Jüdisches Leben in Westfalen-Lippe

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Jüdisches Leben in Westfalen-Lippe und Deutschland: Die LWL-Kulturstiftung und der Verein „321-2021: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ präsentieren gemeinsam die Vielfalt jüdischen Lebens.

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(v.l.) Andrei Kovacs, Leitender Geschäftsführer des Vereins „321-2021: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, Sylvia Löhrmann, Generalsekretärin des Vereins „321-2021: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung, Matthias Löb, Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung – Foto Hanna Neander

Die LWL-Kulturstiftung und der Verein „321-2021: 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ besiegeln ihre Zusammenarbeit für das Festjahr 2021 („#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland“). In einer schriftlichen Erklärung haben beide Institutionen vereinbart, im bundesweiten Festjahr die Vielfalt jüdischen Lebens in der Region Westfalen-Lippe und deutschlandweit sichtbar zu machen.

Im Festjahr, das unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier steht, ist ein Programm mit über 1.000 Veranstaltungen in ganz Deutschland geplant. In Westfalen-Lippe beteiligt sich die Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) mit einem Förderprogramm, das 24 Kulturprojekte verschiedener Sparten präsentiert: Mit über 800.000 Euro unterstützt die Stiftung Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Performances, Medien- und Forschungsprojekte, die auf jüdisches Leben in Westfalen, die jüdische Geschichte und jüdische Kultur fokussieren, in der gesamten Region.

„Wir spannen anlässlich des Festjahres in Westfalen-Lippe, NRW und Deutschland ein bundesweites Band, mit dem wir uns antisemitischen Strömungen geschlossen entgegenstellen“, so Matthias Löb, LWL-Direktor und Vorstandsvorsitzender der LWL-Kulturstiftung. Jüdinnen und Juden prägten seit mindestens 1.700 Jahren das Leben in Städten und Gemeinden. „Unser Förderprogramm belegt mit Spurensuchen und aktuellen künstlerischen Positionen die langjährige Geschichte jüdischen Lebens in kleineren Orten ebenso wie in großen Städten“, erläutert Löb. Das 1.700jährige Jubiläum geht zurück auf einen Erlass des römischen Kaisers Konstantin aus dem Jahr 321, der als ältestes erhaltenes Schriftstück über jüdisches Leben auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands gilt.

„Das Engagement der LWL-Kulturstiftung und des LWL nimmt in diesem Festjahr eine besondere Position ein: Durch ein eigenes Förderprogramm unterstützt die Stiftung unsere bundesweite Arbeit und bindet eine Region ein, die wir sonst nicht in dieser Intensität erreicht hätten“, sagt Andrei Kovacs, leitender Geschäftsführer des Vereins. Die LWL-Kulturstiftung habe den Aufruf zur Beteiligung erfolgreich in die örtlichen Kulturnetzwerke getragen und schon im vergangenen Jahr viele Menschen für das jüdische Leben und die jüdische Kultur sensibilisiert. Zudem freue er sich sehr über die vertrauensvolle Zusammenarbeit, betont Kovacs.

Alle elf jüdischen Gemeinden in Westfalen-Lippe, die heute rund 6.000 Mitglieder zählen, engagieren sich in den 24 Projekten der LWL-Kulturstiftung, als Projektmacherinnen, als Partnerinnen für ein Vorhaben oder als Beraterinnen. „Uns war es ein wichtiges Anliegen, die hier beheimateten jüdischen Gemeinden als neue Partnerinnen der LWL-Kulturstiftung für das Festjahr zu gewinnen. Dank ihrer Offenheit feiern wir gemeinsam mit engagierten Akteuren unserer Kulturszene ein Jahr der interkulturellen und interreligiösen Begegnungen mit vielfältigen Angeboten wie zum Beispiel Ausstellungen, kulinarischen Workshops, Liederabenden und historischen Erkundungen“, so Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin und Vorstandsmitglied der LWL-Kulturstiftung.

Begegnungen verspreche auch das vom Verein organisierte Sukkot XXL, das weltweit größte Festival des jüdischen Laubhüttenfestes, das in ganz Deutschland im September gefeiert wird. Am LWL-Landeshaus Münster lädt eine der rund 60 bundesweit aufgestellten Laubhütten ein, gemeinsam nach jüdischer Tradition zu feiern. An ihrem Stiftungssitz möchte die LWL-Kulturstiftung zusammen mit der jüdischen Gemeinde Münster so das jüdische Fest in den öffentlichen Raum tragen und dort erlebbar machen.

„Wir sind sehr dankbar für die Kooperation mit dem LWL. Das Festjahr lebt von den vielen Projekten vor Ort. Aus bildungspolitischer Sicht liegt mir vor allem das von der Stiftung geförderte Medienprojekt „Jüdisch hier – Mediale Spurensuche in Westfalen“ am Herzen, in dem das LWL-Medienzentrum bis zu 25 Gruppen von Kindern und Jugendlichen in diesem Jahr bei der Suche nach jüdischen Spuren in ihrer eigenen Gemeinde medienpädagogisch begleitet“, betont die Generalsekretärin des Vereins, Sylvia Löhrmann, Staatsministerin a. D.

Die LWL-Kulturstiftung fördert 24 Projekte im Rahmen des Förderschwerpunktes, der über 800.000 Euro umfasst. Alle Projekte werden auf der Internetseite der Stiftung vorgestellt: http://www.lwl-kulturstiftung.de. Gemeinsam mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland trägt die LWL-Kulturstiftung die Idee des Festjahres in die Regionen Nordrhein-Westfalens.

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