke Eckhardt gestaltet Werke open Air im Bocholter kubaai-Park und im LWL-Textilwerk. Sowohl ihre Klanginstallation im Außenraum „global drifting“ als auch ihre Installation „lost waves“ im Saal der Weberei können vom 1. Mai bis zum 20. Juni besichtigt werden.

Christof Schläger zeigt spektakuläre Objekte in Münster in der Kunsthalle Hawerkamp. Er eröffnet seine Ausstellung „Musikmaschinen und Klangapparaturen: Geräuschmusik, Ambient und Experimentalelektronik“ am 30. Mai um 12:00 Uhr. Sie dauert bis zum 20. Juni.

2. Konzerte, Performances, Klangkunst-Installationen
Der zweite Baustein umfasst außergewöhnliche Klänge bei Konzerten, Performances, Live-Formaten und Klangkunst-Installationen. So sind unter anderem Konzerte mit Musikmaschinen (Christof Schläger), Performances mit elektronischer Musik (Till Kniola), Papermusic (Dodo Schielein), Konzerte mit der NRW Experimental-Bigband „The Dorf“, mobile bespielbare Klanginstallationen (Michael Bradke), Klangspaziergänge, Workshopkonzerte mit Studierenden der Klangkunstklasse der Universität Mainz (Prof. Peter Kiefer) sowie Aufführungen von SPLASH Percussion NRW u.a. geplant.

3. Vermittlungsprogramm „HörenMachen“
Ein dritter Baustein umfasst das Vermittlungsprogramm „HörenMachen“ Neben der hohen Qualität der präsentierten Klangkunst spielt bei SOUNDSEEING 2021 die
Vermittlung und gesteigerte Wahrnehmung dieser besonderen Kunstform an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Bildender Kunst und neuer, experimenteller Musik eine wichtige Rolle. Das Spektrum reicht von einer Vielfalt an Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene über Gesprächsrunden und Führungen bis hin zu Projekten mit Studierenden der Universität Mainz.

Zur Ausstellung von Christina Kubisch
Weaving ist eine ortsbezogene Installation mit Kupferkabeln, die über Stahlrohre gespannt sind und in ihrer Gesamtheit wie ein überdimensionaler Webstuhl wirken. Die Besucher können zwischen den elektrischen Leitungen frei umhergehen und hören mit speziellen kabellosen Induktionskopfhörern die in den Kupferkabeln zirkulierenden Klänge. Diese neu aufgelegte Arbeit für das Kloster Gravenhorst besteht aus Aufnahmen elektrischer Webstühle, die im Textilmuseum Bocholt aufgenommen wurden. Hinzu kommen hörbare elektromagnetischer Felder aus dem digitalen Gewebe des world wide web. Klänge, die normalerweise nicht hörbar sind, wurden in verschiedenen Ländern mit Spezialkopfhörern mit Kupferspulen aufgenommen.

Die Tätigkeit des Webens, einst mit meditativer Handarbeit oder filigranen Spinnweben assoziiert, erscheint hier als industrieller Produktionsablauf oder als perfektionierte elektrische Kommunikation. Der Begriff des Webens wird hinterfragt und neu interpretiert. Durch verschiedene Bewegungsabläufe im Raum entstehen individuelle Hörerfahrungen und Klangüberlagerungen, der Hörer wird selbst aktiver Mitverfasser des akustischen Geschehens.

Gedanken der Künstlerin zum Projekt „weaving“, speziell für das DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst: Das Kloster war nicht nur Ort der Meditation und Gebete, sondern auch schon damals ein Ort der Verwaltung und Kommunikation. Die Nonnen haben mit viel Erfolg ihre Güter und Anwesen selbst verwaltet. Später wurde das Gebäude Teil einer Fabrik und industriellen Fertigung, heute ist es Kulturort. Die Vielfalt der Nutzungen wird auch in der Installation angesprochen: Kupfer als rituelles magisches Material, die Klänge der Webstühle aus der Industriekultur, die elektromagnetischen Signale aus der digitalen Kommunikationswelt.

Mich hat immer beeindruckt, wie geschickt die Hightech Welt Namen für ihre Produkte ausgesucht hat: die Wolke, die Maus, das Weben etc. Alles schafft Assoziationen zur Natur, zu natürlichen Prozessen, die im Gegensatz zur tatsächlichen „elektrischen Realität“ stehen.
Trägerin Landesmusikakademie NRW

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